Sorda – Der Klang der Welt

Film
Titel Sorda – Der Klang der Welt
Originaltitel Sorda
Produktionsland Spanien
Originalsprache Spanisch, Spanische Gebärdensprache
Erscheinungsjahr 2025
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Eva Libertad
Drehbuch Eva Libertad
Produktion Miriam Porté, Nuria Muñoz Ortín, Adolfo Blanco
Musik Aránzazu Calleja
Kamera Gina Ferrer García
Schnitt Marta Velasco
Besetzung
  • Miriam Garlo: Ángela
  • Álvaro Cervantes: Héctor
  • Elena Irureta: Elvira
  • Joaquín Notario: Fede

Sorda – Der Klang der Welt (Originaltitel Sorda, internationaler Titel: Deaf) ist ein spanischer Spielfilm von Eva Libertad aus dem Jahr 2025. Das Familiendrama handelt von einer gehörlosen Frau, die in eine Krise gerät, nachdem sie schwanger geworden ist. Die Hauptrolle übernahm Miriam Garlo. Die Uraufführung fand Mitte Februar 2025 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) statt. Das Werk basiert auf einem preisgekrönten Kurzfilm gleichen Namens aus dem Jahr 2021.

Handlung

Ángela und Héctor bekommen ein Kind. Im Gegensatz zu ihrem Lebensgefährten ist Ángela gehörlos. Sie fürchtet sich davor, Mutter zu sein.[3][4] Außerdem ist vor der Geburt noch unklar, ob das Kind hörend sein wird. Bei allen Terminen muss Héctor mitkommen, um zu dolmetschen. Dadurch sieht sich Ángela in ihrer Autonomie und Selbstwirksamkeit beschränkt. Gerade als es bei der Geburt Komplikationen gibt, muss Héctor aus dem Blickfeld von Ángela gehen, was sie verunsichert. Schließlich gebärt sie ein gesundes Kind.

Weil sich noch Fruchtwasser in den Ohren befindet, kann auch unmittelbar nach der Geburt noch nicht festgestellt werden, ob das Kind hörend sein wird. Die Betreuung teilen sich Ángela und Héctor auf. Ángela kann auch früh wieder zur Arbeit, wo sie töpfert. Ein paar Monate später stellt sich heraus, dass das Kind hörend ist und schon bald spricht es sein erstes Wort: Wasser. Das bekommt Ángela aber wegen ihrer Gehörlosigkeit nicht mit. Ángela hat nun zunehmend Probleme, mit ihrem Kind zu kommunizieren, weil es dauernd von Geräuschen abgelenkt ist und nicht auf Ángela achtet. Auch der Umgang mit anderen hörenden Müttern fällt Ángela schwer. Sie bleibt immer länger bei der Arbeit und trifft sich öfter mit ihren gehörlosen Freunden. Héctor übernimmt deshalb die meiste Betreuungsarbeit und wird zur Hauptbezugsperson des Kindes.

Als die Familie Héctors Vater besuchen will, braucht Ángela lange zum Packen, was die Abfahrt verzögert. Héctor beschwert sich, dass Ángela sich zu wenig kümmert und Ángela wirft Héctor vor, dass er Ángela zu wenig einbezieht. Ángela fährt nach dem Streit alleine ans Meer, wo ihre Freunde einen Kurzurlaub verbringen. Zurück daheim haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Ángela widmet sich im Garten ihrem Kind, welches das erste Mal eine Gebärde nachmacht.

Entstehungsgeschichte

Sorda ist der zweite Spielfilm der spanischen Filmregisseurin und Drehbuchautorin Eva Libertad, für den sie auch das Skript verfasste. Gemeinsam mit Nuria Muñoz hatte sie im Jahr 2021 unter anderem den 21-minütigen Kurzfilm Sorda inszeniert, in dem Libertads gehörlose Schwester Miriam Garlo die Hauptrolle übernommen hatte. Die Geschichte zum Film war autobiografisch geprägt – Garlo dachte selbst über eine Schwangerschaft nach und teilte in mehreren Gesprächen mit Libertad ihre Sorgen, Ängste und Erwartungen über die Mutterschaft in einer Welt, die für Hörende gemacht wurde. Aus den Gesprächen entstand der dramatische Kern für Libertads Drehbuch zum Kurzfilm. Sorda war der erste in Gebärdensprache gedrehte Kurzfilm, der für den spanischen Filmpreis Goya nominiert wurde. Außerdem wurde das Werk in die Programme von 110 Festivals aufgenommen und mit mehr als 60 Preisen ausgezeichnet.[4]

