St. Hedwig (Norderstedt)
Sankt Hedwig ist die einzige römisch-katholische Kirche in Norderstedt. Sie liegt im Stadtteil Friedrichsgabe. Patronin ist die heilige Hedwig, Herzogin von Schlesien.
St. Hedwig war von 1969 bis 2014 Pfarrkirche der gleichnamigen Pfarrei. Zum Pfarrgebiet gehörten zuletzt die Norderstedter Gebiete Friedrichsgabe und das nördliche Harksheide sowie das Gebiet der Kommune Henstedt-Ulzburg. Heute gehört die Kirche zur Pfarrei St. Katharina von Siena.
Geschichte
Als 1935 die Kirche Hl. Familie in Hamburg-Langenhorn gebaut wurde, wurden von dort aus monatliche Gottesdienste im damals noch selbständigen Harksheide betreut. Nach Kriegsende stieg die Zahl der Katholiken am Hamburger Stadtrand stark an, und so wurde zuerst 1948 in Hamburg-Ochsenzoll die Kirche St. Annen gebaut, die aber bis 1962 zur Pfarrei Hl. Familie gehörte. Da die Katholikenzahl weiter wuchs, begannen 1966 die Planungen für eine neue Kirche in Friedrichsgabe. Am 15. November 1969 wurde die Kirche durch Weihbischof Johannes von Rudloff geweiht.[1] Gleichzeitig mit der Kirche wurden das bungalowartige Pfarrhaus und ein Gemeindehaus errichtet.
Architektur
Die Planungen für die Kirche begannen ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Architektur setzt die Kerngedanken der Liturgiereform um, insbesondere den unschreitbaren Zelebrationsaltar und die halbkreisförmig auf den Altar hingeordneten Bänke. Architekten der Kirche waren Gerhard N. Kamps und Peter Heinelt, beide aus Hamburg. Die Kirche ist nach Ostsüdost ausgerichtet. Der Grundriss des Gottesdienstraums ist querrechteckig. Die Wände sind in Backsteinbauweise gemauert, die Fenster bilden eine doppelte Keilform, direkt darüber liegt das zeltartig gefaltete Dach auf. Die Kirchenbänke sind in fünf Quadranten angeordnet, die auf den freistehenden Altar ausgerichtet sind. Der Altarraum ist lediglich um eine Stufe erhöht. Mit Ausnahme des Altarraums ist die Kirche inklusive der Nebenräume stufenfrei betretbar. Links und rechts vom Eingangsbereich sind Werktagskapelle und Sakristei angeordnet.
Ausstattung
Der Altar wurde von Karl Goris aus Hamburg entworfen und von der Firma Dankert Naturstein ausgeführt. Er ist mit grauen Muschelkalkplatten verkleidet, es sind Reliquien der heiligen Laurentius und Irenäus beigesetzt. Der Ambo und die Tabernakelstele sind ebenfalls aus Muschelkalk, darauf Metallaufsätze von Karl Goris. Er schuf auch das Altarkreuz an der Rückwand aus Kupferplatten, die mit Silberlot farblich gestaltet sind.[2]
Der vierzehn Stationen des Kreuzwegs an der nördlichen Seitenwand bestehen aus Schiefer und sind ein Spätwerk des Oelder Bildhauers Heinrich Lückenkötter von 1982.[3] Ein großes Flachrelief aus Aluminium, das Maria mit dem Jesuskind zeigt, gestaltete Manfred Willers aus Borghorst 1980. Eine Pietà aus weiß gekalktem Holz gestaltete 1975 Albert Christoph Reck. Sie stand ursprünglich in der Werktagskapelle und hat nun ihren Platz neben der Orgel an der südlichen Seitenwand gefunden.[4]
Die Fenster von 1985 entwarf Franz Dewald aus Karlsruhe. Das Fenster über dem Eingangsportal im Westen stehen unter dem Leitwort Die alte Welt vergeht.[5] Es sind Kühltürme eines Kraftwerks zu sehen und ein Hahn, sieben Engel rufen mit Posaunen zu Umkehr und Gericht. Das Fenster über dem Altar im Osten weist auf das Neue Jerusalem: Ein Baum, in dem die Vögel nisten, ist neben vielen blühenden und Früchte tragenden Bäumen zu sehen, mittig Häuser, Türme und Tore. Das Fenster der Nordseite zeigt das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, das vom Hörer des Wortes eine Entscheidung fordert.[6] Das Fenster der Südseite ist Sämann und Weinberg gewidmet und spielt dabei auf mehrere biblische Gleichnisse an: Es sind zwei Sämänner zu sehen, aber auch Dornen, Unkraut und Vögel, die die Aussaat gefährden. Daneben legen zwei Personen einen Weinberg an.
Orgel
Die Orgel wurde am 8. Dezember 1973 eingeweiht, sie ist von Alfred Führer, Wilhelmshaven, erbaut.[7] Das Instrument ist auf einem erhöhten Podest hinten rechts in der Kirche aufgestellt.
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Informationen zur Kirche St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
- ↑ Informationen zur Kirche St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
- ↑ Erlöst. Die Kreuzwege unserer drei Kirchen betrachten, deuten und beten, Hg. Katholische Pfarrei Sankt Katharina von Siena, Hamburg 2021, S. 3
- ↑ Informationen zur Kirche St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
- ↑ Kirchenfenster in St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
- ↑ Kirchenfenster in St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
- ↑ Informationen zur Kirche St. Hedwig, Hg. Pfarrei St. Hedwig, Norderstedt o. J.
Koordinaten: 53° 42′ 48,6″ N, 9° 59′ 26,3″ O