St. Georgen am Reith
St. Georgen am Reith
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|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Land: | Niederösterreich | |
| Politischer Bezirk: | Amstetten | |
| Kfz-Kennzeichen: | AM | |
| Fläche: | 40,08 km² | |
| Koordinaten: | 47° 50′ N, 14° 53′ O | |
| Höhe: | 500 m ü. A. | |
| Einwohner: | 529 (1. Jän. 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 13 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 3344 | |
| Vorwahl: | 07484 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 05 26 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Dorf 58 3344 St. Georgen am Reith | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Josef Pöchhacker (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2025) (15 Mitglieder) |
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| Lage von St. Georgen am Reith im Bezirk Amstetten | ||
| Panorama von St. Georgen am Reith Richtung Ortsteil Kogelsbach | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
St. Georgen am Reith[1] (auch Sankt Georgen am Reith) ist eine österreichische Gemeinde mit 529 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Amstetten in Niederösterreich.
Geografie
St. Georgen am Reith ist die einwohnermäßig kleinste Gemeinde im Bezirk Amstetten. Charakteristisch für die Naturlandschaft sind die vielen Wälder, die 78 % der Fläche betragen. Der Hauptort liegt auf rund 500 m Seehöhe. Die Ortschaft ist in die Katastralgemeinden Hochau, Kogelsbach, Königsbergau und St. Georgen am Reith unterteilt. Der Friesling (1339 m), das Alpl (1405 m), der Königsberg (1452 m) und das Ahorneck (1026 m) umgeben das Gemeindegebiet und sind für viele Wanderer nicht nur im Herbst aufgrund der vielen klaren Sonnentage ein beliebtes Ausflugsziel. St. Georgen am Reith liegt in den Ybbstaler Alpen im Oberen Ybbstal. Durch das Gemeindegebiet führt die B31, diese stellt die Verbindung nach Göstling an der Ybbs und Hollenstein an der Ybbs dar. Aus den Nachbargemeinden Opponitz und Ybbsitz gelangt man auch über die Krippstraße (L98) nach St. Georgen am Reith. Neben dem Ybbsfluss verläuft auch der Ybbstalradweg durch das Gemeindegebiet, der für viele Radbegeisterte einen hohen landschaftlichen Anreiz bietet. Die Rohrbrücke, auch umgangssprachlich „Dükerbrücke“ genannt, mit einer Spannweite von rund 40 m, die markant in der Mitte des Gemeindegebietes über dem Ybbsfluss vor rund 100 Jahren erbaut wurde, ist Teil der Leitung, die das aufgestaute Wasser von der Wehranlage in Göstling an der Ybbs zum Kraftwerk Opponitz zuerst durch den Königsbergstollen und danach durch den Frieslingstollen transportiert. Diese stellt auch in der Nacht durch die Beleuchtung einen Orientierungspunkt dar und für viele ist dieses seltene Bauwerk ein Wahrzeichen für die Gemeinde.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde St. Georgen am Reith besteht aus den vier Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (in Klammern Fläche Stand 31. Dezember 2023[2], Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):
- Hochau (438,28 ha, 56 Ew.) samt Steg
- Kogelsbach (1.230,61 ha, 176 Ew.) samt Meisserleithen
- Königsbergau (898,42 ha, 75 Ew.) samt Moosau
- St. Georgen am Reith (1.440,79 ha, 222 Ew.) samt Bach
Nachbargemeinden
| Opponitz | Ybbsitz | |
| Lunz am See (Bez. Scheibbs) | ||
| Hollenstein an der Ybbs | Göstling an der Ybbs (Bez. Scheibbs) |
Geschichte
