Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

  Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling
Staat Deutschland Deutschland
Sitz Rosenheim
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 711 500 00[1]
BIC BYLA DEM1 ROS[1]
Gründung 1856
Verband Sparkassenverband Bayern
Website www.spk-ro-aib.de
Geschäftsdaten 2024[2]
Bilanzsumme 6,652 Mrd. Euro
Einlagen 4,947 Mrd. Euro
Kundenkredite 5,074 Mrd. Euro
Mitarbeiter 775
Geschäftsstellen 50
Leitung
Verwaltungsrat Andreas März, Vorsitzender
Vorstand Karl Göpfert, Vorsitzender
Stephan Donderer, Vorstandsmitglied
Thomas Walkenhorst, Vorstandsmitglied
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Rosenheim in Bayern. Ihr Geschäftsgebiet erstreckt sich über das Gebiet der Stadt und des Landkreises Rosenheim, mit Ausnahme der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises Wasserburg am Inn, welche der Sparkasse Wasserburg zugeordnet sind.

Geschichte

Am 5. Juni 1856 wurde die „Distriktsparkasse Rosenheim“ erstmals für Einlagen und am 3. Juli für Ausleihungen geöffnet. Erster Kassier war der Apotheker und vormalige Bürgermeister Johann Georg Rieder. Die Distriktsparkasse der damals noch sehr kleinen Marktgemeinde Rosenheim entwickelte sich gut: Ende 1859 betrugen die Einlagen bereits 150.000 Gulden.

1864 wurde in Bad Aibling die Distrikts-Sparkasse gegründet, die bis 1923 ehrenamtlich verwaltet wird. 1875 weicht der Gulden der Mark – es dauerte jedoch Jahre, bis die neue Währung bei der vorwiegend ländlichen Bevölkerung genügend Vertrauen fand. Ein Jahr zuvor wurde das Vermögen und die Verwaltung der Sparkassen durch Erlass der „Grundbestimmungen“ von den Gemeinden getrennt und damit eine Reform des Sparkassenwesens eingeleitet. In Rosenheim versäumte man es jedoch, die Höchstbetragsbegrenzung von 500 Mark für Einlagen aufzuheben. Im Mittertor, dem ersten Domizil der Sparkasse, wurde 1895 das Heimatmuseum eröffnet. Die Sparkasse hat ihre Amtsräume nunmehr im Rathaus – dem ehemaligen Bahnhof der Stadt.

Mit Wirkung zum 1. Juni 1911 erhielten die Sparkassen die Genehmigung, den bargeldlosen Zahlungsverkehr aufzunehmen. 1921 wurde eine erste Außenstelle der Sparkasse Rosenheim in Kiefersfelden errichtet. Die Sparkasse zog 1924 in ein eigenes Gebäude an der Kufsteiner Straße um und erjielt mit Christian Scharff den ersten fachlich ausgebildeten Sparkassenleiter. Es folgt die Fusion mit der 1866 gegründeten Bezirkssparkasse Prien. 1926 überschritten die Einlagen die Millionengrenze. Die Sparkasse Rosenheim wurde 1935 eine der ersten Zweckverbandssparkassen. Die Stadtgemeinde und der Bezirk – wenig später in Stadt und Landkreis umbenannt – bildeten nun einen Zweckverband auf völlig paritätischer Grundlage.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde ein großer Teil des männlichen Mitarbeiter zum Heeresdienst eingezogen, 17 fielen. 1946 führte der Bayerische Sparkassen- und Giroverband die Prüfung zur personellen Säuberung im Rahmen der Entnazifizierung durch. Der damalige Prüfer Josef Gumpp wurde am 23. Juli mit der (zunächst kommissarischen) Leitung der Sparkasse beauftragt.

1948, im Jahr der Währungsreform wuchs die Sparkassenbelegschaft von 45 auf 180 Mitarbeiter. Auf Initiative der Sparkasse entstanden 1949 an der Wittelsbacherstraße in Rosenheim moderne Wohnblocks. Zum 100-jährigen Bestehen bezog die Sparkasse ein neues Sparkassengebäude. Die Bilanzsumme wuchs auf 44 Millionen DM an; die Gesamteinlagen betrugen 38 Millionen DM.

In den folgenden Jahren eröffnete die Sparkasse im Landkreis und in der Stadt zahlreiche Geschäftsstellen. 1968 wurde die erste Datenfernübertragung im europäischen Kreditgewerbe zwischen den Sparkassen Rosenheim und Bad Reichenhall in Betrieb genommen. 1970 wurde Sparkassenleiter Josef Gumpp der erste Vorstandsvorsitzende, Josef Miehle und Michael Helf Vorstandsmitglieder. Nachfolger Gumpps war von 1971 bis 1985 Josef Miehle. Ihm folgte als Vorsitzender Ludwig Holnburger (1985 bis 2005).

1978 überschritt die Bilanzsumme der Sparkasse die Milliarden-Mark-Grenze. 1980 wurde der Elektronische Zahlungsverkehr für Überweisungen eingeführt. Rosenheim gehörte zu den Testsparkassen. Als erstes Geldinstitut im südostbayerischen Raum erhielt die Sparkasse einen poolfähigen, elektronisch gesteuerten Geldautomaten.

1994 wurde die Sparkasse Rosenheim vom Weltwirtschaftsforum unter die 100 besten Hidden Champions in Europa eingeordnet. Mit einer Bilanzsumme von rund 3,7 Milliarden DM und rund 700 Mitarbeitern gehörte sie zu den größten bayerischen Sparkassen. Ende 1998 bis Anfang 2002 erfolgte der Umbau der Hauptstellengebäude. Zum 1. April 2005 fusionieren die Sparkasse Rosenheim und die Kreissparkasse Bad Aibling sowie die Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Rosenheim zur heutigen „Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling“.

Zu Beginn des Jahres 2008 begann die Sanierung des Sparkassen-Hochhauses in der Kufsteiner Straße, 2011 erfolgte die Einweihung. Mit 47,63 Metern ist das Hochhaus der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling das höchste Gebäude in der Rosenheimer Innenstadt. Auffallend ist die Holzfassade mit schützender Glashaut, die im Rahmen eines intelligenten Energiekonzepts auf Umwelteinflüsse reagiert.

Gesellschaftliches Engagement

Die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling wendet jährlich mehr als drei Millionen Euro für Spenden und Sponsoring auf. Es werden Projekte in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung, Soziales und Tourismus unterstützt. Seit 2006 wurden zwei Stiftungen zur Finanzierung nachhaltiger Projekte in Stadt und Landkreis Rosenheim gegründet. Außerdem wird eine Dachstiftung zur Aufnahme von Stiftungsfonds betrieben.

Einzelnachweise

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Sparkassenrangliste 2024. (PDF; 35 kB; 8 Seiten) In: Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband. DSGV.de, 15. Juni 2025, archiviert vom Original; abgerufen am 15. Juni 2025.

Koordinaten: 47° 51′ 14,4″ N, 12° 7′ 31,8″ O