Sophie Diez

Sophie Diez, geborene Sophie Hartmann, (* 1. September 1820 in München; † 3. Mai 1887 ebenda) war eine deutsche Theaterschauspielerin und von 1837 bis 1878 königlisch bayerische Hofopernsängerin (Sopran).

Leben

Diez war die Tochter eines Münchner Stadtmusikers namens Hartmann, von den sie auch ihren ersten musikalischen Unterricht erhielt, da er ihr Talent und ihre schöne Stimme früh erkannthatte und fördern wollte. Bereits als Kind sang sie im Kirchenchor und wurde im Winter 1835/1836 Mitglied des Chores am königlichen Hoftheater. Dort wurde sie durch den Dirigenten Franz Lachner und T. Lenz für das Theater ausgebildet. Am 1. Dezember 1836 bekam sie ihre erste Rolle als Soubrette in dem Stück Der Wasserträger oder die beiden Tage von Luigi Cherubini, in dem sie die Angelina darstellte. Dabei bildete sie sich weiter, indem sie sich die Gesangstücke und Interpretationen ihrer bedeutenden Gesangskollegen anhörte.

In den folgenden Jahren konnte Diez an mehreren Uraufführungen mitwirken, die durchweg positive Kritiken bekamen, so unter anderem am 20. Mai 1838 in Die Hugenotten, am 23. Juli 1841 in Zar und Zimmermann oder am 13. November 1846 in Der Waffenschmied. Sie erhielt auch Rollen in Lokalstücken, da sie als gebürtige Münchnerin den dort gesprochenen Dialekt beherrschte. So spielte in österreichischen Dialktrollen unter anderem die Rosel in Der Verschwender (Ferdinand Raimund) sowie die gleichnamige Rolle S’ letzte Fensterl (Das letzte Fensterln, Ignaz Lachner) und das Nandl in Das Versprechen hinterm Herd (Alexander Baumann).

Der Prinzregent Luitpold ernannte sie 1861 zur königlichen Kammersängerin. Ende 1866 feierte Diez unter großer Anteilnahme ihres Publikums ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Mit Wirkung zum 31. Dezember 1877 trat sie offiziell aus dem Verband des Kunstinstituts aus, wobei sie nicht ihren Abschiedvon der Bühne gab, sondern sich bei Bedarf zur Verfügung stellte und weiterhin aufrtat. Ihr letzter öffentlicher Auftritt war am 11. April 1878, wo sie als Nandl zu sehen war.[1]

Ihre schöne Stimme, ihr angenehmes Darstellungsvermögen und eine überraschende Vielseitigkeit zeichneten sie aus. Von der letzteren gibt ihr Repertoire Kunde, das fast alle Partien der großen wie der komischen Oper umfasst. Charakteristisch ist, dass sie in Figaros Hochzeit außer der Marcelline alle Damenrollen, in der Zauberflöte sechs Rollen sang.

Ihre ältere Schwester Walburga, genannt Wally, (um 1815 – Juni 1878), verheiratet mit dem Hofmusiker Carl Rohrleitner (um 1811 – 21. April 1872)[2] war seit 1851 ebenfalls Sopranistin am Münchner Hoftheater und wurde Hofkapellsängerin.[3] Sie wurde Anfang des Jahres 1864 pensioniert.[4]

Rollen (Auswahl)

Ehrungen (Auswahl)

  • 30. November 1861: In einer Privataudienz anlässlich ihres fünfundzwanzigjährigen Künstlerjubiläums zur königliche Kammersängerin (Hofopernsängerin) ernannt
  • 1870: Ehrenmitglied des Nationaltheaters

Grabstätte

1841 heiratete Diez in München ihren Kollegen den Tenorsänger und Schauspieler Ernst Friedrich Diez (17. März 1805 – Dezember 1892). Diez starb im Alter von 66 Jahren. Die Grabstätte von ihr und ihrem Ehemann, der sie um fünf Jahre überlebte, befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 4 in Reihe 8 in Platz 57) Standort.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ludwig Eisenberg: Diez, Sofie (geborene Hartmann). In: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Paul List, Leipzig 1903, S. 200–201 (daten.digitale-sammlungen.de).
  2. 33 – 3 – 33 (Hartmann · Rohrleitner) alter-suedlicher-friedhof-muenchen.de.
  3. K. Hofmusik-Intendanz. In: Hof und Staatshandbuch des Königreichs Bayern. Landesamt, München 1865, S. 169 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. Franz Grandaur: Chronik des Königlichen Hof- und National-Theaters in München: zur Feier seines hundertjährigen. München 1878, S. 150 und 175 (Textarchiv – Internet Archive).
  5. 4 – 8 – 57 (Diez) – Grab der Familie Diez alter-suedfriedhof.de (mit weiteren Informationen).