St. Laurentius (Hartmannsdorf-Reichenau)
Die evangelische Laurentiuskirche ist eine im Kern gotische Saalkirche im Ortsteil Hartmannsdorf von Hartmannsdorf-Reichenau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Hartmannsdorf im Kirchenbezirk Freiberg der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Namensgeber der Kirche ist Laurentius von Rom.
Geschichte und Architektur
Die Kirche wurde im Jahr 1346 zum ersten Mal erwähnt. 1384 wurde erweitert, die heutige Gestalt erhielt die Kirche vermutlich im Jahr 1512. Erneuerungen und Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1687, 1724, 1817 und 1871.
Das Bauwerk ist eine Saalkirche mit Satteldach. Der Chor ist mit Strebepfeilern gegliedert und hat einen Dreiachtelschluss. Der Dachreiter mit einer welschen Haube trägt die Jahreszahl 1871. Die Fenster sind teils spitzbogig mit unterschiedlich gebildetem Maßwerk, teils flachbogig (an der Nord- und Westseite) geformt. An der Nordseite ist die Sakristei angebaut, an der Südseite das Treppenhaus mit hohem Pultdach (datiert 1743) sowie die Eingangsvorhalle aus unverputztem Sandstein, datiert 1851.
Das Innere ist durch die relativ gut erhaltene spätgotische Holzdecke und die umlaufenden Emporen geprägt. Die Decke ist mit reicher, schablonierter Ornamentmalerei (mit zwei barocken Ergänzungen im Westen) versehen. Im umlaufenden Fries ist die Jahreszahl 1502 zu finden. Der spitzbogige Triumphbogen führt zum zweijochigen Chor mit Sterngewölbe. Spitzbogige Portale sind an der Innenseite der nördlichen Chorwand zur gratgewölbten Sakristei sowie an der Südseite eingebaut. Im Chor sind Reste spätgotischer Wandmalereien erhalten, am besten eine Darstellung von Christophorus an der Nordwand.
Die Emporen sind an der Nord- und Südseite doppelt eingebaut; die unteren sind in den Jahren 1690–92 entstanden und wurden um 1700 von Gottfried Geisler aus Oberbobritzsch mit einfachen Darstellungen aus dem Alten Testament geschmückt. Die oberen Emporen wurden im Jahr 1731 eingebaut; die nördliche ist mit einem um 1525 entstandenen Zyklus von zwölf rustikalen Passionssbildern geschmückt. An der Westseite befindet sich die Orgelempore mit konvexer Brüstung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Chor sind an drei Seiten mit einfachen Ornamenten bemalte Emporen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts eingebaut: an der Nordseite mit Holzgitter, hinter dem Altar die verglaste sogenannte Erbrichterloge mit der Jahreszahl 1748, darunter Bet- und Beichtstuben.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein schlichter, von Säulen eingefasster Altar mit der Jahreszahl 1724, darüber ein spätgotisches Kruzifix, das vermutlich früher im Triumphbogen angebracht war. Die bemalte hölzerne Kanzel wurde von einem Tischler aus Oberbobritzsch nach dem Datum im Jahr 1687 geschaffen; weiterhin ist eine schlichte spätgotische Sandsteintaufe vorhanden.
Die Orgel ist ein Werk von Jehmlich Orgelbau Dresden aus dem Jahr 1956 mit acht Registern auf einem Manual und Pedal. Das Instrument wurde im Jahr 2014 aus der Annenkapelle in Freiberg hierher umgesetzt.[1]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 432–433 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Informationen zur Orgel auf der Datenbank Orkasa. Abgerufen am 19. August 2025.
Koordinaten: 50° 49′ 45,8″ N, 13° 33′ 32″ O