Sophienkirche (Warschau)

Die Sophienkirche (Hagia Sophia) ist eine Pfarrkirche der Polnisch-Orthodoxen Kirche in Warschau. Sie befindet sich an der Puławska-Straße (568) am südlichen Stadtrand im Stadtbezirk Ursynów. Es ist erste Neubau einer orthodoxen Kirche in Warschau seit über hundert Jahren.[1] Die Bauarbeiten begannen 2015, die Kirchweihe fand im Jahr 2023 statt.

Geschichte

Die Sophienkirche (sie wird auch als Kathedrale bezeichnet) ist eine von drei bestehenden großen orthodoxen Kirchenbauten in Warschau.[2] Die Maria-Magdalenen-Kathedrale in Warschau-Praga und die Kirche St. Johannes Klimakos in Warschau-Wola wurden in der Zeit der russischen Herrschaft in Ostpolen (Weichselland) errichtet.[3] Die Alexander-Newski-Kathedrale war nach der Erlangung der Unabhängigkeit Polens in den 1920er Jahren abgerissen worden.

Die Planung zu einem Neubau folgte dem zunehmenden Zuzug orthodoxer Gläubiger aus slawischsprachigen Teilen Europas. Das Baugrundstück an der Puławska-Straße erhielt die orthodoxe Gemeinde als Entschädigung für nach dem Krieg enteignete Flächen in der Wolska-Straße.[3] Im Juli 2015 wurde das Gelände eingezäunt,[4] und im Dezember 2015 erfolgte der feierliche Baubeginn.[5]

Die Grundsteinlegung fand im Beisein des ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., statt. Während der Zeremonie wurde auch eine Zeitkapsel eingemauert, die Erde der Stelle enthielt, an der 1944 beim Massaker von Wola Kinder eines orthodoxen Waisenheimes ermordet worden waren. Die Kirche wurde außerdem den Opfern des Überfalls auf Polen, von Deportation und Vernichtungslagern, des Warschauer Aufstands und der Operation Weichsel sowie den zerstörten orthodoxen Kirchen in den Regionen Chełm und Podlachien gewidmet.[6]

Der Entwurf zum Gebäude stammt von dem Warschauer Architekten Andrzej Markowski.[5] Es ist der Hagia Sophia in Istanbul nachempfunden.[7] Die Kirche ist 26 Meter hoch und umfasst eine Fläche von 1200 Quadratmetern. Die Kuppel ist im griechischen Stil ausgeführt.[8] Die Wände sind mit Mosaiken und Fresken verziert.[5] Der Hauptaltar ist der Geburt der Jungfrau Maria, der Seitenaltar dem heiligen Pantaleon gewidmet.

Im Glockenturm der Kirche befinden sich acht Glocken, von denen die schwerste 1200 kg wiegt. Sie wurden im Februar 2020 geweiht. Am Tag der Glockenweihe wurde auch die Polychromie der zentralen Kuppel enthüllt.[8] Am 20. September 2020 fand eine erste Weihe der noch nicht ganz fertiggestellten Kirche statt, im Anschluss daran konnten dort Gottesdienste abgehalten werden.[3] Am 14. Mai 2023 wurde die endgültige Weihe durch Sawa, den Metropoliten der orthodoxen Kirche in Polen geleitet.[6]

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Warschau: Neue Hagia-Sophia-Kathedrale wurde geweiht, 24. September 2020, Kathpress (abgerufen am 15. November 2025)
  2. Daneben gibt es noch einige orthodoxe Kapellen, darunter die im Jahr 2019 geweihte Georgskapelle des orthodoxen Ordinariats der Polnischen Streitkräfte in Warschau-Włochy
  3. a b c pap, Prawosławie: Uroczystość poświęcenia cerkwi Hagia Sophia w Warszawie, 15. Mai 2023 (polnisch, abgerufen am 15. November 2025)
  4. Ogrodzenie posesji pod budowę cerkwi św. Sofii, 1. Juli 2015, orthodox.pl (polnisch, abgerufen am 15. November 2025)
  5. a b c Katarzyna Jaworowska, Warszawa: Postępy w budowie cerkwi Hagia Sophia, 25. März 2016, cerkiew.pl (polnisch, abgerufen am 15. November 2025)
  6. a b ocp, Hagia Sophia Church in Warsaw Consecrated, 16. Mai 2023, ocpsociety.org (englisch, abgerufen am 15. November 2025)
  7. epd, Historiker: Hagia Sophia bleibt zentrales Symbol der Orthodoxie, 23. Juli 2020, Evangelisch.de (abgerufen am 15. November 2025)
  8. a b Przemysław Ziemichód, Warszawska Hagia Sofia ma już poświęcone dzwony. Konsekracja cerkwi Mądrości Bożej jeszcze w tym roku, 3. Februar 2020, warszawa.naszemiasto.pl (polnisch, abgerufen am 15. November 2025)
Commons: Hagia Sophia Orthodox church in Warsaw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 6′ 16,3″ N, 21° 1′ 3,2″ O