St. Ägidius (Wörth am Rhein)
| St. Ägidius | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Wörth am Rhein | |
| Architekt | Erwin van Aaken | |
| Baustil | moderne Saalkirche | |
| Baujahr | 1961 | |
| Koordinaten | 49° 3′ 5,2″ N, 8° 16′ 5,9″ O | |
Die römisch-katholische Kirche St. Ägidius in Wörth am Rhein steht an der Ludwigstraße im Kreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Wörther Pfarrei Heiliger Christophorus im Bistum Speyer und trägt das Patrozinium des heiligen Ägidius. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz. Im September 2025 wurde die Kirche geschlossen.
Beschreibung
Bei dem Kirchengebäude handelt es sich um einen im Jahr 1961 errichteten Saalbau auf abgerundet-hufeisenförmigem Grundriss im Stil der Moderne. Die Pläne wurden von dem Würzburger Architekten Erwin van Aaken erstellt.[1] Das Äußere der Kirche ist von Betonglasfenstern geprägt.
Der freistehende Kirchturm ist 35 m[2] hoch. In ihm befinden sich fünf Glocken mit den Schlagtönen e, fis, gis, h und cis. Die zwei erstgenannten wurden 1961 von dem Bochumer Verein gegossen, die übrigen drei stammen von derselben Gießerei aus dem Jahr 1921.[1]
Geschichte
Die direkte Vorgängerkirche wurde 1767 errichtet. Eine Verlängerung des Schiffs erfolgte zwischen 1835 und 1837, 1861 wurden ein neuer Chor sowie eine Sakristei angebaut. Seit Mai 1844 trug sie das Ägidiuspatrozinium. Die Notwendigkeit für einen Neubau entstand infolge der starken Beschädigung des Vorgängerbaus im Zweiten Weltkrieg. Auch war sie inzwischen zu klein für Anzahl der Gläubigen geworden. 1959 genehmigte das Bistum Speyer den Neubau, im März 1961 begann man mit dem Abriss der Vorgängerkirche. Am 10. Dezember 1961 wurde die heutige Kirche geweiht.[2]
Die Pfarrgemeinde beschloss im Jahr 2022, die Kirche zugunsten der zweiten katholischen Kirche im Ort, St. Theodard, zu verkaufen.[2] Im April 2025 löste sich der 1844 gegründete Kirchenchor als ältester Gesangsverein in Wörth auf.[3] Im September desselben Jahres wurde die Kirche wegen maroder Elektrik zunächst geschlossen. Der finanzielle Aufwand für eine Instandsetzung wird wegen der bestehenden Profanierungsabsicht als zu hoch betrachtet.[4]
Orgel
Johann Ferdinand Balthasar Stieffell und Johann Ignaz Seuffert bauten 1776 eine erste Orgel für eine St.-Ägidius-Vorgängerkirche. Sie verfügte über 10 Register und wurde 1794 im Zuge des Ersten Koalitionskrieges stark beschädigt. Johann Michael Stiehr (Seltz) ersetzte 1809 das beschädigte Werk im vorhandenen Gehäuse. Die Firma A. Poppe & Sohn (Offenbach an der Queich) baute im Jahr 1926 ein neues Instrument mit pneumatischen Trakturen und 10 Registern in das historische Stieffell-Seuffert-Gehäuse ein. Im Zweiten Weltkrieg wurde es wie die gesamte Kirche stark beschädigt und musste 1952 von Paul Ott durch einen vollständigen Neubau ersetzt werden.[5]
Die heutige Orgel wurde 1965 von Hugo Wehr (Haßloch) mit mechanischer Spiel- und elektrischer Registertraktur gebaut. Sie verfügt über 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Der Spieltisch befindet sich freistehend rechts neben der Orgel.[1] Alle Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[5]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
- Spielhilfen: zwei freie Kombinationen, Tutti, Zungen ab[1]
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024, S. 38 (rlp.de [PDF; 6,7 MB; abgerufen am 1. August 2025]).
Weblinks
- Informationen über die Kirche im ehemaligen Webauftritt der katholischen Kirchen St. Ägidius und St. Theodard in Wörth (Memento vom 2. Februar 2014 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Eintrag zur Kirche und der Orgel. In: Orgelarchiv Schmidt. Abgerufen am 1. August 2025.
- ↑ a b c Andreas Lapos: Kirche geschlossen: Denkmal soll verkauft werden. In: Die Rheinpfalz. 2. September 2025, abgerufen am 22. Oktober 2025.
- ↑ Joachim Paul: Wörths ältester Chor hat sich aufgelöst. In: Die Rheinpfalz. 7. April 2025, abgerufen am 1. August 2025.
- ↑ Schließung Kirche St. Ägidius. In: Webauftritt der Pfarrei Wörth. 29. August 2025, abgerufen am 20. September 2025.
- ↑ a b Eintrag zu den Orgeln (Beschreibung Nr. 2072462). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 1. August 2025.