Solomon Rosenbloom
Solomon „Sol“ Rosenbloom (* 21. November 1866 in Grodno; † 16. November 1925 in New York City)[1] war ein US-amerikanischer Geschäftsmann, Philanthrop und jüdischer Gemeindeführer in Pittsburgh, Pennsylvania. Als Nachkomme des Gaon von Wilna engagierte er sich stark für jüdische Bildung und zionistische Anliegen. Er trug sowohl zur Entwicklung lokaler Institutionen als auch zur Gründung der Hebräischen Universität Jerusalem bei.
Leben
Rosenbloom wurde 1866 in Suwałki, an der Grenze zwischen Polen und Litauen, als Sohn von Jacob und Fannie Rosenbloom geboren. Er hatte sieben Geschwister: Morris, Mayer, Ida, Sarah, Goldie, Anna und Eva. Um 1886 emigrierte er im Alter von 20 Jahren in die Vereinigten Staaten. Da er wehrpflichtig war, konnte er nicht legal ausreisen und überquerte die Grenze heimlich. Später folgte ihm ein Großteil seiner Familie in die USA, während eine Schwester in Polen blieb.[2]
Vor seiner Emigration studierte Rosenbloom an Jeschiwot in Slonim und Zaludok.
Karriere
Nach seiner Ankunft in Pittsburgh trat Rosenbloom, gemeinsam mit seinem Verwandten Cass Sunstein, in das Großhandelsgeschäft mit Spirituosen ein und eröffnete ein Geschäft in Allegheny City. Mit den Erträgen seines Unternehmens investierte er später erfolgreich in Bank- und Finanzgeschäfte.[2]
Gemeindearbeit
1916 gehörte Rosenbloom zu den 20 Gründungsmitgliedern des Hebrew Institute, eines jüdischen Bildungszentrums in Pittsburgh, und war dessen erster Präsident über neun Jahre hinweg. Unter seiner Leitung wurde 1923 die Sol Rosenbloom Teacher’s Training School gegründet, die später in die Louis I. Aaron Hebrew High School überging. Zudem beherbergte das Institut die Sol Rosenbloom Library, die über viele Jahre die größte Judaica-Sammlung der Region darstellte. Nach seinem Tod wurde vom Institut ein lebensgroßes Porträt durch den Maler Samuel Rosenberg in Auftrag gegeben.[2]
Rosenbloom war außerdem Präsident der Tree of Life Congregation und verwandt mit Rabbiner Solomon Neches, dem ersten Rabbiner der 1913 gegründeten Congregation B’nai Israel.
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Celia Rosenbloom (um 1874–1947), die als junge Frau aus Deutschland nach Pittsburgh gekommen war, wurde er für umfangreiche Wohltätigkeit in Pittsburgh und in Palästina bekannt. 1921 spendete das Ehepaar zu seinem 25. Hochzeitstag 100.000 US-Dollar an verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen. Im darauffolgenden Jahr gab Rosenbloom 250.000 US-Dollar an den Palestine Development Fund und stiftete später weitere 250.000 US-Dollar für die Gründung der Hebräischen Universität Jerusalem, die 1925 eröffnet wurde.[2]
Als überzeugte Zionisten reisten Sol und Celia Rosenbloom 1922 im Auftrag von Louis Brandeis und Julian Mack vom Palestine Development Council fünf Monate nach Palästina. Rosenbloom untersuchte dort Investitionsmöglichkeiten zur Unterstützung einer jüdischen Heimstätte. Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte er den Bericht A Practical View of the Palestine Problem. Solomon Rosenbloom starb 1925.[2]
Familie
Rosenbloom war mit Celia Rosenbloom verheiratet; das Paar hatte drei Kinder: Charles, Arthur und Estelle.
- Charles J. Rosenbloom (1898–1973) war Jurist, Philanthrop und Kunstsammler. Er leitete die Rosenbloom Finance Corporation, engagierte sich für lokale Wohltätigkeit und zionistische Projekte und spielte in den 1940er Jahren eine Rolle bei der Mittelbeschaffung für die Unabhängigkeit Israels. Er war Treuhänder der Carnegie Mellon University sowie des Carnegie Institute und hinterließ eine bedeutende Kunst- und Druckgrafiksammlung.
- Sein Bruder Mayer Rosenbloom führte ein Spirituosengroßhandel in Allegheny City und war Präsident der Congregation Beth Israel of the North Side.
- Seine Schwester Ida Rosenbloom heiratete den Bankier Louis Jay Stein. Deren Sohn, Abraham C. Stein, war Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Pennsylvania.
Gedenken
Die Hebräische Universität Jerusalem ehrte das Andenken an Solomon Rosenbloom, indem sie mehrere aus seinem Vermächtnis finanzierte Lehrstühle nach ihm benannte und 1947 einem von den Rosenblooms gestifteten Campus-Gebäude (damals Standort des Institute for Jewish Studies) den Namen Rosenbloom Memorial Building gab. Zunächst wurde 1928 der Rosenbloom-Lehrstuhl für Palästinakunde und 1936 derjenige für Jüdische Philosophie eingeführt.[3] Deren erste Inhaber waren Samuel Klein bzw. Julius Guttmann.[4] Den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte hatte als „Sol Rosenbloom Professor of Jewish History“ unter anderem Otto Dov Kulka (1988–1999) inne.[5]
Literatur
- Rosenbloom, Solomon. In: Encyclopaedia Judaica. Band 14. Jerusalem/New York 1971, S. 283.
Einzelnachweise
- ↑ Rosenbloom, Sol (Solomon). In: Jacob Rader Marcus (Hrsg.): The Concise Dictionary of American Jewish Biography. Band 2. Carlson, Brooklyn 1994.
- ↑ a b c d e The Rosenbloom Family. In: Rauh Jewish Archives. Abgerufen am 24. September 2025.
- ↑ The Rosenbloom Building at the Hebrew University. In: Australian Jewish Forum. August 1947, S. 35 (online).
- ↑ Hebrew U. Names Philosophy Chair After Rosenbloom. In: Jewish Telegraphic Agency. 20. April 1936. Abgerufen am 26. September 2025.
- ↑ Otto Dov Kulka obituary. In: The Guardian. 15. Februar 2021. Abgerufen am 26. September 2025.