St. Anna und St. Stefan (Barczewo)

Die Kirche St. Anna und St. Stefan (polnisch: Kościół Świętej Anny i Świętego Szczepana) ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Barczewo (deutsch Wartenburg in Ostpreußen) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Die Kirche wurde 1386 erbaut und mit sechs Hufen Land ausgestattet. Im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurde sie bei Bränden beschädigt, aber jeweils wieder aufgebaut. In seiner heutigen Gestalt stammt der Kirchenbau aus der Zeit nach einem Brand von 1798. Er wurde 1894 um den heutigen Chor erweitert. Das klassizistische Pfarrhaus neben der Kirche wurde 1821 errichtet. Während der Kämpfe um Wartenburg 1945 beschädigt, wurde die Kirche bis 1962 renoviert. 1988/89 erfolgte eine weitere Renovierung.

Kirchspiel

Das zur St.-Anna-Kirche gehörende Kirchspiel Wartenburg wurde bereits 1364 gegründet. Zu ihm gehörten außer der Stadt Wartenburg die Dörfer Daumen, Hirschberg, Kaplitainen, Kirschlainen, Klutznick, Lengainen, Maraunen, Mokainen, Nerwigk, Odritten, Polleiken, Reuschhagen und Schönau sowie die Güter Daumen, Grabowo, Groß und Klein Podlassen, Groß und Klein Sapuhnen, Klein Damerau, Kroplainen, Kutzborn, Tengutten und Terka sowie die Mühle Klimkowo. Grabowo wurde 1871 ins Kirchspiel Groß Bartelsdorf eingepfarrt, Nerwigk, die beiden Podlassen und Klutznick 1898 ins Kirchspiel Gillau.

Bauwerk

Der Bau ist eine breite, niedrige Hallenkirche mit drei Schiffen Breite und fünf Jochen Länge. Der Bau ist mit einem flachen zweistöckigen Südvorbau, einer zweijochigen und zweistöckigen Sakristei auf der Nordseite erweitert. Der hohe Turm steht im Westen. Am Ostgiebel lassen die reinen Parallelen der Blenden auf eine frühe Bauzeit schließen. Der Giebel ist durch zehn durchgehende Blenden und dazwischen angeordnete dreieckige Lisenen unterteilt, die zu Zinnen verlängert sind. Der Kirchenkörper ist mit Strebepfeilern gestützt, die an drei Ecken schräg angeordnet waren, mit Ausnahme der nordöstlichen Ecke, wo ein Strebepfeiler aufgrund des Sakristeianbaus als überflüssig angesehen wurde. Die Strebepfeiler enden unterhalb des verputzten Frieses unter dem Dachvorsprung. Zwischen den Strebepfeilern befinden sich schmale, hohe, spitzbogige Fenster. Ein breiteres Fenster befand sich ursprünglich möglicherweise in der Mitte der Ostfassade, wo es den Hauptaltar beleuchtete. Der Turm wird ebenso wie der Hauptteil durch hohe Strebepfeiler gestützt. Die Außenfassaden des Turms sind durch Putzfriese unterteilt. Die Fassade des Erdgeschosses ist schlicht gestaltet, während die höheren Ebenen mit Reihen spitzbogiger Blenden reicher verziert sind. Der Innenraum der Kirche ist mit einem Netzgewölbe mit Kuppeljochen und einem Rautengewölbe gedeckt. Das Gewölbe im Mittelschiff wird von vier Paaren achteckiger Pfeiler und zwei Paaren Halbpfeilern entlang der Wände getragen.

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Literatur

  • Ralf Meindl: Der Landkreis Allenstein: geschichtliche Entwicklung und Gegenwart. Hrsg.: Kreisgemeinschaft Allenstein. 2023.
  • Carl von Lorck: Dome Kirchen und Klöster in Ost- und Westpreussen: nach alten Vorlagen. Weidlich, 1982, S. 128.

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis der in das Denkmalregister eingetragenen unbeweglichen Denkmale: Woiwodschaft Ermland-Masuren (PDF, polnisch). Stand 30. September 2025. Narodowy Instytut Dziedzictwa.

Koordinaten: 53° 49′ 43″ N, 20° 41′ 29,1″ O