St. Maria Magdalena (Laggenbeck)
St. Maria Magdalena in Laggenbeck im Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Mauritius (Ibbenbüren). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Maria Magdalena und gehört zum Dekanat Ibbenbüren im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine neugotische Saalkirche mit Turm und hat nach dem Umbau nur noch 200 Sitzplätze.
Geschichte
Weil der Weg zur nächstgelegenen Pfarrkirche St. Mauritius in Ibbenbüren sehr weit war, erteilte der Bischof von Münster 1838 die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle für die Bauerschaft Laggenbeck. Der chorartige Ausbau der örtlichen Schule wurde ab 1841 als Notkirche genutzt.
Nach den Plänen des Architekten Emil von Manger (Oelde) entstand 1861/63 St. Maria Magdalena als Saalkirche im neugotischen Stil. Der Bau aus regionalem Sandstein wurde durch großzügige Spenden der Bevölkerung unterstützt. Wilhelm Rincklake (Münster) errichtete 1883 den Glockenturm im gleichen Stil. Das Gotteshaus vergrößerte sich nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich. Nach dem Abriss von Südgiebel und Chor entstand nach dem Entwurf von Eberhard Kleffner (Münster) 1960/62 ein riesiger moderner Anbau aus Sandstein mit einem markanten, teilweise kupfergedeckten Faltdach.[1]
Diese stark erweiterte Kirche hatte 500 Sitzplätze. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das Pfarrhaus von 1958, die Kaplanei von 1899, das Pfarrheim von 1951 und der Kindergarten von 1968. Nach der Abtrennung von St. Mauritius (Ibbenbüren) wurde St. Maria Magdalena (Laggenbeck) 1891 eine eigenständige Pfarrei.[2] Am 17. April 2006 verlor St. Maria Magdalena ihre Selbstständigkeit und ist seither eine Filialkirche der Pfarrei St. Mauritius (Ibbenbüren).[3]
Wegen des starken Rückgangs der Zahl der Gottesdienstteilnehmer und der hohen Renovierungskosten gab es seit 2016 lange Diskussionen über den Abriss des angebauten Kirchenschiffs.[4] Um Platz für das neue Gemeindezentrum zu schaffen und um das Kirchengebäude stark zu verkleinern, wurde mit Zustimmung des Bistums Münster 2024 der große moderne Anbau abgerissen. Außerdem entstanden eine neue Sakristei und ein Chorraum von geringen Ausmaßen.[5]
Während der Renovierung des alten stehengebliebenen Kirchengebäudes fanden die Gottesdienste nach den Sommerferien 2025 entweder in St. Mauritius (Ibbenbüren) oder in der evangelischen Johanneskirche (Laggenbeck) statt.[6]
Glocken
Im Turm von St. Maria Magdalena in Laggenbeck hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Bronze:
- Glocke 1: Schlagton: e1; Ø 123 cm; Gießerei: Feldmann & Marschel (Münster); Gussjahr: 1957
- Glocke 2: Schlagton: fis1; Ø 105 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1948
- Glocke 3: Schlagton: a1; Ø 95 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1948
- Glocke 4: Schlagton: h1; Ø 82 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1884.[2]
Orgel
Für St. Maria Magdalena baute die westfälische Firma Siegfried Sauer (Höxter) 1984 eine Pfeifenorgel mit 31 Registern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.[2]
Literatur
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
- Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
- Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gabriele Böhm: Kirchenführer: Katholische Kirche St. Maria Magdalena Ibbenbüren-Laggenbeck. In: Katholische Kirche in Ibbenbüren und Brochterbeck. 2025, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ a b c Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 316–317.
- ↑ Bistumsarchiv Münster: Ibbenbüren, St. Mauritius. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Michael Bönte: Laggenbeck: Jetzt Streit um den Abriss des Kirchenanbaus. In: Kirche + Leben. 30. November 2016, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Claus Kossag: St. Maria Magdalena: Neue Proportionen sichtbar. In: Ibbenbürener Volkszeitung. 18. Juli 2024, abgerufen am 13. November 2025.
- ↑ Hartmut Niehues: St. Mauritius: Gottesdienste in der Zeit des Umbaus der St.-Maria-Magdalena-Kirche. In: Katholische Kirche in Ibbenbüren und Brochterbeck. 2025, abgerufen am 13. November 2025.
Koordinaten: 52° 15′ 42,7″ N, 7° 47′ 19,1″ O