St. Ägidius (Michlbach)

Die römisch-katholische Filialkirche St. Ägidius steht in Michlbach, einem Gemeindeteil von Bodenkirchen im niederbayerischen Landkreis Landshut. Sie ist in der Liste der Baudenkmäler in Bodenkirchen unter der Nummer D-2-74-120-63 eingetragen.

Geschichte

Die Kirche gehört heute zum Dekanat Landshut im Bistum Regensburg. Bis ins 19. Jahrhundert war sie eine der 12 Kirchen und Kapellen der Ur-Pfarrei St. Johann Baptist in Binabiburg, die 1261 erstmals erwähnt wurde. Eine Kirche stand in Michlbach jedoch bereits vor Gründung dieser Pfarrei; laut dem Salzburger Urkundenbuch verlieh Bischof Heinrich von Regensburg um 1140 dem Stift Sankt Peter von Salzburg das Recht, an der Kirche zu „Michelenbach“ einen Priester anzustellen.[1]

1823 wurde Mariä Himmelfahrt in Egglkofen, die 1749 bereits zur Expositur erhoben worden war, aus der Pfarrei St. Johann Baptist in Binabiburg ausgegliedert und zur selbständigen Pfarrei bestimmt. St. Egidius Michlbach wurde wie Harpolden, Tegernbach und Piesenkofen Filialkirche dieser neuen Pfarrei, die seit 2024 Teil der Pfarreiengemeinschaft Bodenkirchen-Bonbruck-Egglkofen mit der Expositur Wiesbach ist.[2]

Beschreibung

Die Saalkirche in Backsteingotik wurde 1463 erbaut. Sie besteht aus dem innen etwa 9,10 Meter langen und 5,80 Meter breiten Langhaus mit drei Jochen, dem etwa 6,70 Meter tiefen, nur geringfügig eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor mit zwei Jochen im Osten, einer Sakristei an der Südwand des Chors und dem Kirchturm auf quadratischem Grundriss mit vier Geschossen an der Westwand des Langhauses. Im obersten Geschoss des Turms, dessen erneuerte Giebel mit Zinnen verziert sind, hängen zwei Kirchenglocken.

Der Innenraum des Langhauses ist mit einem Netzgewölbe überspannt, ebenso der des Chors und der Sakristei.

Die Kirche hatte anfangs drei Altäre, von denen aber zwei im Laufe der Zeit entfernt wurden, weil sie in keinem guten Zustand mehr waren, sodass 1723/24 nur noch der Hochaltar vorhanden war. Er wurde 1888 nach einem Entwurf des Malers J. B. Ernstberger in neugotischem Stil ersetzt. Zentrales Bild im Retabel dieses Altars ist ein Gemälde des heiligen Ägidius, des Kirchenpatrons. Er war Einsiedler und soll der Legende nach die Abtei in Saint-Gilles gegründet und geleitet haben. Daher wird er meistens und auch hier im Gewand eines Benediktiners mit Abtsstab in der rechten Hand dargestellt. Hinter ihm ist die Hirschkuh zu sehen, die er der Legende nach bei einer Jagd vor dem tödlichen Schuss geschützt hatte und von deren Milch er sich fortan ernährte. Die Statuen seitlich auf dem Altar zeigen ebenfalls Ägidius, links als Hirte und Jäger, rechts als Soldat mit Lanze und Horn, jeweils mit dem Hirsch.[3]

Am Chorbogen im Langhaus sind Skulpturen aus der Zeit um 1470 angebracht, links der heilige Wolfgang von Regensburg, Diözesanpatron von Regensburg, mit Kirche und Bischofsstab, rechts der heilige Ulrich von Augsburg, Patron des Bistums Augsburg, mit Fisch und Bischofsstab. Beide sind als Relief gearbeitet.[3]

Orgel

Die Orgel mit drei Registern auf einem Manual und Pedal wurde 1895 von Ludwig Edenhofer mit einem neugotischen Prospekt erbaut. Die Disposition des rein mechanischen Kegelladen-Instruments lautet:[4]

Manual C–f3
Gedackt 8′
Salicional 8′
Principal 4′
Pedal C–d1
angehängt

Literatur

Einzelnachweise

  1. Peter Käser: Michlbach und die Kirche St. Ägidius. Manuskript, 2015.
  2. pfarrei-bodenkirchen-bonbruck.de, abgerufen am 4. Oktober 2025.
  3. a b Peter Käser: Michlbach und die Kirche St. Ägidius. Abgerufen am 4. Oktober 2025.
  4. Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 4. Oktober 2025.

Koordinaten: 48° 23′ 53,9″ N, 12° 25′ 42,6″ O