St.-Antonius-Hospital Gronau
| St.-Antonius-Hospital Gronau | ||
|---|---|---|
| Trägerschaft | St. Antonius-Hospital Gronau GmbH | |
| Ort | Gronau, Deutschland
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| Koordinaten | 52° 12′ 29″ N, 7° 1′ 15″ O | |
| Geschäftsführer | Christoph Bröcker
Jens Breer | |
| Versorgungsstufe | Grund- und Regelversorgung | |
| Betten | 266 | |
| Mitarbeiter | ca. 1.600 | |
| Fachgebiete | 12 | |
| Gründung | 3. Dezember 1901 | |
| Website | www.st-antonius-gronau.de | |
| Lage | ||
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Das St. Antonius-Hospital Gronau ist ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung im westfälischen Gronau. Gesellschafter der St. Antonius-Hospital Gronau GmbH sind die Kirchengemeinden St. Antonius in Gronau und St. Agatha in Epe. Das Krankenhaus besitzt 266 Planbetten und versorgt ca. 45.000 Patienten pro Jahr.
Geschichte
Das St. Antonius-Hospital wurde am 3. Dezember 1901 mit 50 Betten eröffnet. Schon in den 1920er-Jahren wuchs der Bedarf: 1926 erhielt das Krankenhaus einen 5-stöckigen Erweiterungsbau. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus dann als Lazarett beschlagnahmt und bis Ende des Kriegs zur Versorgung von Verwundeten genutzt.
Ab 1946 war das Hospital wieder für zivile Patienten geöffnet und wurde 1951 erneut erweitert. 1953 wandelte man das Belegkrankenhaus in eine „Fachanstalt“ mit den Hauptabteilungen Innere Medizin und Chirurgie und den Belegabteilungen Kinder, Haut, Frauen, HNO, Augen um. 1960 erstellte man ein neues Wirtschaftsgebäudes mit Heizzentrale, Wäscherei, Schlosserei und Schreinerei.
Mitte der 1960er-Jahre entschloss man sich, das über 60 Jahre alte Haus durch ein neues zu ersetzen und weiter auszubauen. Die Genehmigung erfolgte 1966, am 6. September 1967 feierte man ein Richtfest. 1968 folgte die Einrichtung der Hauptabteilung für Urologie und Kinderurologie. Ein Jahr später wurde die Kinderkrankenpflege in eine Schule für allgemeine Krankenpflege umgewandelt, um zukünftig auch Pflegekräfte ausbilden zu können. Am 28. Juni 1969 feierte man schließlich die Einweihung des neuen Krankenhauses und riss das alte Bettenhaus anschließend ab. Auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses errichtete man 1975/76 ein Schwesternwohnheim.
Die 1980er-Jahre waren von zahlreichen Umbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen geprägt. 1990 wurde das Haus zur Akutversorgung ausgebaut, 1993 wurde eine GmbH gegründet, die Träger des Krankenhauses wurde. 1995 wurde ein ambulanter Kranken- und Altenpflegedienst eingerichtet und 1996 schließlich das St. Antonius-Stift eröffnet. 2002 sanierte man das St.-Antonius-Hospital umfassend und brachte in einem Altbau das pathologische Institut unter. 2004 wurde ein Neubau errichtet, der heute Innere Medizin, Endoskopie und Physiotherapie beherbergt. Das 2002 gegründete Gesundheitszentrum mit ambulanter Versorgung wurde in den 2000er-Jahren umfassend erweitert.
2010 wurde erneut umfassend gebaut: Die Krankenhauskapelle erhielt einen Neubau, das Gesundheitszentrums erweitert.
Im Jahr 2013 wurde die Nuklearmedizin als neue Fachabteilung etabliert, 2014 der Krankenhaus-Vorplatz neugestaltet.