Die Benennung der Gemeinde St. Georgen am Reith wird 1185 in der Schenkungsurkunde des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg, mit der er die Burg Gleiss und die dazugehörigen Besitzungen an das Hochstift Passau übergab, erstmals urkundlich genannt. Der Name leitet sich vom heiligen Ritter Georg ab. Der Zusatz „am Reith“ kommt entweder von reuten, das bedeutet roden, oder von Reit, der Bezeichnung für eine Krümmung. Mit dieser Reit können entweder die vielen Krümmungen des Ybbslaufes im Gemeindegebiet gemeint sein, wahrscheinlicher aber die Biegung der Straße hinauf zur Kirche. War dieser Weg doch auch schon in früheren Zeiten eine wichtige Verkehrsverbindung hinaus ins Flachland. Die gesamte Region war seit dem Mittelalter vom Erzabbau am Erzberg, nicht weit von uns entfernt, geprägt. So war auch der Tavernenwirt unweit der Kirche (ehemaliges Blindenheim) ein wichtiger Unterkunftgeber für die Pferdefuhrwerke, die das Erz und alle anderen Waren in den Norden transportierten. Die Eisenverarbeitung prägte damals auch maßgebend die Gemeinde mit einigen „Hämmern“. Ebenfalls aus Urkunden geht hervor, dass es im Jahre 1267 schon ein „Betkirchlein“ in der Gemeinde gegeben hat. 1530 wurde die jetzige spätgotische Kirche gebaut. Seelsorgerisch wurde St. Georgen am Reith anfänglich von Opponitz aus betreut, erst 1717 wurden wir eine eigenständige Pfarre. 1689 wurde das Mesnerhaus, das heutige Volksschul- und Kindergartengebäude, erbaut. Angemerkt sei dazu, dass damals der Mesner auch Schulmeister war, da die Kirche die Bildung bis zur staatlichen Obhutnahme der Schulpflicht durch Maria Theresia organisierte. Bereits 1324 wurden im „Urbar“ (Besitz- und Einkünfte-verzeichnis) von Passau viele Bauerngehöfte der Gemeinde mit den jetzt noch existierenden „Hofnamen“ angeführt. Darunter Pramowe (Bromau), Guttenfurtte, Under der Ainode (Einöd), In Plovmenowe (Blamau). Eine der Grenzen des Gemeindegebietes stellte über 700 Jahre der Ybbsfluss dar. So war bis 1. Oktober 1940 die jetzige Katastralgemeinde Hochau Gemeindegebiet von Göstling an der Ybbs und Königsbergau Gemeindegebiet von Hollenstein an der Ybbs. Mit der Änderung wurden Häuser aus der Katastralgemeinde Oisberg nach Hollenstein und Teile der neu gegründeten Katastralgemeinde Steinbachmauer nach Göstling an der Ybbs abgegeben, auch zu den anderen Nachbargemeinden Lunz am See und Ybbsitz wurden zum Teil neue Grenzverläufe gezogen.
Einwohnerentwicklung
Die meisten Einwohner hatte St. Georgen mit 1.017 Personen im Jahr 1923. Dies liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass von 1922 bis 1924 der Bau der Rohrleitung (Dükerbrücke) stattfand. Bei der nächsten Zählung im Jahr 1934 waren es nur mehr 676 Einwohner. Bei der Zählung 1971 waren es noch 604 Personen. Seither ist die Einwohnerzahl immer unter 600 Personen gelegen, 2019 waren es 549 Personen.[4]
| St. Georgen am Reith: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 641 | |||
| 1880 | 641 | |||
| 1890 | 628 | |||
| 1900 | 683 | |||
| 1910 | 722 | |||
| 1923 | 1.017 | |||
| 1934 | 676 | |||
| 1939 | 675 | |||
| 1951 | 694 | |||
| 1961 | 634 | |||
| 1971 | 604 | |||
| 1981 | 563 | |||
| 1991 | 573 | |||
| 2001 | 589 | |||
| 2011 | 576 | |||
| 2021 | 539 | |||
| 2024 | 532 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021 | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche St. Georgen am Reith: um 1500 erbaut, gotisch. Der Innenraum ist im spätgotischen Stil gestaltet. Bemerkenswertes Maskenrelief am Turm – vermutlich aus der Keltenzeit.
- Jagdschloss: Ein Jagdschloss liegt am Waldesrand, inmitten eines mehr als 10.000 m² großen Parks. Das Schloss ist in Privatbesitz und war früher ein Hotel.
- Dükerbrücke: Die Rohrbrücke (40 Meter Spannweite; Baubeginn 1922) dient zur Überquerung der Ybbs und leitet das Wasser zum Kraftwerk Opponitz, welches im Besitz der Stadt Wien ist.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Gemeinde wird durch viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe geprägt. Die ortsansässigen Gewerbebetriebe werden von sehr vielen jungen engagierten Unternehmer/-innen geführt, dies sind: eine Bäckerei, ein Tischlereibetrieb, eine Kfz- und Landmaschinenwerkstätte, zwei Gastronomiebetriebe, drei Zimmervermieter und drei Abbaufirmen (Gestein) mit einem Betonmischwerk. Auch einige erfolgreiche Ein-Personen-Unternehmen haben ihren Firmensitz in St. Georgen am Reith. Die allgemeine Erwerbsquote liegt in St. Georgen am Reith laut Statistik Austria bei über 52 %.
