St. Franziskus (Rheydt)

St. Franziskus ist eine römisch-katholische Filialkirche in Rheydt, einem Stadtteil der Stadt Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Die Kirche wurde 1931–1933 nach Plänen von Dominikus Böhm errichtet. Die Kirche trägt das Patrozinium des hl. Franz von Assisi (Gedenktag 4. Oktober) und gehört zur Pfarre St. Marien Rheydt.

Geschichte

Die zu Rheydt gehörenden Stadtviertel Bonnenbroich und Geneicken wurden 1909 der neu errichteten Pfarrei St. Josef zugeteilt, über eine eigene Kirche verfügten die Viertel nicht. Aufgrund des schnellen Bevölkerungswachstums bestand hier schon bald darauf der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Ab dem 5. Mai 1913 wurden zunächst regelmäßig Gottesdienste in einem Schulsaal gefeiert. Nach dem Ersten Weltkrieg richtete man eine Notkirche ein, die unter das Patronat des Franz von Assisi gestellt wurde. 1920 erhielt St. Franziskus mit dem späteren Aachener Bischof Johannes Joseph van der Velden seinen ersten eigenen Seelsorger.

Anfang der 1930er Jahre wurden die Bestrebungen zum Kirchenbau konkreter und der Kölner Architekt Dominikus Böhm mit der Planung der Kirche beauftragt. Nach seinen Plänen entstand von 1931 bis 1933 die heutige Kirche. Die Kirchweihe war am 10. September 1933. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus beschädigt, konnte aber bis 1952 in alter Form wiederhergestellt werden. Am 1. Oktober 1952 wurde St. Franziskus zur Pfarrei erhoben und von St. Josef losgelöst. 1969–1970 erfolgte eine umfassende Sanierung unter der Leitung des Architekten Reiner Schmidt.[1]

Zum 1. Januar 2010 wurde die Pfarre St. Franziskus aufgelöst und anderen ebenfalls aufgelösten Pfarreien in die Pfarre St. Marien Rheydt eingegliedert. Seitdem ist St. Franziskus keine Pfarrkirche mehr, sondern eine Filialkirche dieser Pfarre.

Baubeschreibung

St. Franziskus ist eine zweischiffige Backsteinkirche in Formen der Moderne mit breitem Hauptschiff und Altarraum im Westen und niedrigem Seitenschiff. Der gedrungene Glockenturm ist seitlich an den Altarraum angebaut. Das Hauptschiff wird von einer leicht gewölbten Faltendecke überspannt, das Seitenschiff von einer flachen Decke. Der Ostgiebel wird neben dem Hauptportal vor allem durch das große Radfenster gegliedert.

Ausstattung

Der Altar wurde 1933 nach Entwurf von Dominikus Böhm aufgestellt, die an der dahinterliegenden Wand angebrachte Kreuzigungsgruppe wurde 1934 von einem Künstler namens Mörs entworfen, die Ausführung oblag der Firma Schrott & Rommen. Das ornamentale Formen darstellende Radfenster entstand 1933 ebenfalls nach einem Entwurf von Böhm. Die Fenster des Hauptschiffes sind Werke von Marianne Strunk-Hilgers aus dem Jahr 1974. Die beiden Fenster links und Rechts des Hauptportals schuf Heinrich Dieckmann 1933. Die Orgel entstand 1938 in der Kölner Orgelbauwerkstatt Ernst Seifert. Das Instrument hat 21 Register und elektrische Traktur; 1958 erfolgte ein Umbau durch Weyland Orgelbau.[2][3]

Rektoren und Pfarrer

Folgende Priester wirkten als Rektor bzw. ab 1952 als Pfarrer bis zur Auflösung an St. Franziskus:[4]

  • 1920–1926: Johannes Joseph van der Velden
  • 1926–1931: Josef Drauschke
  • 1931–1941: Peter Micke
  • 1941–1962: Alfred Gnörich
  • 1962–1990: Michael Gau
  • 1990–2010: Klaus Hurtz
Commons: St. Franziskus (Mönchengladbach-Rheydt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 1095 f.
  2. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 1096.
  3. Mönchengladbach-Geneicken, Kath. Kirche St. Franziskus. In: Internetseite Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V. Abgerufen am 16. November 2025.
  4. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 1115.

Koordinaten: 51° 10′ 24,7″ N, 6° 27′ 45,7″ O