Sophie Lillie

Sophie Lillie (* 1970 in Wien) ist eine österreichische Kunst- und Zeithistorikerin mit dem Schwerpunkt NS-Raubkunst und Restitution.

Leben

Lillie studierte Kunstgeschichte in Wien und den Vereinigten Staaten und erhielt an der Columbia University den Abschluss Master of Arts. Zwischen 1995 und 2001 war sie für die Israelitische Kultusgemeinde Wien im Bereich Restitution tätig. Seit 2001 arbeitet sie freiberuflich in der Provenienzforschung.[1] 2003 legte sie unter dem Titel Was einmal war eine umfassende Studie zu den in Wien „arisierten“ Kunstsammlungen vor. Sie wurde 2014 an der Universität Wien mit einer Dissertation zum Thema Klimt's women collectors. The Pulitzer Sisters Szerena Lederer, Jenny Steiner and Aranka Munk promoviert.[2]

Im September 2025 erfolgte ihre Berufung als Schiedsrichterin an die neu eingerichtete Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut der deutschen Bundesregierung.[3]

Schriften

Monografien
  • Was einmal war. Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens. Czernin Verlag, Wien 2003, ISBN 978-3-7076-0049-0.
  • Portrait of Adele Bloch-Bauer, mit Georg Gaugusch. Neue Galerie New York 2009, ISBN 978-1-931794-16-9 (Ausstellungskatalog).
  • Feindliche Gewalten. Das Ringen um Gustav Klimts Beethovenfries. Czernin Verlag, Wien 2018, ISBN 978-3-7076-0588-4.
Beiträge (Auswahl)
  • Fürstin Paulines Frühlingsfeste. Weibliche Wohltätigkeit auf dem Weg zur Wiener Moderne. In: Elana Shapira, Anne-Katrin Rossberg (Hrsg.): Gestalterinnen. Frauen, Design und Gesellschaft im Wien der Zwischenkriegszeit, De Gruyter, 2023, ISBN 978-3-11-077188-6, S. 31–48 (Open Access).
  • Täter und Täterinnen. In: Florian Wenninger, Marie-Sophie Egyed (Hrsg.): Schaltstelle des Terrors. Geschichte und Personal der Zentralstelle für jüdische Auswanderung Wien 1938–1943, Böhlau Verlag, Wien 2025, ISBN 978-3-205-22381-8, S. 171–277.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Sophie Lillie, bei Czernin-Verlag, abgerufen am 23. Februar 2021
  2. Universität Wien, U-Theses
  3. Meilenstein auf dem Weg zur Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut: Ausschuss verständigt sich im Kanzleramt auf Schiedsrichterverzeichnis und Präsidium. 19. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.