Sofia Avramidou
Sofia Avramidou (griechisch Σοφία Αβραμίδου; * 18. Januar 1988 in Thessaloniki) ist eine griechische Sängerin und Komponistin.
Leben und Wirken
Avramidou trat bereits in ihrer Jugend als Sängerin traditioneller Musik in ganz Griechenland auf. Sie begeisterte sich für das Arrangieren[1] und absolvierte ein Kompositionsstudium an der Aristoteles-Universität Thessaloniki (Bachelor- und Master-Abschluss, 2009–2014), um von 2014 bis 2016 an der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom mit einem spezialisierten Master-Abschluss in der Klasse von Ivan Fedele zu vertiefen, wo sie die höchste Auszeichnung und ein Exzellenzstipendium der Alexander-Onassis-Stiftung erhielt. In Paris schloss sie 2020 den „Cursus de composition et d’informatique musicale“ des IRCAM ab. Zudem nahm sie an zahlreichen Kompositionskursen und Seminaren teil, unter anderem bei Beat Furrer, Philippe Manoury, Georges Aperghis, Francesco Filidei, Yan Maresz, Jean-Luc Hervé, Franck Bedrossian und Dmitri Kurljandski. Neben Komposition studierte sie byzantinische Musik, Hymnologie, die Instrumente Oud und Ney sowie traditionellen griechischen Gesang.
Als Sängerin arbeitete Avramidou mit verschiedenen Ensembles und Orchestern zusammen, darunter dem Cyprus Symphony Orchestra, dem Thessaloniki Municipal Orchestra und dem Raanana Symphony Orchestra (Israel). 2018 arrangierte sie traditionelle Lieder für Gesang und Klarinette und nahm in Griechenland das Album Binôme auf. Auch trat sie als Sängerin mit dem Ensemble Écoute 2024 in einem von ihr komponierten Stück auf.[2]
Als Komponistin wirkte Avramidou für das Ensemble intercontemporain,[3] die Philharmonie de Paris, die MusikFabrik, das Ictus Ensemble und das Lemanic Modern Ensemble. Weiterhin verfasste sie Filmmusik für den Film „Obscuro Barroco“ der Regisseurin Evangelia Kranioti. 2018 beauftragte sie die Biennale Venedig, die Kammeroper „Rodi rodi, morsicchia! La casina chi rosicchia?“ zu komponieren, die im Teatro Piccolo Arsenale aufgeführt wurde. Gemeinsam mit Andy Emler und Frédéric Maurin schrieb sie das Stück Jeux für sieben Solisten des Orchestre National de Jazz und sieben Solisten des Ensemble intercontemporain.[4] Ebenfalls 2024 entstand ihre Oper De l’autre côté d’Alice.[1] Ihre Werke werden von Éditions Lacroch' und BabelScores veröffentlicht.
Preise und Auszeichnungen
Avramidou wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Goffredo-Petrassi-Preis des Quirinalspalasts in Rom (2016), dem 1. Preis beim IX. Internationalen Akkordeonkompositionswettbewerb „Francisco Escudero“ (2016) in Spanien und dem 1. Preis beim Dimitris-Dragatakis-Kompositionswettbewerb 2014 der Griechischen Komponistenvereinigung.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b Laurent Vilarem: Portrait de Sofia Avramidou: Chants pour Orphée. In: Maison de la Radio et de la Musique. 26. November 2025, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Kompositionsaufträge an Sofia Avramidou, Emma Lloyd und Matthew Whiteside. In: Ernst von Siemens Musikstiftung. 2024, abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Christopher Woodley: Ensemble intercontemporain revel in the sounds of our time at Wigmore Hall. In: bachtrack.com. 5. Mai 2025, abgerufen am 19. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Jeux. In: onj.org. 2024, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).