Spielbankenaffäre (Niedersachsen)
Als Spielbankenaffäre werden zwei niedersächsische Skandale bezeichnet. Der 1987 publik gewordene Unterschlagungsskandal führte zur Aufhebung der privaten Spielbank-Konzessionen und zur Verstaatlichung der niedersächsischen Spielbanken. Der 2000 offenbar gewordene Betrugsskandal zog die Suspendierung mehrerer Spielbankmitarbeiter nach sich.
Skandal um die Spielbank Hannover/Bad Pyrmont (1987)
Wilfried Hasselmann musste am 31. Oktober 1988 als für die Aufsicht verantwortlicher Innenminister im Kabinett von Ernst Albrecht auf Druck der Opposition unter Gerhard Schröder (SPD) zurücktreten, weil er die Annahme von Spenden des privaten Betreibers der Spielbank Hannover/Bad Pyrmont verschwiegen hatte. Auch die Ehefrau des Ministerpräsidenten, Heidi Adele Albrecht, geriet zeitweise in die Kritik, weil sie Spielbankchef Felsenstein um Geld für humanitäre Zwecke gebeten und für dessen Spenden gedankt hatte. 1988 setzte der Niedersächsische Landtag zu den Vorgängen einen Untersuchungsausschuss ein (Siehe auch: Liste der Untersuchungsausschüsse des Niedersächsischen Landtags). Als Folge dieser Vorgänge wurden die niedersächsischen Spielkasinos verstaatlicht.[1][2]
Skandal um die Spielbank Hittfeld (2000)
Im Jahr 2000 gab es Presseberichte über den Verdacht, dass Mitarbeiter der nunmehr staatlichen Spielbank Hittfeld in den Jahren 1993 bis 2000 Glücksspiele manipuliert hatten. So sollte ein Roulettekessel manipuliert worden sein. Außerdem bestand der Verdacht, dass Croupiers verspätetes Setzen zugelassen und überhöhte Gewinne ausbezahlt hätten. Im Jahr 2000 wurden von der Geschäftsleitung der Spielbanken Niedersachsen GmbH, Hannover, 13 Mitarbeiter vom Dienst suspendiert.[3] Die Staatsanwaltschaft in Lüneburg hat Ermittlungen aufgenommen, die Verfahren wegen Betrugsverdachts und Untreue schließlich aber eingestellt.
Weblinks
- Ulrich Smidt: Nichts geht mehr: Die Spielbanken-Affäre 1988 bei ndr.de vom 25. Oktober 2023
- Chronologie: Niedersachsens Spielbankaffäre bei ndr.de
Einzelnachweise
- ↑ Wie CDU und FDP künftig die niedersächsischen Kasino-Millionen verwenden wollen, Artikel im Spiegel vom 12. September 1988; abgerufen am 21. Februar 2010
- ↑ Nichts geht mehr: Die Spielbankenaffäre 1988, NDR, 27. August 2008; abgerufen am 29. April 2021
- ↑ Betrug in Spielbank Hittfeld – Mitarbeiter suspendiert, Artikel in der Welt vom 10. Juli 2000; abgerufen am 21. Februar 2010