Libertad empfand die Arbeit an dem Kurzfilm als „intensiv und aufschlussreich“. Gleichzeitig war es ihr erster Kontakt mit den Themen Mutterschaft und Taubheit. Sie hatte das Gefühl, dass die Geschichte der Protagonistin noch nicht auserzählt sei und arbeitete daraufhin an einer Spielfilmversion. Erneut besetzte sie die Hauptrolle mit ihrer Schwester Miriam Garlo. In Vorbereitung auf die Realisierung arbeitete Libertad im Rahmen von Kultur- und Förderprogrammen mit den Regisseurinnen Icíar Bollaín und Celia Rico sowie mit der Produzentin María Zamora zusammen.[4]

Veröffentlichung

Die Weltpremiere von Sorda erfolgte am 15. Februar 2025 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Dort wurde das Werk in die Sektion Panorama aufgenommen.[3]

Ein regulärer Kinostart in Spanien ist ab 4. April 2025[5] im Verleih von Latido Films geplant.[4]

In Deutschland kam der Film am 30. Oktober 2025 in die Kinos.[6] Im Verleih von Piffl Medien wurde der Film sowohl in der spanischen als auch in der deutschen Fassung jeweils mit deutschen Untertiteln für Taube oder Schwerhörige gezeigt.[7]

Rezeption

Laut der Redaktion von Filmdienst zeigt der Film anschaulich und in sehr konkreten Situationen, „wie die hörende Welt Gehörlose marginalisiert und wie ihre Ansprüche und Hoffnungen immer wieder mit der Wirklichkeit kollidieren“. Dabei trete ein optimistisches Plädoyer für Pragmatismus und Verständnis hervor und es wurden 4 von 5 Sternen vergeben.[8] Bei Kino‑Zeit merkt Peter Gutting an: „Was sich auf dem Papier wie Kitsch liest, wirkt auf der Leinwand eher wie ein eingespieltes Ritual vertrauter Alltäglichkeit.“ Mit den komplexen Figuren sei der Film tragisch und zeige für alle Zuschauenden nachvollziehbar einen Kampf um Anerkennung.[9] Britta Schmeis zeigt in Epd‑Film auf, dass Eva Libertad „Sprache fühlbar, Licht fast hörbar“ mache und gegenüber den Figuren niemals Partei ergreife. „Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Welt für Hörende gemacht ist, die Gräben aber zu überwinden sind.“[10]

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele Berlin 2025[11]

Auch gelangte Sorda in die Vorauswahl zum Europäischen Filmpreis 2026.[12]

Einzelnachweise

  1. Freigabebescheinigung für Sorda – Der Klang der Welt. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 273057).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Sorda – Der Klang der Welt. Jugendmedien­kommission.
  3. a b Sorda. In: berlinale.de (abgerufen am 4. Februar 2025).
  4. a b c d Jamie Lang: Latido Acquires Eva Libertad’s ‘Sorda,’ Adapted From the Director’s 2023 Goya-Nominated Short (EXCLUSIVE). In: variety.com, 5. Dezember 2024 (abgerufen am 17. Dezember 2024).
  5. Sorda – Informationen zur Veröffentlichung. In: imdb.com (abgerufen am 17. Dezember 2024).
  6. Sorda - Der Klang der Welt. In: filmstarts.de. Abgerufen am 16. Oktober 2025.
  7. Sorda bei Piffl Medien abgerufen am 1. November 2025.
  8. Sorda – Der Klang der Welt. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. November 2025.
  9. Peter Gutting: Sorda – Der Klang der Welt (2025). In: Kino-Zeit. Abgerufen am 1. November 2025.
  10. Britta Schmeis: Kritik zu Sorda – Der Klang der Welt. In: epd-Film. 24. Oktober 2025, abgerufen am 1. November 2025.
  11. Weitere Preise. In: berlinale.de. Abgerufen am 2. März 2025.
  12. Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu (abgerufen am 14. Oktober 2025).