Sisowath Monipong

Prinz Sisowath Monipong (Khmer ស៊ីសុវត្ថិ មុនីពង្ស; * 20. August 1912 in Phnom Penh; † 31. August 1956 in Paris) war ein kambodschanischer Adliger und Politiker, der unter anderem zwischen 1950 und 1951 Premierminister war.

Leben

Prinz Sisowath Monireth stammte aus dem Haus Sisowath, einem der zwei Königshäuser Kambodschas, und war der zweite Sohn von Sisowath Monivong (1875–1941), der zwischen 1927 und 1941 König war,[1] und dessen Ehefrau Norodom Kanviman Norleak Tevi (1876–1912) sowie ein Enkel von Sisowath I. (1840–1927), der von 1860 bis 1904 als König herrschte.[2] Sein älterer Bruder Prinz Sisowath Monireth (1909–1975) war von 1945 bis 1946 ebenfalls Premierminister sowie 1960 als Vorsitzender des Regentschaftsrats amtierendes Staatsoberhaupt,[3] während seine Schwester Sisowath Kossamak (1904–1975)[4] für deren Sohn Norodom Sihanouk zwischen 1960 und 1970 zeremonielle Königin war.[5] Er begann seine Studien in Kambodscha, bevor er ab 1927 unter der Aufsicht des Gouverneurs von Indochina, François Marius Baudouin, nach Frankreich entsandt wurde und zunächst seine Ausbildung in Grasse und dann in Nizza erhielt. 1930 kehrte er nach Kambodscha zurück und verbrachte ein Jahr im Kloster Vatt Botum Vaddey in Phnom Penh. 1932 ging er erneut nach Frankreich, wo er schließlich eine Offiziersausbildung an der renommierten Militärschule Saint-Cyr absolvierte und trat 1939 in die französischen Luftstreitkräfte (Armée de l’Air) ein, mit denen er bis Juni 1940 an Militäroperationen teilnahm.[6][7][8]

Nach dem Tode seines Vaters am 23. April 1941 kehrte Sisowath Monipong nach Kambodscha zurück und wurde am 2. Mai 1941 von seinem Neffen Norodom Sihanouk, der mit Unterstützung der Protektoratsmacht Frankreich anstelle seines älteren Bruders und bisherigen Kronprinzen Sisowath Monireth König von Kambodscha wurde, zum „Preah Ang Krom Luong“ ernannt, wodurch er eine Art Vorsteher der königlichen Familie wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges engagierte er sich verstärkt in der kambodschanischen Politik und übernahm im Kabinett seines Bruders Sisowath Monireth von 1945 bis 1946 die Posten als Außenminister und Bildungsminister. Im Mai 1949 wurde er Generaldirektor der Dienste im Königspalast und vertrat Kambodscha im November 1949 in Paris bei der Unterzeichnung des ersten Vertrags zwischen Frankreich und Kambodscha im Rahmen der Union française. Am 30. Mai 1950 löste er als Parteiloser Prinz Norodom Sihanouk als Premierminister ab und bekleidete dieses Amt bis zum 3. März 1951, woraufhin Oum Chheang Sun[9] von der Demokratischen Partei seine Nachfolge antrat.[10] In seinem Kabinett übernahm er 1950 auch die Posten als Innenminister und Informationsminister sowie 1951 als Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales.[11][12] Während seiner Amtszeit unterzeichneten Kambodscha und Frankreich das Abkommen von Pau, das Kambodschas finanzielle und fiskalische Autonomie stärkte. Dieses Abkommen führte zu verstärkter Kritik am Regime, da es wichtige Regierungsbefugnisse der französischen Zentralregierung und nicht der kambodschanischen Regierung übertrug. Gleichzeitig hielten die Forderungen nach einer Rückkehr zum normalen Parlamentsbetrieb an. Eine allgemeine Verschlechterung der Wirtschaftslage gab den Demokraten weiteren Anlass zur Klage. Es war nicht schwer, die Mängel der sogenannten Unabhängigkeit aufzuzeigen und die Regierung für alle Versäumnisse anzuprangern.[13] 1955 löste er schließlich seinen Bruder als Hochkommissar sowie damit als Botschafter in Frankreich ab und verblieb auf diesem diplomatischen Posten bis zu seinem Tode am 31. August 1956.[14]

Die Asche von Sisowath Monipong wurde einige Jahre später nach Kambodscha überführt, wo sein Begräbnis in Phnom Penh gemäß der alten Tradition der Khmer-Monarchie stattfand.

Prinz Sisowath Monipong hatte fünf Ehefrauen und 13 Kinder, von denen vielen nach dem Fall von Phnom Penh von den Roten Khmer unter dem Regime der Kommunistischen Partei Kampucheas hingerichtet wurden oder an Hunger oder Krankheit verstarben:[15]

  • aus der Ehe mit Neak Moneang Andrée Lambert stammt Prinz Sisowath Samyl Monipong (* 11. April 1941),
  • aus der Ehe mit Neak Moneang Phit Sopheak Samosan Chhomya stammen Prinzessin Sisowath Pongsirya (1942–1975), Prinz Sisowath Monisisowath (1943–1975), Prinzessin Sisowath Moniringsy (* 6. Februar 1944),
  • aus der Ehe mit Mam Duong Monirak Ous stammt Prinzessin Sisowath Lysa (1942–1975),
  • aus der von Neak Moneang Son Sunneary stammen Prinzessin Sisowath Sovethvong (1945–1994), Prinzessin Sisowath Pongneary (* 29. Mai 1947), Prinzessin Sisowath Monisophea (1949–1975), Prinz Sisowath Duong Daravong (1950–1974),
  • aus der Ehe mit von Neak Moneang Chan Sorey stammen Prinz Sisowath Reymoni (1952–1975), Prinzessin Sisowath Siviman (1953–1975),

Prinzessin Sisowath Phuong Nara Sylvia (* 9. November 1954) sowie Prinzessin Sisowath Ponnirath (1956–1975)

Einzelnachweise

  1. Sisowath Monireth, Prince. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  2. Sisowath. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  3. Sisowath Monipong, Samdech Krom Luong. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  4. Sisowath Kossamak. Prabook, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  5. Norodom Sihanouk. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  6. Sisowath Monireth. Prabook, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  7. Christian Régeau: La drôle de guerre. Images de la France et des Français, septembre 1939–mai 1940, Hermé, 1990, S. 116
  8. Jean Delvert: Le Cambodge, Presses Universitaires de France, 1998, S. 47
  9. Oum Chheang Sun. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  10. Cambodia: Prime Ministers. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  11. David P. Chandler: The Tragedy of Cambodian history. Politics, war, and revolution since 1945, Yale University Press 1991, S. 45, 56
  12. John A. Tully: A short history of Cambodia. From empire to survival, Allen & Unwin, 2005, S. 117
  13. Michael Leifer: Cambodia. The search for security, Praege, 1967, S. 38
  14. Sisowath Monipong, Samdech Krom Luong. rulers.org, abgerufen am 24. November 2025 (englisch).
  15. Wilfred G. Burchett: The China-Cambodia-Vietnam triangle, Vanguard Books, Zed Press, 1981, S. 82 f. (Onlineversion (Auszug))