Singen (Remchingen)
Singen Gemeinde Remchingen
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| Koordinaten: | 48° 57′ N, 8° 34′ O |
| Einwohner: | 3693 (30. Juni 2024)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 |
| Postleitzahl: | 75196 |
| Vorwahl: | 07232 |
Bahnhof, bildet Grenze zwischen Wilferdingen und Singen
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Singen ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Remchingen im baden-württembergischen Enzkreis.
Lage
Singen ist der nördlichste Ortsteil von Remchingen, sein Siedlungsgebiet liegt überwiegend rechtsseits der dort nordnordwestlich laufenden Pfinz, der im Ortsbereich von Osten her der Kämpfelbach zufließt. Es gibt eine Wehr und eine Wassermühle am Fluss. Die Gemarkung des Ortsteils erstreckt sich weit nach Südwesten über die Pfinz und umfasst dort den großen Forst Buchwald sowie noch weiter nach Nordnordosten bis in den Forst Hegenach.
Singen grenzt im Süden an den Siedlungsbereich von Wilferdingen, das größtenteils jenseits der Pfinztalbahn liegt, die aus dem Kämpfelbachtal ins untere Pfinztal läuft. Die Bundesstraße 10 am linken Pfinzufer verbindet Singen mit Pforzheim im Südosten und Karlsruhe im Nordwesten. Der Ort liegt auf der Bertha Benz Memorial Route.
Singen grenzt an die Gemeinden Pfinztal im Nordwesten, Königsbach-Stein im Osten und Karlsbad im Südwesten.
Geschichte
Singen ist seit dem 4./3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt. Archäologische Funde belegen eine keltische Besiedlung im Gebiet von Singen bereits etwa 500 Jahre vor der römischen Zeit. Im Jahr 1949 wurden bei Umbauarbeiten in der Singener Bergstraße am Ortsrand drei keltische Gräber aus dem 4./3. Jahrhundert v. Chr. entdeckt.
Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte bereits im Jahr 769 im Codex des Klosters Lorsch. Darin wird Ricger aus „Sigincheim“ genannt, der dem Kloster Grundstücke, eine Wiese und einen Wald übermachte.
1792 erteilte Markgraf Karl Friedrich Singen die Genehmigung zum Bau einer eigenen Schule, die zwei Jahre später, 1794, eröffnet wurde. Für den Bau wurden Baumaterialien der abgerissenen Kirche in Remchingen verwendet. 1877 wurde das Schulgebäude um eine Lehrerwohnung und einen zusätzlichen Klassenraum erweitert. Da die Schülerzahlen weiter stiegen, wurde 1907 ein neues Schulgebäude errichtet. Nach der Eröffnung der Bergschule (einer weiterführenden Schule) im Jahr 1969 wurde das alte Schulgebäude anderweitig genutzt. 1972 zog das Rathaus von Singen in das Gebäude ein. Heute befindet sich das Rathaus von Remchingen am San-Biagio-Platz in Wilferdingen.[1]
Durch die Eröffnung der Residenzbahn im Jahr 1861 wurde aus Singen von einem landwirtschaftlichen Dorf eine Arbeiterwohngemeinde. Durch die Bahnanbindung konnten viele Einwohner in den umliegenden Städten, insbesondere Pforzheim und Karlsruhe, arbeiten. Im Jahr 1888 fuhr Bertha Benz mit dem von ihrem Mann Carl Benz entwickelten Motorwagen auf ihrer Fahrt nach Pforzheim durch den Ort.
Die weitere infrastrukturelle Entwicklung setzte sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert fort. 1892 gründete man den Zweckverband zur Wasserversorgung der Gemeinden des Hügellandes zwischen Alb und Pfinz, wobei das erste Wasserpumpwerk neben der Singener Mühle gebaut wurde. 1909 wurde Singen Teil des Telefonnetz, 1919 wurde der Ort an die Stromversorgung angeschlossen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1928 gegründet und 1934 die Umgehungsstraße fertiggestellt, um die Marktstraße zu entlasten.
Ein bedeutender Ausbau der öffentlichen Infrastruktur erfolgte ab den 1960er-Jahren: Im Mai 1969 wurde die Bergschule gegründet, 1971 folgten das Hallenbad und die dazugehörige Turnhalle, die auch den örtlichen Vereinen zur Verfügung stand.[2]
Singen fusionierte am 1. Januar 1973 mit Wilferdingen zur Gemeinde Remchingen. Der Enzkreis in seiner heutigen Form entstand ebenfalls an diesem Tag.[3]
Bildung
Im Jahr 1792 erhielt Singen von Markgraf Karl Friedrich die Genehmigung zum Bau einer eigenen Schule, die zwei Jahre später, im Jahr 1794, eröffnet wurde. Beim Bau kamen Baumaterialien der abgerissenen Remchinger Kirche zum Einsatz. 1877 wurde das Schulhaus erweitert. So wurde es um eine Lehrerwohnung sowie ein zusätzliches Klassenraum ergänzt. Als die Zahl der Schüler weiter stieg, errichtete man 1907 ein neues Schulgebäude. Nach der Eröffnung der Bergschule im Jahr 1969 wurde das alte Schulhaus anders genutzt. 1972 zog das Rathaus Singen in das Gebäude ein.[4]
Verkehr
Der Bahnhof von Singen bildet die Ortsgrenze zu Wilferdingen. Der Bahnhof Wilferdingen-Singen verbindet Singen mit Wilferdingen durch eine Unterführung. Vom Bahnhof kann man unter anderem Karlsruhe, Pforzheim und Stuttgart erreichen. Hier halten Stadtbahnen und der Regional-Express RE 1.
Infrastruktur
In Singen gibt es eine Werkrealschule, eine Grundschule und ein Gymnasium. Außerdem gibt es Supermärkte und viele Einzelhandelsläden. Über zwei Brücken und zwei Unterführungen ist Singen von Wilferdingen zu erreichen.
Demografie
Bevölkerungsentwicklung
- 1871: 627 Einwohner
- 1950: 1.512 Einwohner
- 1970: 2.485 Einwohner
- 2019: 3.793 Einwohner
Persönlichkeiten, Töchter und Söhne
- Wilhelm Künzler (1906–1994), Politiker, geboren in Singen
- Bernd Kielburger (* 1947), Politiker, wohnte in Singen
- Hans-Peter Hörner (* 1951), Politiker, geboren in Singen
Sport
In Singen gibt es ein Fußballgelände, mehrere Sporthallen, ein Hallenbad, einen Tennisplatz und weitere Sportgelände. Es gibt Turnvereine, die in Singen viele Sportarten wie Turnen oder Zumba anbieten, also insgesamt ein breit gefächertes Sportangebot.
Evangelische Kirche
In Singen gibt es eine aktive evangelische Kirche und einen aktiven CVJM. Die Kirche heißt Kreuzkirche und steht an der Stelle, an der früher schon die Sankt-Wendelins-Kapelle stand. Sie hat zwei Glocken und eine Orgel.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Singen1250: Singen 1250: Station14. Abgerufen am 19. Dezember 2025 (deutsch).
- ↑ Gemeinde Remchingen: Singener Geschichte. In: remchingen.de. Gemeinde Remchingen, abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Alte Historische Fotos und Bilder Remchingen, Baden-Württemberg. Archiviert vom am 26. Februar 2021; abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Singen1250: Singen 1250: Station14. Abgerufen am 4. November 2025 (deutsch).