St. Bernhard (Bookholzberg)

St. Bernhard in Bookholzberg, einem Ortsteil der Gemeinde Ganderkesee im niedersächsischen Landkreis Oldenburg, ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Marien (Delmenhorst).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des hl. Bernhard und gehört zum Dekanat Delmenhorst im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein runder Backsteinbau mit weiß gestrichenem Turm und bietet 120 Gläubigen Platz.

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Anzahl der Katholiken in der Region Ganderkesee deutlich, denn Hunderte von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und vor allem aus Schlesien fanden in Bookholzberg eine neue Heimat. Die Gottesdienste feierten Geistliche der Pfarrei St. Marien (Delmenhorst) in verschiedenen Häusern und öfters in der Bookholzberger Versehrtenschule. Als Notlösung wurden die Gläubigen von 1955 bis 1961 mit einem Bus zur St.-Michael-Kapelle in Stenum gefahren. Ab 1962 konnte man die evangelische Auferstehungskirche in Bookholzberg nutzen. Schon seit vielen Jahren wünschten sich die Bookholzberger Katholiken ein eigenes Gotteshaus.

Nach den Plänen des Architekten Adolf Falkenhain (Bookholzberg) wurde 1967/68 die Kirche in Bookholzberg gebaut und in Erinnerung an die Tradition des ehemaligen Zisterzienserklosters Hude dem hl. Bernhard von Clairvaux geweiht. Das Gotteshaus ist ein Rundbau aus Backsteinen mit einem schlanken freistehenden Glockenturm, der 2016 einen neuen weißen Anstrich erhielt. Die Gebäude der Kirchengemeinde sind das 1968 angebaute Pfarrheim (mit Bücherei) sowie der 1972 eröffnete Kindergarten.

Der 1969 zum Pfarrrektorat erhobene Seelsorgebezirk Bookholzberg bekam 1968 bis 1972 einen eigenen Geistlichen. Danach wurde St. Bernhard bis 1989 von der Pfarrei Allerheiligen (Delmenhorst), dann fünf Jahre lang von St. Marien (Hude) und ab 1994 von St. Marien (Delmenhorst) mitverwaltet. Die Seelsorge übernahm ein Pfarrer von St. Christophorus (Delmenhorst).[2]

Durch Fusion entstand aus den Pfarreien St. Marien und Allerheiligen in Delmenhorst und den Pfarrrektoraten Bookholzberg und Ganderkesee am 1. Januar 2006 die neue Kirchengemeinde St. Marien mit Sitz in Delmenhorst. Am 1. August 2015 wurde Düsternort eingegliedert. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die katholischen Gemeinden St. Marien (Delmenhorst), Heilig Geist (Lemwerder), St. Marien (Hude), St. Paulus (Stuhr-Moordeich), St. Vinzenz Pallotti (Bad Zwischenahn), St. Josef (Oldenburg), St. Willehad (Oldenburg) und St. Marien (Oldenburg) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Oldenburg-Delmenhorst“ mit Sitz in Oldenburg.[3]

Glocken

Im 23 Meter hohen Turm von St. Bernhard hängen die folgenden drei Bronzeglocken, die ein harmonisches Geläut in einer Dur-Terz-Struktur ergeben:

  • Glocke 1: Schlagton: fis1; Ø 110 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1968
  • Glocke 2: Schlagton: a1; Ø 92 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1968
  • Glocke 3: Schlagton: h1; Ø 82 cm; Glockengießerei Otto (Hemelingen); Gussjahr: 1968[4]

Orgel

Alfred Führer (Wilhelmshaven) baute 1954 für die evangelische St.-Markus-Kirche in Bremen eine kleine Orgel. Dieselbe Firma stellte 1976 dieses gekaufte Instrument (I+P/5) in Bookholzberg auf und fügte ein selbstständiges Pedal hinzu.

Die 1976 aufgebaute Schleifladen-Orgel von 1954 hat 5 Register und besitzt ein Manual (C - g3) sowie ein Pedal (C - f1). Die Spieltraktur und die Registertraktur sind mechanisch.[5]

Literatur

  • Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9.
  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-064-68.
  • Wolfgang Runge: Kirchen im Oldenburger Land, Band III. Kirchenkreise Oldenburg 1 und 2. Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg 1988, ISBN 3-87358-29-88.

Einzelnachweise

  1. Guido Wachtel: Herzlich willkommen! In: St. Marien Delmenhorst: Katholische Kirchengemeinde. 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  2. Willi Baumann, Peter Sieve: Die Dekanate und Kirchengemeinden im Offizialatsbezirk Oldenburg. In: Willi Baumann, Peter Sieve (Hrsg.): Die katholische Kirche im Oldenburger Land: Ein Handbuch. Plaggenborg Verlag, Vechta 1995, ISBN 3-929358-99-9, S. 424–425.
  3. Offizialatsarchiv Vechta: Delmenhorst, St. Marien. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  4. Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 773–774.
  5. Gabriel Isenberg: Bookholzberg, Kath. Kirche St. Bernhard. In: Orgeln im Oldenburger Land. 2025, abgerufen am 4. Oktober 2025.

Koordinaten: 53° 5′ 49,3″ N, 8° 31′ 59,3″ O