SocioMovens

socioMovens
Rechtsform gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts
Gründung 12. April 2022 in Dortmund
Sitz Brackeler Hellweg 144, Dortmund
Motto "giving europe a soul"
Zweck Bildung, Erziehung, Ausbildung – allgemein Kinder-/Jugendhilfe, Waisen Religion, kirchliche Zwecke Völkerverständigung
Aktionsraum Europa
Vorsitz Claudia Schwarz (Vorstandsvorsitzende), Peter Klasvogt (Kuratoriumsvorsitzender)
Website https://www.sociomovens.de/

Die gemeinnützige, kirchliche Stiftung socioMovens wurde 2022 gegründet und hat ihren Sitz in der Brackeler Kommende Dortmund.[1] Sie verfolgt unter dem Motto „giving europe a soul“ (Jacques Delors) das Ziel, durch Jugendprojekte die Gesellschaft der Zukunft menschlicher zu gestalten.

Tätigkeit

socioMovens ist eine international ausgerichtete Initiative, die sich am Aufruf des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors orientiert, „Europa eine Seele geben“. Mit Sitz im Ruhrgebiet koordiniert die Organisation zahlreiche lokale und europäische Projekte, in denen sich junge Menschen für eine solidarische Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und Frieden engagieren. Grundlage der Arbeit ist die Überzeugung, dass nachhaltiger Frieden nur auf der Basis von Gerechtigkeit gedeihen kann.

Ein zentraler Bestandteil der Aktivitäten von socioMovens sind Bildungs- und Projektangebote für Jugendliche, die deren persönliche Entwicklung und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein fördern sollen. Die Teilnehmenden werden ermutigt, sich langfristig für ein geeintes, friedensorientiertes und soziales Europa einzusetzen.

Um das Engagement über eine erste Projektwoche hinaus zu stärken, baut socioMovens lokale Freiwilligen-Communities in verschiedenen europäischen Ländern auf. Diese Gruppen engagieren sich regelmäßig für benachteiligte Menschen, etwa in Suppenküchen, Begegnungsangeboten für Menschen mit Behinderungen oder durch Schulmaterialaktionen für Roma-Familien. Die Communities sollen junge Menschen darin bestärken, sich dauerhaft in ihrem lokalen Umfeld einzubringen.[2]

Geschichte

Die Stiftung socioMovens geht auf Initiativen aus dem Jahr 2012 zurück, als ehemalige Teilnehmer der Sozial Akademie – einer vierwöchigen Sommerschule für angehende Priester aus Mittel- und Osteuropa, organisiert von der Kommende Dortmund unter der Leitung von Peter Klasvogt – in Ariccia (Italien) zusammenkamen.[3] Ziel war es, die Förderung des Gemeinwohls auf Basis der katholischen Soziallehre weiterzuentwickeln und die Vision „giving europe a soul“ (Jaques Delors) in die Praxis umzusetzen.[3][4]

Auf Grundlage dieses Austausche entstanden die ersten sozial-ethischen Projektwochen für junge Menschen in Mittel- und Osteuropa. Diese Projektwochen, die ab 2013 in Ländern wie Lettland, der Slowakei und Rumänien durchgeführt wurden, boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Bereich sozialer Arbeit zu sammeln und ein gemeinschaftliches Engagement zu erleben.[3][4] Die Kommende Dortmund als Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn und ihre Stiftung beneVolens unterstützten die ersten lokalen Projektleiter dabei mit pädagogischer und methodischer Expertise.

Der internationale Kongress „Giving Europe a Soul“ 2014 in Zakopane (Polen) markierte die Gründung des eingetragenen Vereins socioMovens, der als Träger der Projektwochen fungierte und die Ausweitung der Aktivitäten in weitere Länder ab 2015 ermöglichte.[3][5] Aus den Projektwochen entwickelten sich lokale Jugendfreiwilligengemeinschaften, die regelmäßige soziale Aktivitäten für benachteiligte Gruppen durchführten. Gleichzeitig wurde der internationale Austausch zwischen den Teilnehmenden und Koordinatoren verstärkt.[3][4]

Die offizielle Gründung der Stiftung socioMovens. Giving Europe a Soul erfolgte am 12. April 2022 in Dortmund, um die institutionelle Verankerung der Projekte zu sichern und die Vernetzung zwischen den einzelnen Projektstandorten zu fördern.[5][1][6] Der Verein socioMovens e.V. unterstützt die Stiftung weiterhin in organisatorischen und administrativen Belangen.

