Spitalkirche Hl. Geist (Aichach)
Die katholische Spitalkirche Heilig Geist ist ein Baudenkmal in Aichach.
Geschichte
Anfänglich wurde noch keine Kirche, sondern nur ein Spitalbau errichtet: das Heilig-Geist-Spital, dessen Geschichte sich bis 1354 zurückverfolgen lässt, und das vielleicht zunächst vor den Toren Aichachs lag, vielleicht aber auch von Anfang an am heutigen Platz.[1] Der Aichacher Bürger Konrad der Werder und dessen Frau Elisabeth hatten für den Spitalbau jedenfalls den Hof zu Froschham zur Verfügung gestellt. 1359 wurde eine Kapelle erwähnt, der heutige Bau datiert vermutlich um 1420 und wurde 1473 verändert. Ein großes Wandgemälde, das sich im Innenraum der Kirche befindet, stellt Herzog Ludwig den Gebarteten als Gründer des Spitals dar – vermutlich irreführenderweise. 1634 wurde das Gotteshaus bei einem Brand teilweise zerstört, 1642/43 wiederhergestellt. 1734 wurde der Turm umgestaltet und 1789 nach Plänen von Jakob Schellhorn erhöht und statt eines Spitzhelms mit einer Zwiebelhaube bekrönt.[2][3]
Restaurierungen am Sakralbau fanden 1906 (außen) und 1914/16 (innen) statt, bei letzterer wurden barocke Fresken freigelegt. Weitere Restaurierungen folgten 1937, 1950, 1966 und 1995/96.
Baubeschreibung
Anlage
Die Spitalkirche ist eine zweischiffige Hallenkirche mit Kreuzgratgewölbe zu drei Jochen. Die Fassade mit Volutengiebel und schlankem, reich gegliedertem Turm beherrscht den Aichacher Stadtplatz.[2][3] Die östlichen Rundfenstern, die den sonst üblichen Altarauszug ersetzen, bergen 1917 geschaffene Glasgemälde von Franz Xaver Zettler, die den hl. Georg im Kampf mit dem Drachen (links) und die Muttergottes im Strahlenkranz (rechts) zeigen.
Wappenstein
An der Fassade ist ein Wappenstein für Herzog Ludwig den Gebarteten von 1418 angebracht. Die Inschrifttafel enthält Angaben zur Stadtbefestigung. Ein ähnlicher Wappenstein findet sich unter anderem in St. Jakob in Friedberg.[2]
Ausstattung
Die Fresken von 1789 stammen von Johann Georg Unglerth und zeigen im östlichen Teil die Verkündigung Mariens und die Taufe Christi, im westlichen Teil allegorische Darstellungen und an der Nordwand Herzog Ludwig den Gebarteten. Die drei Altäre an der Ostwand entstanden um 1680 – die Retabel der seitlichen Altäre thematisieren das Martyrium der heiligen Margaretha (links) und das Pfingstfest (rechts), die flankierenden Figuren verkörpern die heiligen Sebastian und Wolfgang (links) sowie Anna selbdritt und Ursula (rechts), der Mittelaltar selbst ist aufgrund der Zweischiffigkeit des Bauwerks relativ klein und birgt eine Schnitzgruppe mit der Krönung Mariens. Die steinerne Kanzel entstand um 1640.[2]
Weblinks
Literatur
- Georg Paula, Christian Bollacher: Landkreis Aichach-Friedberg (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band VII.87). Karl M. Lipp Verlag, München 2012, ISBN 978-3-87490-591-6, S. 66–67.
- Hl.-Geist-Stiftung Aichach (Hrsg.): Spitalkirche Aichach. Druckhaus Mayer & Söhne GmbH, Aichach 1992.
Einzelnachweise
- ↑ Informationen zur Spitalkirche Aichach auf www.wdw.bayern, aufgerufen am 29. Dezember 2025.
- ↑ a b c d Georg Paula: Schwaben. 2., überarb. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 2008, ISBN 978-3-422-03116-6, S. 8 f.
- ↑ a b Baudenkmäler Stadt Aichach. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 13. Mai 2020, abgerufen am 4. Juni 2020.
Koordinaten: 48° 27′ 30″ N, 11° 7′ 51″ O