St. Bonifaz (Ludwigshafen)

St. Bonifaz ist eine katholische Kirche im Ludwigshafener Stadtteil Gartenstadt. Sie wurde zwischen 1929 und 1930 nach den Plänen von Albert Boßlet erbaut. Seit 2016 fungiert sie als Pfarrkirche der neu eingerichteten Pfarrei Hl. Katharina von Siena im Dekanat Ludwigshafen des Bistums Speyer. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Die Bebauung der Gartenstadt entstand ab 1914. Die Katholiken wurden zunächst von der Mundenheimer St.-Sebastian-Kirche betreut. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung stetig an, so dass 1928 eine eigenständige Pfarrgemeinde eingerichtet wurde. 1929 wurde mit dem Bau der Kirche begonnen, die der Planung des Architekten Albert Boßlet und seines Mitarbeiters Karl Lochner entstammte. Bis zur Weihe der neuen Kirche, wurde die Messe in einer Notkirche in Gartenstadt gefeiert.[1] Am 30. März 1930 wurde St. Bonifaz geweiht. 1976 erfolgte eine Renovierung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen aus St. Bonifaz zwei weitere Pfarreien hervor, 1947 St. Hildegard und 1968 St. Hedwig. Ab 1983 wurde die einstige Muttergemeinde St. Bonifaz von St. Hedwig mitverwaltet, ehe sich 2003 alle drei Gartenstädter Pfarreien zur Katholischen Pfarreiengemeinschaft Gartenstadt zusammenschlossen. Zum 1. Januar 2016 wurde sie mit der Rheingönheimer Gemeinde St. Joseph und St. Michael aus Maudach zur Pfarrei Hl. Katharina von Siena zusammengelegt; St. Bonifaz wurde Pfarrkirche.

Beschreibung

St. Bonifaz steht im Zentrum der Gartenstadt. Das Bauwerk wurde bewusst als Dominante innerhalb der niedrigen Wohnbebauung in der Ebene konzipiert. Die Architektur weist sowohl expressionistische als auch romanische Motive auf. Der Typus entspricht einer Basilika. Das relativ breite Mittelschiff besitzt eine Flachdecke. Der halbrunde Chor ist mit hohen Schlitzfenstern gegliedert. An der nördlichen Flanke ist der mit einem flachen Satteldach bedeckte und 28 Meter hohe Kirchturm platziert.

Wegen der verhältnismäßig tiefen Baugrube, die für die Betonierung der Tragepfeiler ausgehoben werden musste, entschied man sich zum Bau einer „Unterkirche“. Diese umfasst einen Veranstaltungssaal mit Bühne, mehrere Gruppenräume und Versorgungszimmer. Auch der Glockenturm wurde mit einem Untergeschoss versehen. Während des Zweiten Weltkriegs boten diese Räumlichkeiten Schutz vor Fliegerangriffen.[1]

Orgel

BW

Erstmal wurde 1932 eine pneumatische Orgel in der St.-Bonifaz-Kirche aufgestellt.

Im Jahr 1979 wurde sie unter Beibehaltung des Prospekts von Gerhard Kuhn ersetzt. Dieser renovierte und versetzte das 1947 von Paul Sattel mit elektrischen Trakturen gebaute Instrument an seine heutige Position. Ursprünglich baute dieser es für die Kapelle des Bischöflichen Studienhauses St. Joseph in Speyer. Die Orgel verfügt über 25 Register auf drei Manualen und Pedal. Ihre Windladen sind als Kegelladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[2]

I Hauptwerk C–g3
1. Pommer 16′
2. Prinzipal 08′[Anm. 1]
3. Rohrquintadena 08′
4. Octave 04′
5. Sifflöte 02′
6. Mixtur IV–V 0113
7. Trompete 08′[Anm. 1]
II Schwellwerk C–g3
08. Principal 8′
09. Gemshorn 8′
10. Principal 4′
11. Blockflöte 4′
12. Koppelflöte 2′
13. Nachthorn 1′
14. Sesquialter II
15. Krummhorn 8′
III Kronwerk C–g3
16. Gedackt 8′
17. Feldflöte 4′
18. Principal 2′
19. Quinte 113
20. Cymbel II 12
Pedal C–a1
21. Subbaß 16′
22. Oktavbaß 08′
23. Rohrflöte 08′
24. Choralbaß 04′ + 2′
25. Posaune 16′

Anmerkungen

  1. a b 1979 von Kuhn ergänzt

Geläut

Das Geläut besteht aus vier Glocken, die 1960 von der Glockengießerei Schilling gegossen wurden:

Nr. Durchmesser
(mm, ca.)
Masse
(kg, ca.)
Schlagton
1. 1.408 1.626 des1
2. 1.118 811 f1
3. 970 608 as1
4. 863 416 b1

Literatur

  • Friedrich Schmitt: Ludwigshafener Kirchenbau. Ludwigshafen am Rhein 1985.
  • Hans Caspary (Bearb.): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00382-7.
Commons: St. Bonifaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Gisela Schaar: Warum die Kirche St. Bonifaz einige Besonderheiten aufweist. In: Die Rheinpfalz. 30. November 2020, abgerufen am 15. Januar 2026.
  2. Eintrag zur Orgel (Beschreibung Nr. 2034395). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 15. Januar 2026.

Koordinaten: 49° 27′ 34,7″ N, 8° 24′ 24,6″ O