St. Martin (Dorfmark)

Die St.-Martins-Kirche befindet sich in Dorfmark, einem Ortsteil der Kreisstadt Bad Fallingbostel in der Lüneburger Heide. Das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde ist nach dem Heiligen Martin von Tours benannt. Nordöstlich der Kirche liegt der Friedhof Dorfmark, nördlich des Chors erhebt sich ein viereckiger freistehender verbretterter Glockenturm, der – gemäß Datierung der Wetterfahne – 1751 errichtet wurde.[1]

Geografische Lage

Die Kirche liegt in erhöhter Dorflage auf einem ehemaligen Thieplatz und bildet an der Hauptstraße noch heute den Ortsmittelpunkt. Dorfmark liegt an der Autobahn A 7 mit eigenem Anschluss zwischen Hamburg und Hannover und an der Heidebahn-Strecke Hannover – Soltau – Hamburg.

Baugeschichte

Vorgängerbau

Die heutige Kirche geht vermutlich zurück auf einen hölzernen Vorgängerbau der Zeit um 1000, der im 14. Jahrhundert durch einen ersten Massivbau abgelöst wurde. Dieser war Anfang des 18. Jahrhunderts so baufällig, dass er einem Neubau auf den alten Grundmauern weichen musste.

Neubau

Die Kirche, ein rechteckiger Saalbau mit polygonalem Chorschluss, wurde 1708 über einem verputzten Backsteinsockel aus Feldsteinmauerwerk unter Halbwalmdach in Ziegeldeckung errichtet. Sie hat breite Rundbogenfenster und einzelne runde Öffnungen. Im Inneren ist sie überfangen mit einer flachen Segmentbogentonne mit frei liegenden Zugbalken aus Eiche, die 1767 nachgerüstet wurden. 1860 wurde im Norden an Stelle eines älteren Fachwerkbaus die steinerne Sakristei angebaut, 1909/10 ergänzte man im Westen die ebenfalls steinerne eingeschossige Eingangshalle mit einem Pultdach. Im 19. Jahrhundert wurden die umlaufenden Emporen ergänzt. Die Bemalung erfolgte 1880/81 durch den hannoverschen Maler Hermann Schaper. Triumphbalken und Kreuz stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Zur überkommenen älteren Ausstattung gehören

  • spätgotische Reliefs eines Schnitzaltars von 1479; der neugotische Aufbau wurde 1880 nach einem Entwurf von Conrad Wilhelm Hase durch den hannoverschen Bildhauer Dreyer ergänzt,
  • ein Messingtaufbecken von 1465 mit vier nach demselben Model gegossenen männlichen Trägerfiguren,
  • eine Altarbibel von 1610 und
  • ein Kruzifix des 17. Jahrhunderts.[2]

Sanierungen der Kirche erfolgten 1851/52, 1964/65 – dabei wurde u. a. die zweite Empore entfernt – und 2003.[3]

Literatur

Siehe auch

Commons: St. Martin (Dorfmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirchenbau (Dorfmark) auf kirchengemeindelexikon.de
  2. St. Martin auf denkmalatlas.niedersachsen.de
  3. Kirchenbau (Dorfmark) auf kirchengemeindelexikon.de

Koordinaten: 52° 54′ 9,5″ N, 9° 46′ 7,5″ O