St. Marien (Hude)
St. Marien in Hude im niedersächsischen Landkreis Oldenburg ist die römisch-katholische Pfarrkirche der gleichnamigen Gemeinde. Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Dekanat Delmenhorst im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein schlichter Saalbau mit Turm und bietet 150 Gläubigen Platz.
Geschichte
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pfarrei St. Marien gegründet, denn ca. 800 Vertriebene aus Schlesien fanden in der Diaspora in Hude eine neue Heimat. Die Gottesdienste feierte der erste ebenfalls aus Schlesien vertriebene Pfarrer Konrad Leister in einem Privathaus und ab 1947 in der als Notkirche eingerichteten ehemaligen Schützenhalle. Daher wünschten sich die Katholiken ein eigenes Gotteshaus.
Nach den Plänen des Architekten Karl-Josef Pfeiffer (Oldenburg) wurde 1952 die St.-Marien-Kirche in Hude gebaut und 1984 ein Glockenturm angefügt. Als Schutzpatronin wählte man die Gottesmutter Maria und folgte bewusst der Tradition des ehemaligen Zisterzienserklosters Hude.
Die Gebäude der Kirchengemeinde sind das 1900/04 gebaute Pfarrhaus, das Pfarrheim von 1981 sowie der 1993 eröffnete Kindergarten. In dem zur Kirchengemeinde Hude gehörenden Ort Wüsting wird die 1964 von Hugo Hespe (Sandkrug) gebaute Herz-Jesu-Kapelle mit 60 Sitzplätzen genutzt. 1948 entstand aus dem Seelsorgebezirk Hude ein Pfarrrektorat und die Errichtung der Kapellengemeinde erfolgte 1986.[1]
St. Marien in Hude wurde 2002 nach der Abtrennung von St. Marien (Delmenhorst) eine eigenständige Pfarrei und ist eine der wenigen nicht fusionierten Pfarreien im Oldenburger Land. Sie gehört zur Pfarreiengemeinschaft Delmenhorst und arbeitet eng mit der Heilig-Geist-Kirche (Lemwerder) zusammen. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden St. Marien (Delmenhorst), Heilig Geist (Lemwerder), St. Marien (Hude), St. Paulus (Stuhr-Moordeich), St. Vinzenz Pallotti (Bad Zwischenahn), St. Josef (Oldenburg), St. Willehad (Oldenburg) und St. Marien (Oldenburg) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Oldenburg-Delmenhorst“ mit Sitz in Oldenburg.[2]
Glocken
Die Vertriebenen brachten nach dem Zweiten Weltkrieg eine kleine Kirchenglocke (Ø 55 cm) aus ihrer Schlesischen Heimat mit nach Hude. Diese 1726 von Ernst Hallikay (Wien) gegossene Glocke hing früher in der Florianskapelle in Habelschwerdt (Grafschaft Glatz) und läutet in Hude bis heute zum Gottesdienst. Im neuen Turm von St. Marien hängen seit 1984 noch zwei größere Bronzeglocken, die der hl. Hedwig, der Schutzpatronin Schlesiens, sowie dem hl. Josef und den Schutzengeln gewidmet sind.[3]
Orgel
Ab 1985 stand in St. Marien eine von der Firma G. Kisselbach (Baunatal) erstellte Hybridorgel mit drei Pfeifenregistern und 33 elektronisch erzeugten Registern, die auf zwei Manualen und Pedal spielbar waren. Unter Verwendung der vorhandenen drei Pfeifenregister baute Willehard Schomberg (Friesoythe) 2012 eine neue kleine Pfeifenorgel (I+P/6).
Die Schleifladen-Orgel von 2012 hat 6 Register und besitzt ein Manual (C - g3) sowie ein Pedal (C - f1). Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.[4]
Literatur
- Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
- Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 505–508.
- ↑ Offizialatsarchiv Vechta: Delmenhorst, St. Marien. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Clement Akinseloyin: Herzlich willkommen! In: Pfarrei St. Marien Hude. 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
- ↑ Gabriel Isenberg: Hude: Kath. Pfarrkirche St. Marien. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 7. Oktober 2025.
Koordinaten: 53° 6′ 14,4″ N, 8° 28′ 3,8″ O