Solomon-Vier-Gruppen-Plan
Der Solomon-Vier-Gruppen-Plan (engl. Solomon four-group design) wurde 1949 von Richard L. Solomon entwickelt, um die die Auswirkungen eines Vortests (im Sinne einer Prätestsensibilisierung) auf die Messergebnisse zu kontrollieren. Er kombiniert zwei klassische Kontrollgruppenpläne und teilt die Teilnehmer in vier zufällig zugeordnete Gruppen auf: Eine Gruppe erhält den Vortest, die Behandlung und den Nachtest, die zweite den Vortest und den Nachtest (ohne Behandlung), die dritte die Behandlung und den Nachtest (ohne Vortest), und die vierte erhält nur den Nachtest. So kann man prüfen, ob der Vortest selbst das Ergebnis beeinflusst.[1] Er wird in den Sozialwissenschaften, der Psychologie, der Lehr-Lern-Forschung und der Medizin immer dann eingesetzt, wenn Vermutungen bestehen, dass die Behandlung durch den Vortest beeinflusst sein könnte. Die Struktur der Studie ist in der Tabelle dargestellt:
| Gruppe | Prä-Intervention | Intervention | Post-Intervention |
|---|---|---|---|
| 1 | Vortest | Behandlung | Nachtest |
| 2 | Vortest | Kontrollbedingung | Nachtest |
| 3 | Kein Vortest | Behandlung | Nachtest |
| 4 | Kein Vortest | Kontrollbedingung | Nachtest |
Die ersten beiden Gruppen werden wie in einem normalen Pretest-Posttest-Kontrollgruppendesign vor und nach der Studie evaluiert. Die zweiten beiden Gruppen werden erst nach der Studie evaluiert. Der Einfluss des Vortests kann durch Vergleiche zwischen den Gruppen 1 und 3 sowie zwischen den Gruppen 2 und 4 bewertet werden. Ein solches Experiment kann varianzanaytisch ausgewertet werden mit den beiden unabhängigen Variablen Vortest (ja/nein) und Intervention (Behandlung/Kontrollbehandlung).
Varianten sind der Solomon-3-Gruppen-Plan (Gruppe 3 ohne Vortestung) und der Solomon-6-Gruppen-Plan (hier wird neben der Abstufung der unabhängigen Variable in „Behandlung nein“ vs. „Behandlung ja“ eine weitere Stufe eingeführt, das „hypothesenirrelevante Treatment“ als dritte UV-Stufe, der wiederum eine Gruppe mit (hier Gruppe 5) und eine Gruppe ohne Vortest (hier Gruppe 6) ausgesetzt ist).
Durch die Anwendung eines Solomon-Vier-Gruppen-Plans kann sowohl die interne Validität (je mehr Kontrolle Forscher über die Variablen haben, desto aussagekräftiger sind ihre Schlussfolgerungen und alternative Erklärungen für die Ergebnisse können ausgeschlossen werden) wie auch die externe Validität (also die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Settings) einer experimentellen Studie verbessert werden.
Literatur
- R. L. Solomon: An extension of control group design. In: Psychological Bulletin, 1949, 46, S. 137–150.
- Mary Walton; Sanford L. Braver: Statistical Treatment of the Solomon Four-Group Design: A Meta-Analytic Approach. In: Psychological Bulletin, 1988, 104 (1), S. 150–154.
Weblinks
- Solomonpläne auf TU Dresden, abgerufen am 26. September 2025.
- Martyn Shuttleworth: Solomon Four Group Design auf explorable.com, abgerufen am 26. September 2025.
- Solomon four-group design auf docmckee, abgerufen am 26. September 2025.
- The Solomon Four Group Design - Using this Robust Method for Assessing Educational Interventions auf YouTube, abgerufen am 26. September 2025.