St. Johannes Baptist (Königsbach an der Weinstraße)

St. Johannes Baptist

Turm und Schiff aus südlicher Richtung

Daten
Ort Königsbach an der Weinstraße
Architekt Johann Georg Stahl
Baustil Spätgotik (Turm),
Spätbarock (Schiff)
Baujahr spätes 15. Jahrhundert (Turm)
1753–1754 (Schiff)
Koordinaten 49° 23′ 13,3″ N, 8° 9′ 23,2″ O

St. Johannes Baptist ist eine römisch-katholische Kirche in Königsbach an der Weinstraße – seit 1969 Ortsbezirk von Neustadt an der Weinstraße – und ist dessen einziges Gotteshaus. Sie ist Johannes dem Täufer gewidmet und steht unter Denkmalschutz.

Lage

Die Kirche steht mit der Hausnummer 50 auf der Westseite eines als Sackgasse angelegten Seitenarmes des Hirschhornring am westlichen Siedlungsrand des Stadtteils Königsbach an der Weinstraße. Unmittelbar westlich beginnt der Pfälzerwald mit dem Stabenberg.

Geschichte und Architektur

Das Schiff von St. Johannes Baptist ist ein spätbarocker Saalbau mit aufwendiger Giebelfassade, der in den Jahren 1753 bis 1754 errichtet wurde; Architekt war Hofbaumeister Johann Georg Stahl. Im Giebel befindet sich in einer Muschelnische eine Statue der Mutter Gottes. Die Kirche ist nach Norden ausgerichtet und enthält Rundbogenfenster. Im Süden steht an der Westseite das von Süden aus giebelständige Langhauses der spätgotische Turm aus dem späten 15. Jahrhundert, der 1903 erhöht wurde. Seither enthält er vier Geschosse.[1]

Der dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstehende Priester Jakob Martin hielt von 1930 bis zu seinem Tod 1938 in der Kirche die Gottesdienste; ihm ist eine Gedenktafel an der Außenwand gewidmet.

Bis Ende 2015 war sie Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei St. Johannes. Seit 2016 ist sie eine Filiale der in der Neustadter Kernstadt ansässigen Pfarrei Hl. Theresia von Avila.[2]

Ausstattung

Die Ausstattung ist ebenfalls denkmalgeschützt. Zu ihr gehört das gotische Altarbild Kalvarienberg aus dem 15. Jahrhundert. Es zeigt Jesus am Kreuz, dem Longinus in die Seite sticht, (Joh 19,34 ) und neben ihm die Kreuze mit den beiden Schächern, die zusammen mit Jesus gekreuzigt wurden. Vor den Kreuzen sind römische Soldaten dargestellt sowie weiteres Volk und Frauen, die um Jesus trauern. Auf den Flügeln des Altars befinden sich Bilder aus dem Leben Johannes des Täufers, des Schutzheiligen der Kirche. Eins der Bilder zeigt die Szene, als Johannes geboren worden war und sein stumm gewordener Vater Zacharias ein Täfelchen verlangt hatte, auf das er schrieb: „Johannes ist sein Name.“ (Lk 1,57–66 )[3]

Die weitere Inneneinrichtung stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist wie das Kirchenschiff im Stil des Barock gehalten.[4] Dazu gehören die Kanzel und ein Beichtstuhl.

1780 erhielt die Kirche eine von Johann Ignaz Seuffert erbaute Orgel, die nicht erhalten ist. Die gegenwärtige Orgel erhielt die Kirche im Jahr 2001; sie stammt von Gerhard Kuhn Orgelbau.[5] Im Turm befinden sich sechs Glocken, fünf Eisenhartgussglocken und eine Glocke aus Bronze; es ist eines der größten Eisenhartgussgeläute innerhalb der Pfalz.[6]

Literatur

  • Michael Huyer (Bearbeiter): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 19.2: Stadt Neustadt an der Weinstraße. Ortsbezirke Diedesfeld, Duttweiler, Geinsheim, Gimmeldingen, Haardt, Hambach, Königsbach, Lachen-Speyerdorf, Mußbach. Werner, Worms 2008. ISBN 3-88462-265-X
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße. (PDF; 4,79 MB). Mainz 2023.
Commons: St. Johannes (Königsbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirche St. Johannes. In: holidaycheck.de. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.
  2. künftige Struktur Bistum Speyer (Memento vom 10. April 2020 im Internet Archive)
  3. Gemeindeausschuss Königsbach. In: pfarrei-nw-hl-theresia-von-avila.de. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.
  4. St. Johannes Königsbach. In: pfarrei-nw-hl-theresia-von-avila.de. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.
  5. Neustadt (Weinstraße)/Königsbach, St. Johannes. In: /organindex.de. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.
  6. Neustadt (Weinstraße)-Königsbach, St. Johannes Teilgeläut (Sonntagsmotiv). In: youtube.com. 16. November 2024, abgerufen am 16. November 2025.