St. Jakobus (Steinbach)

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Jakobus steht in Steinbach, einem Ortsteil der kreisfreien Stadt Baden-Baden in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Baden-Baden im Erzbistum Freiburg.

Geschichte

Eine erste Kirche in Steinbach wird für die Zeit von 750 vermutet. Erstmals urkundlich erwähnt wird eine steinerne Kirche im Jahr 1070. Von dieser romanischen Kirche ist ein Tympanon erhalten. 1460 folgte der Bau einer gotischen Kirche, die 1698 von französischen Truppen schwer beschädigt wurde. Beim Wiederaufbau 1700 wurde das Gebäude barock umgestaltet. Weil diese Kirche für die zahlreichen Katholiken zu klein geworden war, folgte 1907 ein Neubau im neugotischen Stil nach Plänen des Architekten Johannes Schroth vom Erzbischöflichen Bauamt Karlsruhe, wobei der immer noch vorhandene gotische Chor einbezogen wurde.

In den 1970er Jahren wurde die Kirche im Innern gründlich renoviert. Hierbei wurde dem puristischen Zeitgeschmack entsprechend die neugotische Inneneinrichtung beseitigt.

Beschreibung

Die dem heiligen Jakobus geweihte Kirche besteht aus einem fünfjochigen Langhaus mit einem erhöhten Mittelschiff und zwei Seitenschiffen von 26 Metern Länge und 18,5 Metern Breite. Im Osten schließt sich ein dreiseitig geschlossener, von Strebepfeilern gestützter Chor an, und im Westen steht der Fassadenturm mittig in der Fassade.

Turm und Glocken

Der 62 Meter hohe Kirchturm ist im Gegensatz zum weiß verputzten Kirchengebäude in rotem Sandstein ausgeführt. Am oberen Ende der Klangarkaden befinden sich auf allen vier Seiten Zifferblätter der Turmuhr. Darauf sitzt ein achtseitiger, spitzer Helm. Im Glockengeschoss hängt ein sechsstimmiges Geläut der Glockengießerei Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, aus dem Jahr 1966. Im Jahr 2019 wurde die gesamte Läuteanlage, zu der ein stählerner Glockenstuhl gehört, saniert[1]; Namen: [2]

Glocke Name Durchmesser Gewicht Schlagton
1 Christ-König 1518 mm 2418 kg c′±0
2 Hl. Maria 1307 mm 1524 kg es′+2
3 Hl. Jakobus 1166 mm 1080 kg f′±0
4 Hl. Johannes 1030 mm 0728 kg g′±0
5 Hl. Michael 0915 mm 0523 kg b′+2
6 Hl. Josef 0823 mm 0387 kg c″±0

Orgel

Zur Kirchenausstattung gehört auch eine Orgel. Zunächst wurde 1859 noch für die alte Kirche ein Instrument von Georg Friedrich Voit gebaut. 1907 wurde es für die neue Kirche von der Werkstatt Orgelbau Bader aus Hardheim umgebaut. Seit 1953 gab es Überlegungen zum Bau einer neuen Orgel. 1955 entschloss man sich aber für einen Umbau und eine Vergrößerung der bestehenden Orgel auf drei Manuale. Ausführende Werkstatt war Gebr. Späth Orgelbau. Nach der Innenrenovation in den 1970er Jahren wurde deutlich, dass die Orgel den Raum nicht mehr recht füllen konnte. Auch Arbeiten an der Orgel durch die Werkstatt Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth konnten nicht verhindern, dass das Instrument zunehmend mangelhafter wahrgenommen wurde. Daher wurde 2006 eine gebrauchte Orgel der Manufaktur Johannes Klais Orgelbau von 1974/75 aus der profanierten Kirche St. Martin in Essen-Rüttenscheid erworben. Die Umsetzung auf die Empore von St. Jakobus und Ergänzungen besorgte die Mönch Orgelbau aus Überlingen am Bodensee. Diese Orgel verfügt über einen Umfang von 20 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[3]

Literatur

Commons: St. Jakobus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Glockeninspektion Erzbistum Freiburg: Kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Baden-Baden-Steinbach
  2. Glockendatenbank createsoundscape.de: Kath. Pfarrkirche St. Jakobus in Baden-Baden-Steinbach
  3. Orgelverzeichnis Schmidt: Orgel Baden-Baden/Steinbach, St. Jakobus: hier auch zahlreiche Abbildungen von Kirche und Orgel

Koordinaten: 48° 43′ 42,5″ N, 8° 9′ 40,5″ O