Sonia Landy Sheridan
Sonia Landy Sheridan (* 10. April 1925 in Newark (Ohio); † 30. Oktober 2021 in Hanover (New Hampshire))[1][2] war eine US-amerikanische bildende Künstlerin, Pädagogin, Wegbereiterin der Copy Art und Gründerin des Programms „Generative Systeme“ an der School of the Art Institute of Chicago (heute: Art Institute of Chicago).
Leben und Werk
Sonia Landy Sheridan studierte von 1941 bis 1945 Bildende Kunst am Hunter College in New York City, wo sie 1945 ihren Bachelor-Abschluss erwarb. Anschließend absolvierte sie von 1946 bis 1947 an der Columbia University in New York City ein Aufbaustudium. In den Jahren 1948 und 1949 absolvierte sie außerdem ein Aufbaustudium an der University of Illinois. 1957 zog sie mit ihrem Ehemann James E. Sheridan nach Taiwan und besuchte während ihres Aufenthalts die National Taiwan Normal University. Zurück in den USA erhielt sie 1960 ihren „Master of Fine Arts“ am California College of Arts and Crafts (heute: California College of the Arts).
Zwischen 1960 und 1961 war Sheridan nacheinander Dozentin am California College of Arts and Crafts und Professorin am Art Institute of Chicago. Anschließend wurde sie Assistenzprofessorin (1968–1975) und außerordentliche Professorin (1968–1976) an der School of the Art Institute of Chicago, wo sie hauptsächlich Kurse in Zeichnen und Grafik unterrichtete. 1976 wurde sie ordentliche Professorin.
1970 gründete Sheridan am Art Institute of Chicago die neue Abteilung „Generative Systeme“. 1970 war das Jahr, in dem Sheridan erste Erfahrungen mit einem Thermofaxkopierer der Firma 3M sammelte. Sie knüpfte Kontakte zu 3M und wurde als Artist in Residence in das 3M Color Research Lab nach Saint Paul (Minnesota) eingeladen. Dort konnte sie sich intensiv mit den gestalterisch-künstlerischen Möglichkeiten und Anwendungen des neuen „Color-in-Color“-Farbkopierers beschäftigen. Sheridan schuf mit dem ersten „Haloid-Xerox“-Kopierer und den frühen Telekopierern Bilder, zeigte sie in Ausstellungen in Nordamerika und machte so die Kunst mit dem Fotokopierer – die Copy Art – bekannt.
Sheridan prägte ihre Kunst und Lehre nach der Prämisse, dass Kunst, Wissenschaft und Technologie als ineinandergreifende Denksysteme funktionieren.
Sammlungen
2002 nahm das Hood Museum of Art Dartmouth College, Hanover über 600 von Sheridans zwischen 1949 und 2002 in verschiedenen Medien geschaffene Kunstwerke in seine ständige Sammlung auf. Weitere Museen und Institutionen mit Sammlungen ihrer Werke sind:
- National Gallery of Canada, Ottawa
- Museum of Science and Industry, Chicago
- University of Iowa Museum, Iowa City
- Visual Studies Workshop, Rochester
- Brooklyn Museum, Brooklyn, New York
- InterCommunication Center, Tokio
- 3M Corporation, Saint-Paul
- Metropolitan Museum of Photography, Tokio
Ausstellungen (Auswahl)
- 1970: Software – Information Technology: Its New Meaning for Art. Jewish Museum (New York City)
- 1974: Gruppenausstellung mit Keith Smith im Museum of Modern Art (MoMA) in New York
- 1983: Electra. Kunst- und Technologieausstellung im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris
- 1986: Procesos: Cultura y nuevas tecnologías. Gruppenausstellung im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid mit Werken von Nam June Paik, Marisa González, Paloma Navares, Marina Abramović und John Cage
- 2009: The Art of Sonia Landy Sheridan. Einzelausstellung im Hood Museum of Art am Dartmouth College in Hanover (New Hampshire)
- 2013: Exhibition Imaging with Machine Processes. Einzelausstellung auf der Transmediale, dem Festival für Kunst und visuelle Kultur in Berlin.[3]
Veröffentlichungen
- The Inner Landscape and the Machine a Visual Studies Workshop Exhibition of the Work of Sonia Landy Sheridan. Visual Studies Workshop, Rochester 1974.
- lightworks. Number 14/15. Lightworks Magazine, 1981.
- Art at the Dawning of the Electronic Era: Generative Systems. Lonesome Press, Hanover 2014, ISBN 978-0-6158-8869-9.
Literatur
- Diane Kirkpatrick, Katherine Hart, Mary Flanagan (Hrsg.): The Art of Sonia Landy Sheridan. Hood Museum of Art Darmouth College, Hanover 2009, ISBN 978-0-9447-2238-1.
Weblinks
- Fondation Daniel Langlois Sonia Sheridan fonds
- Werke von Sonia Landy Sheridan bei Art Institute Chicago
Einzelnachweise
- ↑ Sonia Sheridan, Biography. Fondation Daniel Langlois, abgerufen am 29. September 2025 (englisch).
- ↑ Sonia Landy Sheridan. In: De Gruyter (Hrsg.): AKL Online / Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.
- ↑ Sonia Landy Sheridan. transmediale, abgerufen am 29. September 2025 (englisch).