Medizinische Einrichtungen und Zentren
Zu den medizinischen Einrichtungen der Klinik gehören: Akut- und Notfallmedizin, Allgemein- & Viszeralchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin I mit Kardiologie und Angiologie, Innere Medizin II mit Gastroenterologie, Allgemeine Innere Medizin & Lungen- und Bronchialheilkunde, die Orthopädische Chirurgie & Traumatologie, Urologie, Urologische Onkologie und Roboter-assistierte Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Anästhesie, Intensivmedizin & Schmerztherapie, Radiologie und Nuklearmedizin. Außerdem besitzt das Krankenhaus ein Bauchzentrum für akute Erkrankungen im Bauchraum, das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Nordwest für Inkontinenzerkrankungen, das Prostata Centrum Gronau für Erkrankungen der Prostata, das Urologische Lasercentrum Gronau, welches auf die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung spezialisiert ist, das Centre for Robotic Medicine Germany für die Roboter-assistierte Chirurgie, das Zentrum für Alterstraumatologie, das Zentrum Ambulantes Operieren, das Diabeteszentrum, das Endoprothesenzentrum sowie ein Traumazentrum.[1]
Ausbildungen im Krankenhaus
Das St. Antonius-Hospital Gronau verfügt über eine eigene Pflegeschule. Dort werden rund 100 Pflegefachkräfte und Pflegefachassistenten ausgebildet. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft startet im April und September jedes Jahres und dauert drei Jahre. Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz dauert ein Jahr und startet im Oktober jeden Jahres.
Darüber hinaus bietet das St. Antonius-Hospital auch in anderen Berufen Ausbildungen an, zum Beispiel als Medizinische Fachangestellte, als Fachinformatiker, als Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement, als Hebamme in Kooperation mit der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf.
Angehende Ärzte können in den medizinischen Kliniken ihr Praktisches Jahr (PJ) absolvieren.
Prostata Centrum Gronau
Zu den bedeutendsten Einrichtungen der Klinik zählt das 2004 – seinerzeit unter dem Namen Prostatazentrum Nordwest (PZNW) gegründete – Prostata Centrum Gronau (PCG). Im PCG werden fünf da Vinci-Roboter für Prostata-, Blasen- und Nierenoperationen eingesetzt. Zur weiteren Verbesserung der Operationsergebnisse bei der Behandlung von Nierentumoren setzen Ärzte am PCG seit 2012 in Verbindung mit dem da Vinci-Roboter das neuartige Fluoreszenzphotodetektion ein. Das Zentrum hat seit 2006 bis heute (Stand 09/2025) ca. 23.700 Roboter-assistierte Entfernungen der Prostata (Prostatektomien) durchgeführt. Ein Schwerpunkt des Prostata Centrums Gronau liegt in der medizinischen Grundlagenforschung. Zu diesem Zweck wurde 2011 das European Robotic Institute (ERI) in Gronau gegründet, einem Forschungs- und Simulationszentrum für robotische bzw. roboterassistierte Chirurgie.
European Robotic Institute
Mit dem European Robotic Institute verfügt das St. Antonius-Hospital Gronau über ein besonderes Training Center für die Roboter-assistierte Chirurgie. In dem Ausbildungsinstitut werden spezialisierte Schulungen im Bereich der Roboter-assistierten und laparoskopischen Chirurgie angeboten. Ärzte aus dem eigenen Krankenhaus, aber auch Studierende der Medizin oder Ärzte aus anderen Ländern werden hier auf die Erfordernisse der da Vinci Operationen vorbereitet.
In dem Training Center gibt es ein eigenes da Vinci Operationssystem ausschließlich für Trainingszwecke. Außerdem können aus den vier da Vinci-Operationssälen Live-Aufnahmen in den Schulungsraum übertragen werden. Das Training an Simulatoren sowie die Möglichkeit, die Ausbildung durch Live-Übertragungen aus dem Operationssaal zu unterstützen, hat sich in der Vergangenheit bewährt.
Weblinks
- Website des Krankenhauses
- St.-Antonius-Hospital Gronau in der Krankenhausdatenbank NRW
Einzelnachweise
- ↑ Jens Breer / Christoph Bröcker: Geschäftsbericht 2024. In: Geschäftsbericht 2024. St. Antonius-Hospital Gronau GmbH, 1. September 2025, abgerufen am 1. Dezember 2025 (deutsch).