St. Mariä Himmelfahrt (Osterfeine)

St. Mariä Himmelfahrt in Osterfeine im niedersächsischen Landkreis Vechta ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Viktor (Damme).[1] Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Dekanat Damme im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein neugotischer Backsteinbau mit Querhaus und Turm und bietet 350 Gläubigen Platz.

Geschichte

Die Moorsiedlung Osterfeine ist erstmals 1227 urkundlich belegt und bildete den östlichen Teil des alten Kirchspiels Damme. Wegen der weiten Entfernung zur nächstgelegenen Pfarrei gab es schon in den 1830er Jahren erste Bestrebungen zur kirchlichen Trennung. 1856 wurde die Kapellengemeinde Osterfeine gebildet. Weil noch kein eigenes Kirchengebäude existierte, mussten die Gottesdienste 1855/56 in einer Privatwohnung und danach im Klassenraum der Osterfeiner Volksschule gefeiert werden.

Nach den Plänen des Architekten Johann Bernhard Hensen (Sögel) wurde 1861/64 das Gotteshaus in Osterfeine gebaut und am 2. Oktober 1865 durch Bischof Johann Georg Müller der hl. Maria geweiht. Nach langjährigen Auseinandersetzungen stimmte der Bischof von Münster am 15. September 1901 der Abtrennung von Damme und der Erhebung zu einer eigenständigen Pfarrei zu. Die Gebäude der Kirchengemeinde sind das Pfarrhaus von 1956, der Kindergarten von 1972 sowie das an das Pfarrhaus angebaute Pfarrheim (mit Bücherei) von 1985.[2]

Durch Fusion entstand aus den Pfarreien Damme, Osterfeine und Rüschendorf am 14. Oktober 2007 die neue Kirchengemeinde St. Viktor (Damme). Am 27. Mai 2012 wurde die Pfarrei Neuenkirchen eingegliedert. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden St. Viktor (Damme), St. Catharina (Dinklage), St. Gertrud (Lohne) und St. Johannes Baptist (Steinfeld) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Damme“ mit Sitz in Damme.[3]

Glocken

Im Turm von St. Mariä Himmelfahrt hängen die folgenden drei Bronzeglocken:

Orgel

Die Firma J. B. Kröger & Söhne (Goldenstedt) baute 1870 die erste Orgel (II+P/15) für die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Osterfeine. Einige alte Register verwendete Friedrich Fleiter (Münster) für die 1931 gefertigte zweite Orgel (II+P/21). Christian Lobback (Neuendeich) erstellte 1982 die aktuelle Orgel (II+P/21) unter Wiederverwendung fast aller Register der Vorgängerorgel. Dieselbe Firma reinigte das Instrument 2000 und auch 2005 nach einem Schwelbrand.

Die Schleifladen-Orgel von 1982 hat 21 Register und besitzt ein Hauptwerk (C - g3), ein Schwellwerk (C - g3) sowie ein Pedal (C - f1). Die Spieltraktur und die  Registertraktur sind mechanisch.[5]

Literatur

  • Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
  • Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.

Einzelnachweise

  1. Heiner Zumdohme: Herzlich willkommen! In: St. Viktor: Katholische Pfarrei in Damme, Neuenkirchen, Osterfeine und Rüschendorf. 2025, abgerufen am 20. September 2025.
  2. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 734–735.
  3. Offizialatsarchiv Vechta: Osterfeine, St. Mariä Himmelfahrt. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 20. September 2025.
  4. Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 580–582.
  5. Gabriel Isenberg: Osterfeine, Kirche St. Mariä Himmelfahrt. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 20. September 2025.

Koordinaten: 52° 32′ 39,7″ N, 8° 16′ 38,5″ O