St. Martin und Maria (Wilhermsdorf)
Die denkmalgeschützte, evangelisch-lutherische Hauptkirche steht in Wilhermsdorf, einem Markt im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Kirche ist unter der Denkmalnummer D-5-73-133-1 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Neustadt an der Aisch im Kirchenkreis Nürnberg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der zur Gewinnung der Baufläche abgerissene Vorgängerbau hatte noch den Namen St. Martin und Marien, dieser wurde nicht auf das aktuelle Gebäude übertragen. Somit wird sie in Wilhermsdorf seither „Hauptkiche“ genannt.
Beschreibung
Die Kirche wurde von 1705 bis 1709 nach einem Entwurf von Joseph Greissing gebaut. Der Baumeister wurde von Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths an die Stifter derer von Hohenlohe vermittelt. Sie ist eine Hallenkirche mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen. Die drei Joche des Langhauses sind mit einem Kreuzgratgewölbe überspannt. In den Seitenschiffen befinden sich Emporen. Der Kirchturm auf quadratischem Grundriss im Norden hat einen achteckigen Aufsatz, der die Turmuhr und den Glockenstuhl beherbergt, und mit einer schiefergedeckten Welschen Haube bedeckt ist. Im Kirchturm hängen drei 1710 gegossene Kirchenglocken aus der Stiftungszeit, zwei sollten im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden, sie kehrten jedoch zurück. Die mit einem Volutengiebel bedeckte Fassade im Süden ist durch Pilaster in drei Achsen in einer Kolossalordnung gegliedert, im mittleren Bereich befindet sich das Portal, das über eine Freitreppe erreicht wird. Die gesamte Kirchenausstattung ist 1712 entstanden. Der Altar ist mit vier Säulen gegliedert. Die Orgel mit 20 Registern, zwei Manualen und Pedal wurde 1992 von der Orgelbau Hoffmann in das alte Gehäuse eingebaut.[1]
Literatur
- Italo Bacigalupo, Johannes Tröbs, mit einem Arbeitskreis des Dekanates (Hrsg.): Evang[elisch]-Luth[erisches] Dekanat Neustadt an der Aisch (= Reihe Porträts bayerischer Dekanatsbezirke). Verlag der Evangelisch-Lutherischen Mission, Erlangen 1986, ISBN 3-87214-210-0, S. 148–153.
- Tilmann Breuer u. a.: Franken: die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken (= Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I). 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1999, ISBN 3-422-03051-4, S. 1120.
- Richard Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 32). Deutscher Kunstverlag, München 1972, S. 188–194.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Information zur Orgel, abgerufen am 30. Dezember 2025.
Koordinaten: 49° 28′ 52,4″ N, 10° 42′ 54,1″ O