St. Martin (Steinweiler)

St. Martin

Daten
Ort Steinweiler
Baumeister Wilhelm Schulte I.
Baustil Saalkirche
Baujahr 1895–1897
Koordinaten 49° 7′ 22″ N, 8° 8′ 23,3″ O

Die römisch-katholische Kirche St. Martin in Steinweiler im Kreis Germersheim ist das Kirchengebäude der gleichnamigen Gemeinde. Diese gehört zur Kandeler Pfarrei Heilige Vierzehn Nothelfer im Bistum Speyer. Die Kirche trägt das Patrozinium des heiligen Martin und steht unter Denkmalschutz. Sie ist ein alter Wallfahrtsort, da in ihr besonders die heiligen Vierzehn Nothelfer verehrt werden.

Beschreibung

Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um eine wiederaufgebaute Saalkirche mit eingezogenem Chor, die ursprünglich in den Jahren 1765 und 1766 errichtet und durch einen Brand zerstört wurde. Die heutige Kirche wurde zwischen 1895 und 1897 unter der Leitung von Wilhelm Schulte I. mit großteilig erneuerter Architektur erbaut. Im Westen steht der quadratische Kirchturm, dessen untere beiden Geschosse aus dem 15. Jahrhundert stammen. Das Erdgeschoss wird durch sein Kreuzrippengewölbe sowie eine spitzbogige Zugangstür geprägt. Die oberen Stockwerke sind neugotisch gestaltet und mit Giebeln sowie kleinen Ecktürmen versehen.

Das Innere des Schiffs wird von einer Flachdecke über einer Hohlkehle überspannt. Die Ausmalung ist von Schablonenmalereien des ausgehenden 19. Jahrhunderts geprägt. Jedes Kirchenfenster wird von einem der heiligen Vierzehn Nothelfer geziert. An der Südseite befindet sich ein barockes Nothelferbild, das aus dem ersten Kirchenbrand gerettet werden konnte.

Vor der Kirche steht ein Kruzifix aus Sandstein, das mit dem Jahr 1806 bezeichnet ist sowie Kriegerdenkmal.

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde eine Steinweiler Kirche in einer Urkunde des Kaisers Otto II. aus dem Jahr 982. Diese wäre somit eine der ältesten südpfälzischen Kirchen. Sie wurde im 15. Jahrhundert umgebaut. Im Rahmen des Dreißigjährigen Kriegs wurde Steinweiler 1622 in Brand gesteckt. Die Kirche konnte im Folgejahr wieder aufgebaut werden. Nach dem Krieg siedelten sich Zuwanderer aus Franken in Steinweiler an und brachten mit der Verehrung der Vierzehn Nothelfer ihre Traditionen mit. Am dritten Sonntag nach Pfingsten wird seither das Nothelferfest als Wallfahrt gefeiert. Diese hat sich im Laufe der Zeit zu einem Gemeindefest reduziert, was den Pfarreirat 2017 dazu bewegte, die Wallfahrten neu zu beleben. Zwischen 1765 und 1766 wurde ein neues Langhaus errichtet. Am 3. Oktober 1895 brannte die Kirche ein zweites Mal aus, nachdem eine nahe Scheune in Brand geraten war. Der Wiederaufbau erfolgte vor allem 1896 und 1897.

Orgel

BW

Die Orgel der St.-Martin-Kirche wurde 1898 von E. F. Walcker & Cie. (Ludwigsburg) als opus 817 gebaut. Sie ersetzte die durch den zweiten Kirchenbrand zerstörte Vorgängerorgel, welche Gustav Schlimbach (Speyer) 1852 schuf. Ursprünglich hatte die heutige Orgel pneumatische Trakturen. Im Zuge einer Restaurierung, die Gerhard Kuhn (Esthal) 1987 durchführte, wurden diese elektrifiziert. Das Instrument verfügt über 21 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Windladen sind als Kegelladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[1]

I Hauptwerk C–f3
Bourdon 16′
Prinzipal 08′
Doppelflöte 08′
Viola di Gamba 08′
Salicional 08′
Gedackt 08′
Oktave 04′
Rohrflöte 04′
Mixtur IV 0223
II Schwellwerk C–f3
Geigenprinzipal 8′
Gemshorn 8′
Lieblich Gedeckt 8′
Aeoline 8′
Voix Celeste 8′
Fugara 4′
Flauto Dolce 4′
Cornett III–V 8′
Pedal C–d1
Violonbass 16′
Subbass 16′
Octavbass 08′
Violoncello 08′

Literatur

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024, S. 33 (rlp.de [PDF; 6,7 MB; abgerufen am 20. Mai 2025]).
  • Hans Caspary (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. 2., bearbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1984, ISBN 3-422-00382-7, S. 1000.
Commons: St. Martin (Steinweiler) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Eintrag „Steinweiler, Deutschland (Rheinland-Pfalz) - Katholische Pfarrkirche Sankt Martin“ (Beschreibung Nr. 2072483). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 20. Mai 2025.