2024 schloss sich die Stiftung gemeinsam mit weiteren Organisationen und Einzelpersonen der Allianz für ein Europa der Menschenwürde an, um ihre sozialen und ethischen Initiativen auf europäischer Ebene zu stärken.[7]

Auszeichnungen

Die socioMovens hat bislang mehrere Auszeichnungen für ihr Engagement in der internationalen Jugend- und Sozialarbeit erhalten. Im Jahr 2017 wurde ihr Initiator Peter Klasvogt mit dem Konstanzer Konzilspreis geehrt.[8] Eine weitere Anerkennung folgte 2020 durch die Verleihung des Vavrovsky-Dialogpreises.[9]

Für das Jahr 2026 wurde socioMovens zudem als Jugendpreisträger des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens benannt.[10]

Projekte

NextGenResp

Das Projekt NextGenResp verfolgt das Ziel, ehemalige Teilnehmende der socioMovens-Programme für eine nachhaltige Übernahme von Verantwortung im sozialen Engagement zu qualifizieren. Im Mittelpunkt steht die Förderung junger Menschen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die anschließend selbst als Jugendbetreuer oder Ehrenamtliche aktiv werden.

Im Rahmen des Projekts erprobten die beteiligten Partnerorganisationen neue Ansätze zur Gewinnung und Qualifizierung junger Ehrenamtlicher in einem europäischen Austauschnetzwerk. Dazu gehörten unter anderem Pilotmaßnahmen zur Organisation von freiwilligen Job-Shadowing-Mobilitäten sowie zur Durchführung von kleineren, von Ehrenamtlichen geleiteten Mikroprojekten. Die im Projektverlauf entwickelten Leitfäden zu beiden Formaten wurden veröffentlicht und sind zum Download verfügbar.[11]

NextGenResp wurde durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union kofinanziert.[12]

B2LParticipate

B2LParticipate („From Brussels to the Locals: Hands On Youth Participation“) ist ein europäisches Jugendprojekt, das junge Menschen aus Deutschland, Polen, Slowakei, Rumänien sowie Kroatien zur aktiven und eigenständigen Teilhabe in Zivilgesellschaft und Politik befähigen soll. Im Rahmen des Projekts nehmen Delegationen aus den beteiligten Ländern an einem Workshop in Brüssel teil, der Grundlagen politischer Entscheidungsprozesse und Möglichkeiten demokratischer Mitwirkung vermittelt.

Im Anschluss organisieren die teilnehmenden Jugendlichen sogenannte Youth Participation Days (YPDs) in ihrem jeweiligen Heimatort. Diese Veranstaltungen sollen lokale Gemeinschaften für demokratische Beteiligung sensibilisieren und jungen Menschen praktische Mitgestaltungsmöglichkeiten eröffnen.[11]

socioMovens ist als assoziierter Partner beteiligt. Das Projekt wird durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union kofinanziert.[13]

Safeguarding Toolbox

Seit 2023 intensiviert socioMovens seine Aktivitäten im Bereich Safeguarding in der internationalen Jugendarbeit. Gemeinsam mit Partnerorganisationen sowie externen Fachpersonal wurde eine umfangreiche Toolbox entwickelt, getestet und implementiert, die eine Vielzahl praxisorientierter Methoden zur Prävention und zum Schutz junger Menschen enthält.[14] Die Toolbox wird auch von anderen Organisationen genutzt.[15][16]

Die Toolbox steht bisher in den Sprachen Englisch, Polnisch, Deutsch und BKMS zur Verfügung.

Das Projekt wurde maßgeblich durch das Präventionsteam des Erzbistums Paderborn finanziert.[11][17]

DigiConAct

DigiConAct – Youth Inspired Across Borders ist ein internationales Projekt der socioMovens Stiftung, das darauf abziehlt, ehemalige Teilnehmende der socioMovens-Projektwochen erneut zu aktivieren und stärker in die internationale Jugendarbeit einzubinden. Im Rahmen des Projekts werden digitale und hybride Bildungs- sowie Engagementformate entwickelt, die gemeinsam mit den Jugendlichen konzipiert und umgesetzt werden sollen.

