St. Lamberti (Weferlingen)
Die evangelische Kirche St. Lamberti ist eine barocke Hallenkirche im Ortsteil Weferlingen von Oebisfelde-Weferlingen im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Weferlingen im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die schmucklose dreischiffige Pfeilerhalle mit polygonaler Ostapsis und Westturm wurde in den Jahren 1713–20 anstelle eines Vorgängerbauwerks errichtet. Das Schiff wird von hohen Stichbogenfenstern erhellt. Eine Renovierung wurde im Jahr 1885 durchgeführt. Bei der jüngsten Instandsetzung im Jahr 1998 wurde das vermauerte Apsisfenster wieder geöffnet und das Innere farblich völlig neugestaltet.
Ausstattung
Das weiträumige Innere wird von einer Flachdecke und einer zwischen die hölzernen Arkaden eingehängten Hufeisenempore aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestimmt, die im Westen zweigeschossig mit jeweils vorkragender Brüstung gestaltet ist. In den polygonalen Ostschluss wurde im Jahr 1885 eine halbkreisförmige Apsis mit seitlichen Nebenräumen eingebaut. Gleichzeitig wurden die vom ortsansässigen Tischler Beyer geschaffene Mensa und die Kanzel von dem Bildhauer Kennzoch aus Wernigerode in romanisierenden Formen gestaltet.
Die Orgel mit einem Prospekt im Rundbogenstil ist ein Werk von August Troch aus den Jahren 1857–59 mit 27 Registern auf zwei Manualen und Pedal.
Farbige Glasfenster von 1885 zeigen eine Darstellung des triumphierenden Christus. An der Nordwand finden sich vier Grabsteine, darunter ein stark verwitterter Ritzgrabstein mit drei Wappen und gotischer Umschrift vom Anfang des 15. Jahrhunderts. Zwei Figurengrabsteine der Renaissance für Mitglieder der Familie von Marenholt sind jeweils mit Ahnenprobe versehen; der eine für einen Ritter mit seinen beiden verstorbenen Frauen († 1536 ?), der andere für Cordt Marenholt († 1569). Ein barocker Figurengrabstein wurde für Pfarrer Johannes Beneken im 17. Jahrhundert gesetzt.
Im Turmerdgeschoss befindet sich seit 2012 eine Dauerausstellung mit Werken des Künstlers Max Peiffer-Watenpfuhl.[1] Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 84326 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[2]
Südlich am Schiff befindet sich die aufwändige Grabkapelle für Markgraf Fürst Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth aus den Jahren 1766–68, die offensichtlich in absichtsvollem Rückgriff auf hochbarocke Architekturdarstellungen errichtet wurde. Der architektonisch reich gestaltete Werksteinbau ist plastisch belebt durch vorgestellte Säulen und Reliefs aus Rankenwerk und kriegerischen Emblemen. Die Südseite ist bekrönt mit dem brandenburgischen Wappen und der Allegorie des Todes, flankiert von Vasen als Eckaufsätzen. Vor dem Eingang ist ein reich ornamentiertes schmiedeeisernes Gitter angebracht. Südlich davor befindet sich eine Bronzebüste von Friedrich Christian aus dem Jahr 1902.
Umgebung
Unmittelbar davor befindet sich die Superintendentur (Kirchplatz 3), ein Fachwerkhaus im Kern von 1634, das im Jahr 1720 hochbarock überformt und mit leicht vorkragendem Oberstock, Andreas- und Rautenkreuzen sowie Wilder-Mann- und Halber-Mann-Figuren und Fußstreben als Zickzackband gestaltet ist.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 976–977 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Website des Pfarrbereichs Weferlingen.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 1. Dezember 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 408).
Koordinaten: 52° 18′ 54,5″ N, 11° 3′ 23,2″ O