St. Martin (Audigast)

Die evangelische Kirche St. Martin ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Audigast von Groitzsch im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Groitzsch im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Geschichte und Architektur

An die im Kern romanische Chorturmkirche wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein Chor angefügt, der Saal und der Turmaufbau entstanden in den Jahren 1680–85; eine Innenrestaurierung erfolgte in den Jahren 1962–63, eine Außenrestaurierung bis 1992. Das Bauwerk ist ein verputzter Backsteinbau mit dreiseitigem Schluss. Der Turm über quadratischem Grundriss hat ein oktogonales Glockengeschoss mit geschweifter Haube und offener Laterne, das mit seiner gedrungenen Form das Äußere beherrscht.

Das Innere des Bauwerks ist flach gedeckt; Turmjoch und Chor sind durch weite Bögen vom gleich breiten Emporensaal abgesetzt.

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein beachtlicher frühbarocker Kanzelaltar aus der Zeit um das Jahr 1680, der einen mächtigen Sprenggiebel und ausdrucksstarke, überlebensgroße Figuren von Moses und Johannes dem Täufer zeigt. Aus der gleichen Zeit stammt die polygonale hölzerne Taufe mit einem Deckel mit wuchernden Akanthusblättern. An der Chornordseite befindet sich eine spätgotische Sakramentsnische mit Kielbogenrahmung aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Im Vorraum befinden sich ein Torso eines geschnitzten Kruzifixes vom Anfang des 16. Jahrhunderts und das Gemälde-Epitaph für Pfarrer Johann Gottfried Pufendorff († 1771). Im Chor sind zwei einfache Grabdenkmäler des ausgehenden 17. Jahrhunderts erhalten. An der Außenwand der Kirche befinden sich zwei Rokoko-Grabsteine aus der Zeit um 1750.

Orgel

Die Orgel ist ein Werk eines unbekannten Orgelbauers aus der Zeit um 1780 mit elf Registern auf einem Manual und Pedal. Im Jahr 1917 mussten die Prospektpfeifen abgegeben werden. In den Jahren 1952/53 wurde die Traktur umgehängt. Seither erklingt das Instrument einen Ganzton tiefer. 1964 erfolgte eine Reinigung und Imprägnierung durch Reinhard Schmeisser.

Die Disposition lautet:[1]

Manual C–d3
Gedackt 8′
Flöte 8′
Gemshorn 8′
Principal 4′
Gedackt 4′
Quinta 3′
Octave 2′
Cornett III
Mixtur III 1′
Pedal C–c1
Subbaß 16′
Violonbaß 08′

Literatur

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Einzelnachweise

  1. Ulrich Dähnert: Historische Orgeln in Sachsen. 1. Auflage. Verlag Das Musikinstrument, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-920112-76-8, S. 29–30.

Koordinaten: 51° 10′ 23,7″ N, 12° 17′ 11,6″ O