St. Margaretha (Šonov)
St. Margaretha (tschechisch Kostel svaté Markéty) ist eine römisch-katholische Kirche in Šonov (deutsch Schönau) im Okres Náchod in Tschechien. Sie gehört zum Bistum Königgrätz.
Geschichte
Im Ort gab es im Mittelalter eine kleine gotische Kirche. Diese stand auf dem jetzigen Friedhof und hatte das Patrozinium des Apostel Johannes. An der Stelle dieser Kirche steht heute die Rosenkranzkapelle (Kaple Panny Marie Růžencové). Später ließ der Benediktinerabt Othmar Daniel Zinke die heutige Kirche hoch über dem Dorf errichten. Baumeister war Kilian Ignaz Dientzenhofer. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf Holzsäulen gestützt eine Empore eingebaut. Heute finden in der Kirche keine Gottesdienste mehr statt.[1]
Bauwerk
Die Kirche ist für den kleinen Ort bemerkenswert groß und weithin über das Braunauer Land sichtbar. Die Saalkirche hat den Grundriss eines lang gestreckten Rechtecks. Die Ecken des Rechtecks sind abgeschnitten, wodurch ein oktogonaler Schnitt erkennbar wird. In der Mitte bilden die beiden Seitenwände einen konkaven Bogen. An der Fassade sind die beiden Flankentürme über Eck gestellt und wirken wie in die starke konvexe Biegung der Fassade gespannt. An Stelle der Türme treten die Sakristei und ein Nebenraum. Die Pilaster weisen eine reiche Gliederung mit teilweise ionischen Kapitellen auf, der Architrav ist reicher profiliert. Die hohe Kehlung ist überhöht. Eingedeckt ist die Kirche mit einer geraden Balkendecke. Die Kehlung und ein Teil der Decke sind mit einer Scheinarchitektur und Blumen im späten Rokokostil übermalt.
Ausstattung
Der Hochaltar zeigt Schnitzarbeiten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das Altarbild stammt aus dem 20. Jahrhundert. Im oberen Feld des Altars befindet sich ein Barockbild der hl. Dreifaltigkeit. Die Statuen der hl. Barbara und der hl. Katharina rechts und links des Altars sind ganz im Stil des Spätbarock gestaltet. An der Brüstung der Empore hängt eine Madonna aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Bilder des hl. Karl Borromäus und des Apostel Johannes sind Malereien aus dem Früh- und Hochbarock. Auch der Orgelprospekt ist barock. Die Sanktusleuchter sind im Rokokostil gehalten. Die Kreuzweggemälde in Rokokorahmen sind Arbeiten aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Weiterhin hat die Kirche Reliquiare mit den Reliquien der hll. Placidus von Subiaco und Maurus aus dem 17. Jahrhundert. Die Monstranz zeigt Rokoko- und Empire-Motive. Ein wertvolles Stück ist eine Kasel, von der Teile des Stabes noch aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Literatur
- Franz Schöbel, Beda Menzel: Gotteshäuser der Heimat: ein Heimatbuch des Riesengebirges und Braunauer Ländchens. Riesengebirgs-Heimatverlag Renner, Kempten 1970
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Kostel sv. Markéty v Šonově. Abgerufen am 8. Oktober 2025.
Koordinaten: 50° 35′ 25,4″ N, 16° 23′ 48,1″ O