St. Josef (Castrop-Rauxel)
| St. Josef | |
|---|---|
St. Josef, Südseite | |
| Daten | |
| Ort | Castrop-Rauxel, Nordrhein-Westfalen |
| Baumeister | Carl Moritz |
| Baujahr | 1912–1914 |
| Koordinaten | 51° 35′ 15,2″ N, 7° 18′ 29,8″ O |
| Besonderheiten | |
| Stahl-Fachwerk | |
Die römisch-katholische Kirche St. Josef in Castrop-Rauxel, im Stadtteil Habinghorst, ist die Pfarr- und Gemeindekirche der Kath. Pfarrei Corpus-Christi des Dekanates Emschertal im Erzbistum Paderborn.
Baugeschichte
Das dünn besiedelte Gebiet in Habinghorst erlebte wie viele Orte im Ruhrgebiet durch den sich nach Norden ausdehnenden Bergbau im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen rasanten Bevölkerungszuwachs. Obwohl Habinghorst zum Amt Castrop gehörte, feierten die katholischen Bewohner ihre Gottesdienste in der Pfarrei St. Lambertus in Henrichenburg im Vest Recklinghausen. Erst als der Ort sich zu einer aufstrebenden Industriegemeinde entwickelte, kam es zur Lösung dieser kirchlichen Bindung. 1905 wurde das Pfarr-Rektorat St. Joseph in Habinghorst gegründet. Das Kirchengebäude selbst wurde seit dieser Zeit geplant. Der erste Spatenstich erfolgte am 23. April 1912, die feierliche Grundsteinlegung am 13. Oktober 1912 und der erste Gottesdienst wurde am 1. Mai 1913 gefeiert. 1914 wurde das Gebäude feierlich konsekriert. Der Entwurf stammt von dem Kölner Architekten Carl Moritz. 1962 und 1975 wurde die Kirche umfassend renoviert.
Vor der Kirche befindet sich der Sakramentenbrunnen von Paul Reding.
Ausstattung
- Im rechten Seitenschiff befindet sich eine barocke Kreuzigungsgruppe.
- Die Farbverglasungen schuf 1972 der Künstler Paul Reding (Castrop-Rauxel). Sie zeigen den Sonnengesang des Hl. Franziskus sowie den Gesang der Jünglinge im Feuerofen.
- Die Orgel im zweigeteilten Gehäuse auf der Empore im rückwärtigen Teil der Kirche wurde 1986 von der Manufaktur Westfälischer Orgelbau S. Sauer gebaut. Sie ersetzte ein einmanualiges Instrument von Orgelbau Fleiter. Sie verfügt über 30 Register auf drei Manualen und Pedal.
Glocken
Die Kirche erhielt 1921 ein vierstimmiges Stahlgeläut, gegossen vom Bochumer Verein, das 1996 stillgelegt und entfernt wurde. Die kleinste Glocke dieses Geläuts blieb als „Denkmal“ im Windfang der Kirche stehen.1996 lieferte die Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher fünf Glocken aus Bronze, eine sechste der gleichen Gießerei folgte 1997. Die Glocken bilden zusammen ein Idealsextett. Auf den Glocken befinden sich von Paul Reding gestaltete Bildnisse ihrer Namenspatrone.
| Glocke | Name | Gussjahr | Durchmesser | Gewicht | Schlagton | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Jesus Christus | 1996 | 1640 mm | 2436 kg | h° | Ich bin die Auferstehung und das Leben. Im Jahr des Papstbesuches 1996 |
| 2 | Josef | 1996 | 1340 mm | 1570 kg | d′ | Bleibe treu bis in den Tod. |
| 3 | Barbara | 1997 | 1240 mm | 1200 kg | e′ | Wer das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. |
| 4 | Maria | 1996 | 1190 mm | 908 kg | fis′ | Meine Seele preiset den Herrn. |
| 5 | Ludger | 1996 | 920 mm | 520 kg | a′ | Ihr sollt meine Zeugen sein. |
| 6 | Liborius | 1996 | 810 mm | 352 kg | h′ | Laßt eure Priester am Altar nicht allein! |
Glocke 1 schlägt jeweils die volle Stundenzahl. Sie dient auch als Wandlungsglocke. Glocke 2 dient als Totenglocke. Die Angelusglocke ist Glocke 4. Die Glocken 4 und 5 erklingen im Doppelschlag zu jeder Viertelstunde.
Pastoralverbund Castrop-Rauxel Nord
Zum 1. Februar 2003 wurden die vier kath. Kirchengemeinden St. Barbara und St. Antonius, Ickern, St. Josef, Habinghorst und Herz Jesu, Rauxel in den Pastoralverbund Castrop-Rauxel Nord eingegliedert. Alle vier Gemeinden blieben rechtlich eigenständig. Nur Seelsorge und Pastoral wurden enger miteinander verbunden. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit ist z. B. die gemeinsame Prozession am Fest Fronleichnam. Außerdem wurde im Pastoralverbundsrat und weiteren Gremien auf Dekanats- und Bistumsebene der Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Gesamtpfarrei im Jahr 2015 vorbereitet. Dieser Prozess nannte sich "Effata – Öffne Dich!".
Kath. Pfarrei Corpus Christi
Zum 1. Januar 2015 wurden die vier Kirchengemeinden des Pastoralverbundes Castrop-Rauxel Nord aufgehoben und in der neuen Pfarrei Corpus Christi zusammengefasst. Zugleich erlosch der Pastoralverbund Castrop-Rauxel Nord. Die neu gegründete Pfarrei ist die erste Gesamtpfarrei im Dekanat Emschertal. Aus der Pfarrgemeinde St. Josef wurde, wie die anderen drei Gemeinden auch, eine Teilgemeinde der Gesamtpfarrei.
Unter Beibehaltung ihres Kirchentitels wurde die St. Josef-Kirche zur Pfarrkirche der Pfarrei Corpus Christi bestimmt. Gleichzeitig ist sie Gemeindekirche für die St. Josef-Gemeinde in Habinghorst. Die anderen drei Kirchen sind zu Filialkirchen der Pfarrei geworden.
Mit der Gründung der Pfarrei gibt es für alle vier Gemeinden nur noch einen gemeinsamen Pfarrgemeinderat, einen Kirchenvorstand und in jeder Gemeinde jeweils einen Gemeinde-Ausschuss vor Ort, der das Leben im Seelsorgebereich aufrechterhalten, fördern und gestalten soll.
Geistliche (Auswahl)
- Pfarrer Heinrich Jörgens (1869–1933).
- Pfarrer Heinrich Bredenbröker (* 1932, † 1. Mai 2010 in Lippstadt-Bad Waldliesborn) Priesterweihe 1959.
- aktuell: Pfarrer Zbigniew Szarata
Weblinks
- St, Josef Habinghorst auf der Website der kath. Pfarrei Corpus Christi