St. Erich (Hamburg-Rothenburgsort)
Die römisch-katholische Kirche St. Erich zwischen dem Billhorner Röhrendamm und der Marckmannstraße im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort entstand in den Jahren 1961–1963. Sie ist der Nachfolgebau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Pfarrkirche St. Josef am Bullenhuser Damm. Der Entwurf für das moderne Kirchenbauwerk, das von außen einem großen Fisch ähnelt, stammt von dem Berliner Architekten Reinhard Hofbauer.
Besonders der Kirchturm prägt die Silhouette des Stadtteils und fällt schon aus weiter Entfernung ins Auge, vor allem von der S-Bahn zwischen den Bahnhöfen Berliner Tor (Hamburg) und Rothenburgsort, sowie der Strecke zwischen Hammerbrook (City-Süd) und den Elbbrücken.
Ausstattung
Der stützenfreie Innenraum, in dem sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt, nimmt kirchenbauliche Vorstellungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) vorweg. Die Kirche wurde am 29. April 1962 geweiht. Der Raum wird von einer hellen Betonkassettendecke mit blauen Kassetten überspannt.
Der Altarraum wird von einem runden Oberlicht erhellt und ist um sieben Stufen erhöht. Die Rückwand des Chorraumes ist teils gelb gestrichen. Der Altar ist aus rotem Naturstein angefertigt. Über dem Altar hängt eine Ewiglichtampel aus sternförmig angeordneten Glasscheiben. Der Tabernakel wurde vom Duisburger Goldschmied Claus Pohl gefertigt und stand zuerst auf dem Altar, später wurde er auf eine rote Natursteinstele versetzt, die am rechten Rand der Stufenanlage steht. Er ist mit blauen Emailplatten beschlagen und mit Bergkristallen verziert, auf der Oberseite befindet sich ein bronzenes Kruzifix.
Während der Boden des Altarraums und die Stufen aus hellem Naturstein gefertigt sind, ist das Kirchenschiff mit dunklem Naturstein belegt. Die Kirche ist mit weißen Bänken ausgestattet. Ein textiler gestickter Kreuzweg zieht sich über die beiden Seitenwände.[1]
1969 baute Rudolf von Beckerath Orgelbau für die Kirche eine zweimanualige Orgel mit 21 Registern[2], die sich auf einer Empore im hinteren Teil der Kirche befindet.
Heutiger Zustand
Aufgrund von Bauschäden wurde im November 2019 das Kirchenschiff gesperrt und die Gottesdienste fanden bis zur Coronapandemie in der Seitenkapelle statt. Kurz vor der Neuaufnahme der Gottesdienste wurde die Kirche innen durch Vandalismus schwer beschädigt. Inzwischen ist das gesamte Kirchengrundstück gesperrt.[3]
Verbindung zu Skandinavien
Der Namenspatron, der heilige Erik, König von Schweden 1150 bis 1160, erinnert an die enge Verbindung der Kirche in Hamburg zu Skandinavien, die seit der Christianisierung besteht. Nach Fertigstellung des Baus wurde die Kirche vom Bischof des schwedischen Bistums Stockholm, John Edward Taylor, konsekriert. Erster Pfarrer dieser Gemeinde war Otto Scholz, der auch in seiner Pfarrzeit, wie die ganze Gemeinde, enge Verbindungen zur Gemeinde St. Lars in Uppsala hielt. Die wabenförmige Decke des Kirchenschiffes ist in den Farben Blau und Gelb gehalten (Farben der schwedischen Flagge).
In Hamburg erinnert auch der Patron der Nachbarkirche St. Olaf (Hamburg-Horn) an die Verbundenheit mit Skandinavien.
Gemeinde
Die Gemeinde gehört zum Erzbistum Hamburg. Seit dem 31. März 2005 ist sie nicht mehr selbstständige Pfarrei, sondern wurde in die Dompfarrei St. Marien eingegliedert. Diese wiederum ging in der 2021 gegründeten Pfarrei St. Ansgar auf.
Literatur
- Karin Berkemann: „Baukunst von morgen!“ Hamburgs Kirchen der Nachkriegszeit. Hrsg.: Denkmalschutzamt Hamburg. Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-937904-60-3, S. 59.
Weblinks
Nachweise
- ↑ St. Erich, Hamburg-Rothenburgsort. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Disposition hier
- ↑ St. Erich – St. Marien-Dom Hamburg. Abgerufen am 3. Juli 2023.
Koordinaten: 53° 32′ 10″ N, 10° 2′ 17″ O