St. Maria Empfängnis (Venn)
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis steht im Stadtteil Venn in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen), Mürrigerstraße 4.
Das Gebäude wurde 1867–1869 nach Plänen von Vincenz Statz erbaut und 1908 nach Plänen von Alois Schlösser erheblich erweitert. Es wurde unter Nr. M 049 am 17. September 1991 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen.[1]
Lage
Das Objekt liegt an der nach dem ersten Pfarrer der Gemeinde, Ferdinand Mürriger, benannten Straße nördlich des Stationsweges im Ortsteil Venn.
Geschichte
Venn gehörte ursprünglich zur Pfarre St. Mariä Himmelfahrt Mönchengladbach. Eine eigene Kirche besaß die Ortschaft zunächst nicht. 1867 vermachten die Geschwister Hansen der Pfarre ein Grundstück mit Kapital in Venn zugunsten eines Kirchenbaus. Daraufhin bat der damalige Oberpfarrer von St. Mariä Himmelfahrt, Josef Lelotte, das Generalvikariat des Erzbistums Köln, zu dem Mönchengladbach bis 1930 gehörte, um Baugenehmigung einer neuen Kirche nach den Plänen für die Volmerswerther Pfarrkirche St. Dionysius, die der Kölner Baumeister Vincenz Statz entworfen hatte. Das Generalvikariat genehmigte den Bau einer nahezu baugleichen Kirche in Venn, lediglich die Gestalt des Turmes wurde leicht geändert. 1867 wurde mit dem Bau begonnen und 1869 war die Kirche fertiggestellt. Am 17. Oktober 1869 wurde sie benediziert und am 27. Juli 1872 geweiht. Die Erhebung zur selbständigen Pfarre und Loslösung von St. Mariä Himmelfahrt erfolgte am 1. März 1873.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde St. Mariä Empfängnis zu klein und ein Erweiterungsbau beschlossen. 1898 gründete sich ein Bauverein, der fortan Gelder zum Erweiterungsbau sammelte. Zunächst wurde der Chor im Osten abgerissen und die Kirche im Jahr 1908 durch eine monumentale oktogonale Erweiterung mit anschließendem dreiseitig geschlossenem Chor in der Größe mehr als verdoppelt. Die Pläne dazu entwarf der Neusser Architekt Alois Schlösser, die Ausführung lag in Händen der Maurermeister Joseph Schröders, Venn und Martin Küppers, Mönchengladbach. Der Grundstein wurde am 10. Mai 1908 durch den Dechanten des Dekanates Viersen Monsignore Stroux gelegt.[2][3] Die Weihe des Erweiterungsbaus nahm am 26. Mai 1913 der Kölner Erzbischof Felix von Hartmann vor.[4]
Die im Zweiten Weltkrieg durch Granatbeschuss am 1. März 1945 entstandenen Schäden wurden bis 1949 behoben. 1972 bis 1975 wurde der Innenraum renoviert und der Altarraum umgestaltet.[5] Eine weitere Umgestaltung wurde 2018 nach Plänen des Monschauer Architekten Elmar Paul Sommer durchgeführt. Dabei wurde der oktogonale Erweiterungsbau durch eine Wand vom alten Teil abgetrennt. Der Erweiterungsbau wurde daraufhin im Innern umgestaltet und dient weiterhin als Gottesdienstraum. Im alten, westlichen Teil sollen andere Nutzungen der Pfarrgemeinde untergebracht werden. Das äußere Erscheinungsbild wurde nicht verändert.
Architektur
Es handelt sich um eine dreischiffige, geostete Hallenkirche in Backstein mit nachträglicher oktogonaler Erweiterung des Langhauses vor dem Chor mit Dreiachtelschluss und markantem, vorgesetztem dreigeschossigem Westturm über quadratischem Grundriss unter Spitzdach.
Pfarrer
Folgende Priester wirkten zunächst als Rektor und seit der Pfarrerhebung 1873 als Pfarrer an St. Mariä Empfängnis:[6]
- 1869–1896: Ferdinand Hubert Mürringer
- 1897–1927: Johannes Morenhoven
- 1927–1941: Wilhelm Knorr
- 1941–1967: Wilhelm Müller
- 1968–1973: Aloys Keuchel
- 1973–2003: Josef Düppengießer
- 2008–2012: Hans-Peter Jeandrée
- Seit 2019: Rüdiger Hagens
Siehe auch
Literatur
- Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Städte und Kreise Gladbach und Krefeld (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Dritter Band, Nr. IV). Schwann, Düsseldorf 1893 (Digitalisat [abgerufen am 2. Juni 2012]).
Weblinks
- Käthe Limburg, Bernd Limburg: Denkmale in der Stadt Mönchengladbach. In: unterwegs & daheim – Homepage von Käthe und Bernd Limburg. 18. Juli 2011, abgerufen am 13. April 2023.
Einzelnachweise
- ↑ Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach. (PDF) Stadt Mönchengladbach, 8. Juni 2021, abgerufen am 13. April 2023.
- ↑ Westdeutsche Landeszeitung Nr. 109. Montag, 11. Mai 1908. Artikel: Lokales. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Westdeutsche Landeszeitung Nr. 111. Mittwoch, 13. Mai 1908. Artikel: Feier der Grundsteinlegung zum Erweiterungsbau der Pfarrkirche in Venn. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Westdeutsche Landeszeitung Nr. 120. Dienstag, 27. Mai 1913. Artikel: Die erste Visitations-und Firmungsreise des hochw. Herrn Erzbischofs Dr. Felix von Hartmann. Vierter Firmungstag. Konsekration des Erweiterungsbaues unserer Pfarrkirche. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 1087 f.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 1087.
Koordinaten: 51° 12′ 9,7″ N, 6° 23′ 18,8″ O