St. Antonius (Hörstel)

St. Antonius in Hörstel im Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt) ist die römisch-katholische Hauptkirche der Pfarrei St. Reinhildis (Hörstel).[1] Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Antonius von Padua und gehört zum Kreisdekanat Steinfurt im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine neugotische Hallenkirche mit Turm.

Geschichte

In der Bauerschaft Hörstel gab es schon ab 1701 eine Kapelle, in der ein Kaplan der Pfarrei St. Kalixtus (Riesenbeck) die Frühmesse an Sonn- und Feiertagen hielt. Hörstel bekam 1828 einen ständigen Geistlichen und erhielt 1836 als Rektorat besondere Pfarrrechte. Nach der Abtrennung von Riesenbeck wurde St. Antonius (Hörstel) am 19. Februar 1856 eine selbstständige Pfarrei.

Nach den Plänen des Architekten Emil von Manger (Oelde) entstand 1857/61 St. Antonius im neugotischen Stil als dreischiffiger Hallenbau mit Kreuzrippengewölbe unter einem Satteldach. Die Kirche besteht aus regionalem Bruchstein- und Quadermauerwerk mit Naturschieferdeckung. Der Fassadenturm im Westen besitzt ein Helmdach. 1970 erfolgte der Abbruch des Chores, und 1970/74 wurde das alte Gotteshaus im Osten durch einen modernen, großzügig verglasten Neubau von Kösters und Balke (Münster) sowie im Nordosten durch einen Sakristeianbau ergänzt.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das Pfarrhaus von 1900, das Pfarrheim von 1967, die Altentagesstätte und Bücherei von 1991 sowie der Kindergarten St. Placida von 1962 und der Kindergarten St. Martin von 1976.[2]

Am 28. August 1995 wurde die Kirche unter der Nummer 129 in die Liste der Baudenkmäler in Hörstel aufgenommen.

Am 2. Dezember 2007 fusionierten St. Maria (Bevergern), St. Anna (Dreierwalde), St. Bernhard (Gravenhorst), St. Kalixtus (Riesenbeck) und St. Antonius (Hörstel) zur neuen Kirchengemeinde St. Reinhildis (Hörstel).[3]

Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Reinhildis (Hörstel), St. Mauritius (Ibbenbüren) und Seliger-Niels-Stensen (Lengerich) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Hörstel-Ibbenbüren-Lengerich“.[4]

Glocken

Im Turm von St. Antonius in Hörstel hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Gussstahl:

  • Glocke 1: Schlagton: c1; Ø 190 cm; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1948
  • Glocke 2: Schlagton: es1; Ø 160 cm; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1948
  • Glocke 3: Schlagton: f1; Ø 145 cm; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1948
  • Glocke 4: Schlagton: as1; Ø 120 cm; Gießerei: Bochumer Verein; Gussjahr: 1948.[2]

Orgel

Die erste Orgel für St. Antonius stammte 1863 von Carl Krämer (Osnabrück). Friedrich Fleiter (Münster) schuf 1953 unter Verwendung des alten Pfeifenwerks eine neue Orgel (mit 20 Registern), die 1972 mit einem veränderten Gehäuse in der erweiterten Kirche wieder aufgestellt wurde. Die westfälische Firma Siegfried Sauer (Höxter) baute 1996 eine größere Orgel und übernahm 11 alte Register aus dem Vorgängerinstrument.

Die Schleifladen-Orgel von 1996 hat 27 Register. Zur Ausstattung gehören zwei Manuale (C - g3) und ein Pedal (C - f1) sowie eine elektronische Setzeranlage mit Sequenzern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.[5]

Literatur

  • Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
  • Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
  • Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Commons: St. Antonius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Carsten W. Franken: St. Reinhildis: St.-Antonius-Kirche Hörstel. In: Katholische Kirchengemeinde St. Reinhildis Hörstel. 2025, abgerufen am 17. November 2025.
  2. a b Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8, S. 304–305.
  3. Bistumsarchiv Münster: Hörstel, St. Antonius von Padua. In: Matricula Online. 2025, abgerufen am 17. November 2025.
  4. Marko Marincel: Pastorale Räume. In: Kreisdekanat Steinfurt: Katholische Kirche Bistum Münster. 2025, abgerufen am 17. November 2025.
  5. Gabriel Isenberg: Hörstel: Kath. Kirche St. Antonius. In: Orgelsammlung Gabriel Isenberg. 2025, abgerufen am 17. November 2025.

Koordinaten: 52° 18′ 1,8″ N, 7° 35′ 15,8″ O