St. Georg (Plötzkau)
Die evangelische Kirche St. Georg ist eine neugotische Saalkirche in Plötzkau im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zur Kirchengemeinde Plötzkau-Großwirschleben im Kirchenkreis Bernburg der Evangelischen Landeskirche Anhalts.
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist ein neugotischer Bruchsteinbau südlich des Schlosses in Plötzkau. In den Neubau wurden Bauteile des Ursprungsbauwerks aus dem 12. Jahrhundert einbezogen, darunter der westliche Teil des Saales mit vermauertem Rechteckportal mit Ecksäulchen und Blattkapitellen in der Südwand sowie das Turmuntergeschoss. Der ortsbildprägende quadratische Turm mit einer hohen Schieferhaube wurde bereits in den Jahren 1864/65 auf den Westquerturm aufgesetzt. Im Jahr 1887 wurde der Neubau des Schiffs nach einem Entwurf des Bernburger Architekten Kohlbrück ausgeführt.
Das Bauwerk ist eine kreuzförmige Anlage mit polygonalem Ostschluss und niedrigen Anbauten in den Chorzwickeln. Das Schiff ist mit Strebepfeilern versehen und im Innern kreuzgratgewölbt. Die Fürstengruft aus dem Jahr 1573 liegt unter dem Ostteil. In den Jahren 1991–93 erfolgte eine Restaurierung des Innern, die Freilegung und Ergänzung der historistischen Wandfassung sowie eine Reinigung und Reparatur der farbigen Glasmalereien.
Ausstattung
Die Innenausstattung mit Kanzel, Altar und Orgel stammt einheitlich aus dem Jahr 1893. Die Orgel ist ein Werk der Firma Rühlmann aus der Bauzeit mit 14 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[1] Die Turmuhr wurde von J. F. Weule aus Bockenem geliefert.
Mehrere barocke Grabsteine und Epitaphien sind erhalten, darunter ein Sandsteinepitaph für Augustus von Prok († 1620) mit einer Darstellung des Verstorbenen mit seiner Familie vor einer Nische kniend, mit rahmender Inschrift und Wappen.
Weiterhin ist ein Inschriftgrabstein für Susanna Barbara von Prock († 1661) zu erwähnen, ebenso ein Inschriftgrabstein Lohseke mit Bandelwerkrahmung († 1756). An der Südwand des Schiffs befindet sich ein Epitaph mit Kreuzigungsdarstellung mit Pilaster- und Volutenrahmung aus der Zeit um 1600. In der Turmhalle befindet sich ein aufwendiger barocker Figurengrabstein. In der Sakristei ist ein kleines dreieckiges Relief mit Kreuzigungsdarstellung und Stiftern aus dem 16. Jahrhundert erhalten, vermutlich der Aufsatz eines Grabsteins.
Zwei Bronzeglocken, eine aus dem 12. Jahrhundert in Zuckerhutform und eine vom Ende des 13. Jahrhunderts, bilden das Geläut. Auf dem Kirchhof südlich der Kirche steht ein barocker Sandsteinsarkophag.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 639–640 (dehio.org).
Weblinks
Einzelnachweise
Koordinaten: 51° 44′ 43,4″ N, 11° 41′ 10,7″ O