Das Projekt befindet sich derzeit in der weiteren Implementierungsphase.[11]

Projektwochen

Die Stiftung socioMovens führt in Kooperation mit dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn jährlich Jugendprojektwochen in Mittel- und Osteuropa durch, die als Einstieg in ein langfristiges soziales Engagement für junge Menschen dienen. Ziel der Projektwochen ist es, Jugendliche auf Basis sozialethischer und soziallehrender Prinzipien mit der Situation von gesellschaftlich ausgegrenzten Gruppen vertraut zu machen. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem die Lebensrealität älterer Menschen, Geflüchteter oder Personen mit Abhängigkeiten.

Bespiele aus den Projektwochen 2024

  • Pyrzyce (Polen) Rund 25 Jugendliche setzten sich mit der Frage auseinander, wie freiwilliges Engagement zur Überwindung von Hoffnungslosigkeit beitragen kann. Neben sozialen Aktionen und Besuchen von Einrichtungen beinhaltete die Woche auch Gruppenübungen, Reflexion und gesellschaftliche Aktivitäten
  • Lipova (Arad) (Rumänien) Etwa 40 Teilnehmende arbeiteten gemeinsam mit der lokalen Caritas und lernten verschiedene Formen des sozialen Engagements kennen. Jeder Projekttag stand unter einem thematischen Motto, ergänzt durch Reflexion und gemeinschaftliche Aktivitäten.[18]

Einzelnachweise

  1. a b Ministerium des Inneren NRW socioMovens. In: im.nrw.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
  2. socioMovens Fact Sheet. (PDF) In: sociomovens.de. 18. November 2025, abgerufen am 18. November 2025.
  3. a b c d e socioMovens Our History. In: socioMovens.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025 (englisch).
  4. a b c SOCIOMOVENS GIVING EUROPE A SOUL. In: kommende-dortumd.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
  5. a b socioMovens The Foundation. In: sociomovens.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025 (englisch).
  6. Dortmunder Stiftungsportal socioMovens. In: dortmunder-stiftungsportal.de. 10. November 2025, abgerufen am 10. November 2025.
  7. Allianz für ein menschenwürdiges Europa. Erzbistum Paderborn, 8. Oktober 2024, abgerufen am 15. Januar 2026.
  8. Vergangene Preisverleihungen. In: konstanz.de. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025.
  9. Vavrovsky Dialogpreis geht an socioMovens aus Dortmund. In: virgil.at. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025.
  10. Peace through cooperation: NATO and socioMovens receive Westphalian Peace Prize 2026. (PDF) In: wirtschaftliche-gesellschaft.de. 24. November 2025, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  11. a b c d socioMovens Projekte. In: socioMovens.de. 18. November 2025, abgerufen am 18. November 2025 (englisch).
  12. Project Description "Giving Europe a Soul – Responsibility for the Next Generation". European Commission, 1. April 2024, abgerufen am 15. Januar 2026 (englisch).
  13. From Brussels to the locals: Hands on youth participation. In: erasmus-plus.ec.europa.eu. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
  14. socioMovens Safeguarding Toolbox for international youth work. In: sociomovens.de. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
  15. Safeguarding mit Leben gefüllt. In: beyond. Internationale Impulse für die Jugendarbeit. Nr. 02/2024. IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., Bonn Dezember 2024, S. 10–11.
  16. Präventionsarbeit mehrsprachig erfahrbar machen. In: Thema Jugend. Zeitschrift für Jugendschutz und Erziehung. Nr. 3-4/2025. Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V., Münster Dezember 2025, S. 11–15.
  17. socioMovens Safeguarding Toolbox for international youth work. In: socioMovens.de. 19. November 2025, abgerufen am 19. November 2025 (englisch).
  18. socioMovens Tätigkeitsbericht 2024. (PDF) In: Tätigkeitsbericht 2024 der Stiftung socioMovens.Giving Europe a Soul. 24. November 2025, abgerufen am 24. November 2025.