Verkehr
- Bahn/Bus: St. Georgen am Reith hatte eine Station an der schmalspurigen Ybbstalbahn der ÖBB. Die Schmalspurbahn wurde aus wirtschaftlichen Gründen 2010 eingestellt und durch Bustransporte ersetzt.
Öffentliche Einrichtungen
In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten[5] und eine Volksschule.[6]
Freizeit und Sport
- Wander- und Radfahrerwege: Wanderer und Radfahrer finden in der näheren und weiteren Umgebung von St. Georgen am Reith ein weitläufiges, gut markiertes Wegenetz in unberührter Landschaft vor. Durch das Gemeindegebiet führt der Ybbstalradweg.
- Angelsport: Auch Angler können in St. Georgen am Reith in der Ybbs die unberührte Naturlandschaft erleben.
- Skisport: Der Riesenlehen Schlepplift ist bei ausreichender Schneelage in Betrieb.[7]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 6 Alternative Liste (ÖVP-nahe), 5 SPÖ und 4 ÖVP.
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ und 6 ÖVP.[8]
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 SPÖ und 6 ÖVP.[9]
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 SPÖ, 7 ÖVP und 1 Grüne.[10]
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ und 7 ÖVP.[11]
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ und 7 ÖVP.[12]
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP und 7 SPÖ.[13] Bei der Gemeinderatswahl 2020 wurde nach 2015 wieder die höchste Wahlbeteiligung Niederösterreichs von 92,5 % (2015 94,9 %) erzielt. Nach 25 Jahren gelang es der Volkspartei das achte Mandat zu erlangen und somit den Bürgermeister zu stellen.
- Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ.[14] Auch 2025 war die Wahlbeteiligung niederösterreichweit mit 90,58 % die siebthöchste.
Bürgermeister
- 1948–1964 Sebastian Haidler (ÖVP)
- 1964–1975 Johann Tazreiter (ÖVP)
- 1975–1987 Johann Hager (ÖVP)
- 1987–1995 Johann Buder (ÖVP)
- 1995–2009 Andreas Rautter (SPÖ)[15]
- 2009–2018 Helmut Schagerl (SPÖ)[15]
- 2018–2020 Birgit Krifter (SPÖ)[15]
- seit 2020 Josef Pöchhacker (ÖVP)[16]
Wappen
Persönlichkeiten
Politische Persönlichkeiten
- Josef Scheicher (1842–1924), Priester und Politiker, Ehrenbürger der Gemeinde, Verleihung am 14. Februar 1904.[17]
- Manfred Wurm (* 1949), Pädagoge und Politiker (SPÖ), Bezirksvorsteher in Wien
- Helmut Schagerl (* 1960), ehemaliger Bürgermeister und Landtagsabgeordneter der SPÖ
Sportliche Persönlichkeiten
- Katharina Huber (* 1995), österreichische Skirennläuferin
Musikalische Persönlichkeiten
- Siegfried Rabl (1949–2023), leitete als Kapellmeister 50 Jahre den Musikverein St. Georgen am Reith
Weblinks
- 30526 – St. Georgen am Reith. Gemeindedaten der Statistik Austria
- Mehr Infos und Bilder über St. Georgen am Reith
Einzelnachweise
- ↑ Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
- ↑ Regionalinformation 31.12.2023.zip, bev.gv.at (1.119 kB, 0003450398_100_Verwaltungseinheiten_KG_2023.csv); abgerufen am 20. Jänner 2025
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ Ein Blick auf die Gemeinde St. Georgen am Reith, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 14. Oktober 2020.
- ↑ Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 3. Oktober 2020.
- ↑ Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 4. September 2020
- ↑ Skilift Riesenlehen in St. Georgen/Reith. Abgerufen am 7. Januar 2026.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 5. Juni 2020.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 5. Juni 2020.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 13. Oktober 2019.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 13. Oktober 2019.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 13. Oktober 2019.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2020 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2020, abgerufen am 5. Juni 2020.
- ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2025 in St. Georgen am Reith. Amt der NÖ Landesregierung, 26. Januar 2025, abgerufen am 2. Februar 2025.
- ↑ a b c NÖN: St. Georgen/Reith: Krifter wird Ortschefin. Artikel vom 5. April 2018, abgerufen am 5. April 2018.
- ↑ Gemeinderat | St. Georgen am Reith. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
- ↑ Prälat Dr. Josef Scheicher – ein großer St. Stefaner. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. 94. Jahrgang, Nr. 13 vom 2. April 2021. Seite 12.