St. Georg (Knittelsheim)

St. Georg

Blick zum Eingangsportal

Daten
Ort Knittelsheim
Baumeister August von Voit
Architekt Friedrich von Gärtner
Baustil Neoromanische Saalkirche
Baujahr 1833–1836 (Schiff)
15. Jahrhundert (Turm)
Koordinaten 49° 11′ 31,5″ N, 8° 14′ 56,5″ O

Die denkmalgeschützte Kirche St. Georg in Knittelsheim im Landkreis Germersheim (Rheinland-Pfalz) ist das Kirchengebäude der örtlichen römisch-katholischen Gemeinde. Sie gehört zur Bellheimer Großpfarrei Heilige Hildegard von Bingen im Bistum Speyer. Der heilige Georg ist ihr Schutzpatron.

Beschreibung

Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um eine fünfachsige, flachgedeckte Saalkirche im neoromanischen Stil, die Elemente aus dem Rundbogenstil aufweist. Das Kirchenschiff misst eine Gesamtlänge von 22,5 m und eine Höhe von 12,2 m. Es ist außen durch Ecklisenen und Rundbogenfriese gegliedert. An die Westfassade ist ein Giebelportal angebaut, über dem sich eine Vierpassrosette befindet. Der eingezogene Chor wird nach außen hin optisch durch einen Bogen aus Sandstein mit beidseitigen Kapitellen auf halber Höhe begrenzt. Außerdem verfügt die Kirche über einen gotischen Kirchturm im Osten.

In die Wand des heutigen Kirchenraumes sind zwei Gewölbeschlusssteine der im 19. Jahrhundert abgebrochenen gotischen Vorgängerkirche eingelassen. Barocke Skulpturen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind ebenfalls aus der alten Kirche erhalten.

Geschichte

Eine erste Kirche in Knittelsheim ist ab dem Jahr 1468 schriftlich belegt. Etwa aus dieser Zeit stammt der heute noch bestehende Kirchturm, der in das 15. Jahrhundert datiert wird. Von 1556 bis etwa 1680 handelte es sich, mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen, um eine protestantische Kirche. Im Zuge der Kurpfälzischen Religionsdeklaration wurde die Kirche 1705 vollständig katholisch. Im Jahr 1739 wurde der Kirchturm erhöht. Wegen „Alters und Raummangels“ erfolgte 1832 der Abriss des Kirchenbaus, während der historische Kirchturm erhalten blieb. Zwischen 1833 und 1836 entstand der heutige neoromanische Kirchenbau als erste Rundbogenstil-Kirche der Pfalz. Sie wurde nach Entwürfen von Friedrich von Gärtner unter dem Baumeister August von Voit errichtet.

Eine Renovierung der Kirche erfolgte von 2002 bis 2004, wobei der Chorraum durch den Bayerischen Bildhauer Leopold Hafner neu gestaltet wurde.

Orgel

Die Orgel auf der Empore wurde 1840 von Louis Voit (Durlach) mit mechanischen Trakturen gebaut. Joseph Adolf Poppe (Knittelsheim) modifizierte sie im Jahr 1902. Eine erste Restaurierung erfolgte 1983 durch Gerhard Kuhn (Esthal). Hierbei wurden einige Register verändert. Im Jahr 2003 wurde sie erneut durch Kuhn restauriert. Sie verfügt heute über 18 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Windladen sind als Schleifladen ausgeführt.[1] Die Disposition lautet:[2]

I Hauptwerk C–g3
Octav 8′
Gedackt 8′
Viola di Gamba 8′
Octav 4′
Rohrflöte 4′
Quint 223
Octav 2′
Mixtur
Trompete 8′
II Nebenwerk C–g3
Gedeckt 8′
Salicional 8′
Principal 4′
Waldflöte 2′
Quint 113
Pedal C–c1
Subbass 16′
Octavbass 08′
Violon 04′
Posaune 16′

Literatur

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024 (rlp.de [PDF; abgerufen am 14. Dezember 2024]).
  • Hans Caspary (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. 2., bearbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1984, ISBN 3-422-00382-7 (dehio.org [abgerufen am 23. September 2025]).
Commons: St. Georg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Eintrag zur Orgel (Beschreibung Nr. 2072426). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 15. Dezember 2024.
  2. Eintrag zur Orgel. In: Wiki-Orgeldatenbank Organ index. Abgerufen am 23. September 2025.