St. Antonius (Niederbardenberg)
St. Antonius ist eine römisch-katholische Filialkirche in Niederbardenberg, einem Stadtteil von Herzogenrath in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen.
Die Kirche wurde zwischen 1929 und 1930 nach Plänen von Ferdinand Goebbels und Franz Dominick erbaut, steht unter dem Patronat des hl. Antonius des Großen und gehört zur Pfarre St. Gertrud Herzogenrath.
Geschichte
Mindestens seit dem 17. Jahrhundert bestand in Niederbardenberg eine zu Ehren des hl. Jodokus geweihte Kapelle, in der damals freitags eine Heilige Messe gelesen wurde. Zu jener Zeit fanden auch Prozessionen aus den Nachbardörfern zur Kapelle statt, insbesondere zum Rosenkranzgebet und zu den zweimal im Jahr dort stattfindenden Fastenstationen. Anfang des 18. Jahrhunderts musste die Kapelle wegen Baufälligkeit geschlossen werden, woraufhin die Eheleute Martin und Helene Breyen geb. Bremen 1733 eine neue Kapelle stifteten und zudem 1739 die finanziellen Mittel für die Anstellung eines eigenen Rektors. Pfarrlich gehörte Niederbardenberg damals noch zur Pfarre St. Peter und Paul, Bardenberg. 1888 erfolgte eine Erweiterung der Kapelle und ab 1904 durfte in der Kapelle getauft werden. Kurz darauf wurde Niederbardenberg zur Pfarre erhoben.
Im Verlauf der 1920er Jahre wurde die Kapelle zu klein und daher ein Neubau beschlossen. 1929 folgte der Abriss und daraufhin der Neubau der heutigen Kirche an selber Stelle. Die Pläne entwarfen die Architekten Ferdinand Goebbels und Franz Dominick, die ein gemeinsames Büro in Aachen führten. Die feierliche Kirchweihe war am 5. Mai 1930. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nur leicht beschädigt und konnte bereits 1945 wieder genutzt werden. 1970 erfolgte eine Umgestaltung des Altarraums und 1985 eine umfassende Renovierung.[1]
Die Pfarre St. Antonius wurde zum 1. Januar 2010 aufgelöst und in die Pfarre St. Gertrud Herzogenrath eingegliedert.
Baubeschreibung
St. Antonius ist eine einschiffige Saalkirche aus Backsteinen in Formen des Expressionismus mit eingezogenem rechteckigem Chor im Nordwesten und hohem Turm an der Südwestecke des Kirchenschiffs. Der Innenraum wird von einem Rabitzgewölbe mit parabelförmigen Trägern überspannt.
Ausstattung
Altar, Tabernakel und Ambo sind Werke des Kohlscheider Künstlers Peter Bücken aus dem Jahr 1970. Das über dem Altar hängende Kruzifix stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist der Renaissance zuzuordnen. Aus der alten Kapelle von 1733 wurde das ehem. Altarbild übernommen, das den hl. Antonius zeigt und ein Werk der Rubensschule ist. Die 37 in den Jahren 1965 und 1970 eingesetzten Buntglasfenster entwarf Johannes Beeck.[2]
Einzelnachweise
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 235 f.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 236.
Koordinaten: 50° 51′ 20,1″ N, 6° 6′ 45,6″ O