St. Bartholomäus (Haarbrück)

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Haarbrück, einem Ortsteil von Beverungen im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen. Seit 2003 gehört sie zur Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit Beverungen im Erzbistum Paderborn. Kirchenpatron ist der Heilige Bartholomäus.

Geschichte

Die Ersterwähnung einer Kirche in Horbruge erfolgte am 3. März 1325, als Bischof Bernhard von Paderborn den Priester Johannes von Rintelen zum Pfarrer ernannte.[1] 1447 wurden Dorf und Kirche in der Soester Fehde von den durchziehenden Hussiten zerstört. 1608 errichtete Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg eine neue Kirche, die als Filialkirche von St. Bartholomäus in Herstelle diente und 1659 durch Fürstbischof Dietrich Adolf von der Recke dem neugegründeten dortigen Minoritenkloster inkorporiert wurde. Nach Säkularisation des Klosters wurde die Pfarre 1811 mit der Pfarrkirche St. Jakobus im benachbarten Jakobsberg zusammengelegt. 1864 erfolgte die Neugründung der Pfarrei unter Pfarrer Bernhard Westermeyer, in dessen bis 1902 reichender Amtszeit 1883 durch den Paderborner Diözesanbaumeister Arnold Güldenpfennig der heutige Kirchenneubau erfolgte. Die Weihe der Kirche vollzog 1886 der Fuldaer Bischof Georg von Kopp.

Architektur

Die nach Plänen von Arnold Güldenpfennig in (heute teilverputztem) Sichtziegelmauerwerk entworfene Kirche ist eine strebepfeilerbesetzte Saalkirche mit fünfseitiger Apsis und vorgesetztem Westturm, bekrönt von einem verschieferten Pyramidenhelm. Der kreuzrippengewölbte Kirchenraum zeigt Architekturformen in Ziegelstein.

Ausstattung

Unter dem von 1952 bis 1984 amtierenden Pfarrer Franz Grawe wurde der Kirchenbau 1970 dem reduktionistischen Zeitgeschmack folgend seiner bauzeitlichen Ausstattung einschließlich des 1884 aus Baumberger Sandstein hergestellten Hochaltars sowie der beiden Seitenaltäre, der Kanzel und des St.-Bartholomäusfensters im Scheitel der Apsis beraubt. 1989 erfolgte unter Pastor Freier eine weitestmögliche Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes unter teilweiser Verwendung von originalen Ausstattungsstücken, wobei die Evangelistenstatuen der ehemaligen Kanzel in den aus Holz hergestellten neuen Hochaltar integriert wurden. Das verlorene Bartholomäusfenster der Apsis wurde durch eine Kopie ersetzt.

Orgel

1850 wurde die barocke Orgel der Bartholomäuskirche in Herstelle übernommen.[2] Ihre ursprüngliche Disposition lautete:

Hauptwerk C–
1. Principal 8′
2. Gedackt 8′
3. Praestant 4′
4. Gedackt 4′
5. Salcional 4′
6. Rohrflöte 4′
7. Flageolet 2′
8. Mixtur III

Im Zuge der Wiederherstellung des historistischen Kirchenraums erbaute die Firma Orgelbau Simon aus Muddenhagen 1991 eine neue Orgel mit folgender Disposition.[3]

I Hauptwerk C–g3
1. Prinzipal 8′
2. Spitzflöte 8′
3. Oktave 4′
4. Flöte 4′
5. Waldflöte 2′
6. Mixtur IV 113
II Positiv C–g3
07. Holzgedackt 8′
08. Salicional 4′
09. Rohrflöte 4′
10. Sesquialter II
11. Prinzipal 2′
Tremulant
Pedal C–f1
12. Subbass 16′
13. Pommer 08′
14. Choralbaß 04′

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen II. Westfalen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2016, ISBN 978-3-422-03114-2.

Einzelnachweise

  1. Westfälisches Urkundenbuch. Band 9: Die Urkunden des Bistums Paderborn 1301–1325. Aschendorff, Münster 1986, Nr. 2570.
  2. Rudolf Reuter: Orgeln in Westfalen. Inventar historischer Orgeln in Westfalen und Lippe (= Veröffentlichungen der Orgelwissenschaftlichen Forschungsstelle. Band 1). Bärenreiter, Kassel 1965, S. 153 f.
  3. Angaben zur Orgel auf der Website des Orgelbauers.
Commons: St. Bartholomäus (Haarbrück) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 37′ 17,1″ N, 9° 20′ 28,5″ O