St. Lambertus (Kirchtimke)
Die evangelisch-lutherische Kirche St. Lambertus in der niedersächsischen Gemeinde Kirchtimke wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut, der Turm im 19. Jahrhundert. Die Kirche gehört zum Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck im Sprengel Stade in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover.
Das Gebäude und der Kirchhof stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Kirchtimke).
Geschichte und Beschreibung
Kirchtimke wurde erstmals 1148 urkundlich erwähnt und gehört heute zur Samtgemeinde Tarmstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme). Eine erste Kirche wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Der romanische Taufstein (um 1200) und das wertvolle geschnitzte frühgotische Kruzifix (um 1280) stammen aus der Zeit.[1] Kirchlich gehörte Kirchtimke bis zur Reformation im 16. Jahrhundert zum katholischen Bistum Verden und dann zum säkularisierten evangelischen Erzstift Verden. Der Grundriss der mittelalterlichen Kirche, deren genaue Bauzeit nicht bekannt ist, wurde 1739 zur Zeit ihres Abrisses dargestellt. Bis um 1900 betrieben die Pfarrer noch Landwirtschaft und der Pfarrhof zählte zu den vier großen Höfen des Dorfes.[2]
Gebäude: Die rechteckige vierachsige Saalkirche mit Satteldach und östlichem Walm wurde 1739/40 in der Zeit des Barocks gebaut, nachdem die alte Kirche für das größer gewordene Kirchspiel zu klein geworden war. Strebepfeiler stützen die Außenwände. Die rundbogigen Fenster haben Mittelstützen, nach Norden zwei korbbogige Eingänge und nach Süden ein vermauerter Eingang. 1778 wurde die Sakristei vor der Ostwand und 1925 ein Heizungsraum vor der Südwand angebaut (inzwischen beide abgebrochen).
Innen: Im Inneren ist die Decke als flaches Tonnengewölbe aus Brettern ausgebildet. Eine neuere zweistufige Westempore ersetzte die frühere Ost- und die Seitenemporen. 1981 erfolgte eine Neuausmalung. Der wohl älteste Ausstattungsgegenstand in der Kirche ist ein Taufbecken aus dem Beginn des 13. Jahrhunderts. Der Fuß des Taufbeckens besteht aus einem Säulenstumpf mit vier Rundpfeilern, der Beckenrand ist mit einem Fries verziert. Weiter befindet sich in der Kirche ein mittelalterliches Kruzifix von 1290 im frühgotischen Stil.
Turm: 1884 wurde der Kirchturm neu errichtet und der mittelalterliche Rundsteinturm abgebrochen. Der viergeschossige Westturm hat einen zweigeschossigen quadratischen verklinkerten Sockel mit abgeschrägten Ecken und dem Portal mit seitlichen Säulen, einen mit Schieferplatten verkleideten Mittelteil mit den Uhren und den acht Schallöffnungen für die Glocken und einen Knickhelm mit einer achteckigen Helmspitze und einer Kugel als Abschluss.[3]
Kirchhof: Die Grünfläche des Kirchhofes zeigt zahlreiche Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts und einen alten Baumbestand (Pfarrgarten).
Name: Bei der Kirchrenovierung 1962 fanden sich Reliquien im alten Kruzifix, in Stoff gewickelt und beschriftet mit den Namen der Heiligen Lambertus und Pankratius, dazu Sand aus dem Heiligen Land. Seit 1962 trägt die Kirche deshalb den Beinamen. Lambert von Lüttich (635–705) war ein Bischof von Tongern bei Maastricht und ein Märtyrer.
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… Zeugnis- und Schauwert für die Bau- und Kunstgeschichte und auch aufgrund ihrer durch die erhaltene bauzeitliche Ausstattung manifestierten künstlerischen und der städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Ortsbild ….“
Kirchengemeinde
Das Kirchspiel umfasst die drei Timke-Dörfer sowie die Ortschaften und Wohnplätze Breddorf, Hepstedt, Schierck, Schnackenmühlen, Ummel, Wentel, Wiste und Heme sowie seit 1977 Steinfeld. Es ist flächenmäßig eine der größten Gemeinden im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Die Kirchengemeinde hat rund 2500 Gemeindeglieder (2024). Im Gemeindehaus mit Café treffen sich Eltern-Kind-Gruppen, Frauenkreise, Gruppen der Kinder- und Jugendarbeit, Männerfrühstücksgruppe sowie Musikgruppen wie Chor, Posaunenchor und Flötenkreis. 1957 richtete die KG eine Gemeindeschwesternstation ein die später aufgegangen ist in der Diakonie Sozialstation Tarmstedt.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Johannes Sommer: Der Kruzifixus von Kirchtimke. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte. Bd. 2, 1962, S. 101–122.
- ↑ Kirchengemeinelexikon: Kirchtimke - Orts- und Kirchengeschichte.
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Koordinaten: 53° 9′ 48,2″ N, 9° 28′ 6,1″ O