St. Mariä Heimsuchung (Schaufenberg)
St. Mariä Heimsuchung ist eine römisch-katholische Filialkirche und Gräberkirche in Schaufenberg, einem Stadtteil von Alsdorf in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen.
Die Kirche wurde zwischen 1933 und 1935 nach Plänen von Ferdinand Goebbels und Franz Dominick erbaut, steht unter dem Patronat Mariä Heimsuchung und gehört zur Pfarre St. Castor Alsdorf.
Geschichte
Schaufenberg gehörte ursprünglich zur Pfarre St. Martin, Oidtweiler und verfügte über keine eigene Kirche oder Kapelle. Über Jahrhunderte mussten die Gläubigen zum Besuch des Gottesdienstes ins benachbarte Oidtweiler gehen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche immer größer. 1860 stiftete Peter Josef Mannheims Kapital in Form eines Fonds zum Bau einer Kirche, zudem stifteten die Familien Johann Matthias Mannheims und Gerhard Maaßen das erforderliche Baugrundstück. 1864 erhielt Schaufenberg mit dem Priester Peter Hubert Senden seinen ersten eigenen Seelsorger. Zwischen 1867 und 1869 wurde die erste Schaufenberger Kirche in Formen der Neuromanik als sechsjochige Saalkirche erbaut. Diese Kirche war zunächst noch eine Filiale von Oidtweiler, eigenständige Pfarre wurde Schaufenberg am 17. August 1888.
Anfang der 1930er Jahre wurde die Kirche zu klein und ein Neubau an anderer Stelle beschlossen. Man beauftragte das Architekturbüro von Ferdinand Goebbels und Franz Dominick aus Aachen mit der Planung des Neubaus. Baubeginn war 1933 und nach zweijähriger Bauzeit war die heutige Kirche vollendet. Die feierliche Kirchweihe fand am 7. Juli 1935 statt. Die alte Kirche wurde 1955 in ein Pfarrheim umgebaut und ist in dieser Form bis heute erhalten.
1974 wurde in Folge der Liturgiereform der Altarraum nach Plänen des Architekten Gerhard Scheeren umgebaut.[1]
Die Pfarre St. Mariä Heimsuchung wurde zum 1. Januar 2010 aufgelöst und in die Pfarre St. Castor Alsdorf eingegliedert. Aufgrund des Kirchlichen Immobilienmanagementes wurde St. Mariä Heimsuchung in den 2010er Jahren aus der Bezuschussung des Bistums Aachen genommen. In der Gemeinde reiften Pläne zum Umbau in eine Gräberkirche. Erster Schritt zu diesem Umbau war die Teilprofanierung am 21. November 2021.[2] 2022 erfolgte der Umbau nach den Plänen des Aachener Architekturbüros Zweering Helmus Architekten. 1480 Fächer für Urnen wurden geschaffen, aber auch Gottesdienste bis zu einer Zahl von 100 Gläubigen können seit Eröffnung der Gräberkirche am 27. November 2022 dort wieder stattfinden.[3]
Baubeschreibung
St. Mariä Heimsuchung ist eine einschiffige und achtachsige Saalkirche in Formen des Expressionismus mit eingezogenem rechteckigem Chor im Osten, an dessen Südseite die niedrige Sakristei und der hohe schlanke Glockenturm angebaut sind. Der gesamte Innenraum wird von einem spitzbogigen Tonnengewölbe überspannt.
Ausstattung
Das hinter dem Altar aufgestellte Kreuz ist ein Werk aus Schmiedeeisen und Kohle der Künstler Heinz-Josef Gillessen und M. Bredohl. Die neuromanischen Kirchenbänke stammen noch aus der alten Kirche und wurden im 19. Jahrhundert angefertigt.[4] Ein Großteil der Buntglasfenster sind Werke von Ludwig Schaffrath aus den Jahren 1966 und 1968. Zwei Fenster der Ursprungsverglasung aus dem Jahr 1935 haben sich erhalten. Es sind Werke des Künstlers Peter Hecker.[5]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 178.
- ↑ Entwidmung von St. Mariä Heimsuchung, Schaufenberg. In: Internetseite GdG Alsdorf. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Eröffnung und Einweihung der Gräberkirche St. Mariä Heimsuchung in Schaufenberg. In: Internetseite GdG Alsdorf. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 178.
- ↑ Alsdorf-Schaufenberg, Kath. Kirche St. Mariä Heimsuchung. In: Internetseite Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V. Abgerufen am 6. Oktober 2025.
Koordinaten: 50° 52′ 37,8″ N, 6° 10′ 40,6″ O