St. Marien (Sandersleben)
Die evangelische Kirche St. Marien ist eine spätgotische Saalkirche im Ortsteil Sandersleben von Arnstein im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Sandersleben in der Region Bernburg-Südwest der Evangelischen Landeskirche Anhalts.
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist ein spätgotisches Bruchsteinbauwerk aus nahezu quadratischem Schiff, einem zweijochigen eingezogenen Chor mit Fünfachtelschluss und nördlichem Sakristei-Anbau sowie einem querrechteckigen Westturm mit spitzbogigen Schallöffnungen und einem achtseitigen Spitzhelm, der im Jahr 1519 vollendet wurde. Der Dachstuhl wurde dendrochronologisch auf die Jahre 1516/1517 datiert. Das Bauwerk ist eine einheitliche Anlage mit Maßwerkfenstern und Strebepfeilern, dessen Wölbung jedoch schließlich unterblieb. Es wird von Portalen im Norden und Süden erschlossen, das letztere ist mit einer baldachinartigen, offenen Vorhalle versehen und besonders reich mit rahmendem Stabwerk geschmückt.
Das Schiff und der Chor sind mit Balkendecken geschlossen und über einen spitzbogigen Triumphbogen miteinander verbunden.
Eine Restaurierung wurde in den Jahren 1930–32 durchgeführt. Die Nord- und die Südseite einer Hufeisenempore wurden im Jahr 1997 entfernt. Farbglasfenster im Chor wurden im Jahr 1997 nach alten Vorbildern geschaffen und eingesetzt. Die Kirche wurde bis Frühling 2018 restauriert.
Im Innenraum ist eine Kapelle für die Gemeinde und, abgetrennt durch eine bewegliche Glaswand, ein weiterer Raum für allgemeine, auch weltliche, Nutzungen entstanden.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 66025 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[1]
Ausstattung
Die hölzerne Kanzel stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der schlichte spätgotische Taufstein hat eine runde Kuppa auf achteckigem Fuß.
Die stark renovierungs- und reinigungsbedürftige Orgel ist ein Werk von Friedrich Wilhelm Wäldner aus dem Jahr 1872 mit 25 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[2]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 738 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 18. November 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 2842).
- ↑ Michael Wünsche: Sandersleben (1872). In: waeldner-orgel.de. 2020, abgerufen am 12. Oktober 2025 (Informationen zur Orgel).
Koordinaten: 51° 40′ 37″ N, 11° 34′ 2,4″ O