St. Hubertus (Müschede)

Die katholische Pfarrkirche St. Hubertus ist ein ortsbildprägendes Kirchengebäude in Müschede, einem Ortsteil von Arnsberg im Hochsauerlandkreis (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte und Architektur

Die Initiative zum Bau einer dem Hl. Hubertus geweihten Kirche in Müschede ging 1869 von dem Pfarrer von St. Petri in Hüsten aus, die Finanzierung übernahm die St. Hubertus-Bruderschaft. Die Grundsteinlegung des Neubaus erfolgte am 11. September 1871, die Schlussweihe am Hubertustag, dem 3. November des Jahres 1872. Mit Entwurf und Ausführung wurde der Paderborner Diözesanbaumeister Arnold Güldenpfennig beauftragt, der eine einfache, im Innern kreuzrippengewölbte Saalkirche in neugotischen Bauformen schuf. Den von einer Kreuzigungsgruppe bekrönten Altar stiftete Franz Egon von Fürstenberg-Herdringen. Die Fenster der Kapelle enthielten Farbverglasungen mit Heiligendarstellungen, im Rundfenster über dem Altar des Titelheiligen. Die Kirche erhielt 1897 einen eigenen Pfarrvikar, zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Beim Neubau der Pfarrkirche wurde die bisherige Kapelle profaniert und schließlich 1964 abgebrochen.

Im Jahre 1932 entstand nach Plänen des Architekten Heinrich Verfuß aus Hüsten auf dem benachbarten Grundstück ein Kirchenneubau in den Bauformen des „Abstrakten Historismus“ als Saalkirche mit anschließendem achtseitigen Chorturm, der auch die Apsis enthält. Das Aussehen wird durch die als Baumaterial verwendeten buckligen Quader aus Naturstein bestimmt. Die Seitenwände des länglichen Kirchenschiffes sind durch geböschte Strebepfeiler und einfache Bogenfenster gegliedert.

Der Innenraum ist auf die Altarstelle im Turm ausgerichtet. Das Kirchenschiff wirkt als großer Raum, in den ein hohes Leichtgewölbe mit Kreuzgraten eingezogen wurde. Die Wölbung ist durch Stichkappen und Konsolen über den Fenstern, mit den Wänden verbunden. Der stark eingezogene Chor ist sterngewölbt, durch das gelblich getönte Licht, das aus den seitlichen Fenstern einfällt, wirkt er wie eine eigenständige Raumeinheit. Der neue Altar und der Ambo wurden vor dem Chorbogen aufgestellt. Die Fensterrose und die Glasbilder unter der rückseitigen Empore wurden nach Entwürfen von Wilhelm Rengshausen, Lünen, gestaltet.

Ausstattung

Um 1960 erhielt die Hubertuskirche ihre jetzige figürliche Farbverglasung von Wilhelm Rengshausen (Lünen). Die beiden Fenster seitlich des Haupteingangs stellen Szenen aus dem Marienleben sowie Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dar, das Fenster unter der Orgelempore zeigt Christus am Kreuz, begleitet von Engeln mit Schwert und Waage, die Fensterrose auf der Orgelempore eine ornamentale Komposition.

Die mit Schleifladen ausgestattete Orgel aus dem Jahr 1963 schufen die Gebrüder Stockmann in Werl. Das Werk besitzt 19 Register, verteilt auf zwei Manuale.[1]

Literatur

  • Heinrich Otten: Der Kirchenbau im Erzbistum Paderborn 1930 bis 1975. Bonifatius Verlag, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89710-403-7
Commons: St. Hubertus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 75 Jahre Orgelbau Gebrüder Stockmann Werl/Westfalen (1889–1964). Dietrich-Coelde-Verlag, Werl 1964. S. 78.

Koordinaten: 51° 24′ 13,4″ N, 8° 0′ 1,5″ O