Sind die Lichter angezündet
Sind die Lichter angezündet ist ein deutsches Weihnachtslied.
Geschichte
Die Lyrikerin und Kinderbuchautorin Erika Engel verfasste das Gedicht um 1950 unter dem Titel Weihnachtsfreude. Dieses Gedicht wurde vom späteren Musikreferenten des Mitteldeutschen Rundfunks und Leiter des Rundfunk-Kinderchores in Leipzig, Hans Sandig, vertont. Das dreistrophige Lied entwickelte sich zu einem der bekanntesten Weihnachtslieder in der DDR.
1960 erschien das Lied erstmals auf einer Eterna-Schallplatte des VEB Deutsche Schallplatten als Teil der EP Weihnachts-Lieder.[1]
Bei „Sind die Lichter angezündet“ zeigt sich der kulturelle Rahmen, in dem das Lied entstand. Die frühen 1950er Jahre waren geprägt von der religionskritischen Politik der SED, die christliche Traditionen aus dem öffentlichen Raum zurückdrängen wollte. Kirchen wurden politisch misstrauisch beobachtet, religiöse Sozialisation galt als mit dem sozialistischen Menschenbild unvereinbar. Vor diesem Hintergrund bot ein bewusst allgemein gehaltenes, unkirchliches Weihnachtslied für den Rundfunk besondere Vorteile: Es erlaubte, das Fest musikalisch zu gestalten, ohne religiöse Inhalte zu reproduzieren. Damit passte das Lied in das Bestreben der DDR-Kulturpolitik, Weihnachten als familiäres, friedensorientiertes und weitgehend entkonfessionalisiertes Fest zu etablieren. Daher wurde es stark gefördert und konnte sich in der gesamten DDR-Bevölkerung durchsetzen.[2][3]
Literatur
- Hans Walther: „Sind die Lichter angezündet …“ Ein Engel aus der DDR bescherte uns eins der schönsten Weihnachtslieder. In: Volksstimme. Wochenend-Magazin vom 15. Dezember 2007, S. 3.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ ETERNA EP 520100 bis 520199. In: Lied der Zeit - DDR-Schallplatten Eterna Amiga Litera Nova Schola. Abgerufen am 2. Oktober 2024.
- ↑ Matthias Krauß: Sind die Lichter ausgeblasen |. 4. Januar 2022, abgerufen am 30. November 2025.
- ↑ Heiko Kreft: "Frieden" statt "Jesus": Weihnachtslieder in der DDR. Abgerufen am 30. November 2025.