Sinacher Gupf

Sinacher Gupf
Sinacher Gupf von Süden, an der Flanke die obersten Höfe von Strugarjach, im Hintergrund Klagenfurt
Höhe 1577 m ü. A.
Lage Kärnten, Österreich
Gebirge Karawanken, Karawanken und Bachergebirge
Dominanz 3,7 km → Kosiak
Schartenhöhe 455 m ↓ Oreinzasattel
Koordinaten 46° 29′ 39″ N, 14° 11′ 30″ O
Gestein Wettersteinkalk
Alter des Gesteins Trias (Ladinium, unteres Karnium)

Der Sinacher Gupf (slowenisch: Psinski vrh, 1577 m ü. A.) ist ein Vorberg der Karawanken.

Berg und Umgebung

Der Sinacher Gupf gehört zu den Karawankenvorbergen, einer Reihe meist bewaldeter Berge zwischen dem Rosental im Norden und der mindestens 500 m höheren „Hauptkette“ der Karawanken im Süden. Von dieser trennen den Sinacher Gupf der Bleiberger Graben im Südosten und ein Seitengraben des Bärentals in Südwesten. Durch einen fast geradlinig West-Ost verlaufende Kamm, der aus beiden Richtungen recht gleichmäßig zum Gipfel ansteigt, hat der Berg ein pyramidenförmiges Profil, seine Süd- und insbesondere die Nordseite sind dementgegen steil und undwegsam. Im Osten bildet der Oreinzasattel (slow. Vranjica) die Grenze zum Rabenberg, im Westen fällt der Sinacher Gupf direkt ins Bärental ab, jenseits dessen der etwas höhere Matschacher Gupf liegt. Im Süden ermöglicht der Krischnigsattel auf 1086 m Seehöhe den Übergang zwischen Bleiberger Graben und Bärental. Oberhalb des Krischnigsattels bildet der Sinacher Gupf auf etwa 1250 m Seehöhe ein Plateau aus, auf dem sich eine Alm (Dreieralm) befindet.

Nördlich unterhalb des Sinacher Gupfs befindet sich die Gemeinde Feistritz im Rosental mit der namensgebenden Streusiedlung Sinach (slow. Sine; auf einem Plateau am Fuß des Berges inca. 600 m Seehöhe gelegen). Die Südseite gehört zu Windisch Bleiberg (Gemeinde Ferlach). Der Kamm des Sinacher Gupfs bildet die Grenze der beiden Gemeinden. An der Süd- und Südwestflanke des Berges liegen bis auf etwa 1150 m Seehöhe einige verstreute Bauernhöfe, die die Ortschaft Strugarjach (slow. Strugarje) bilden.

Geologie

Die Teilung der Karawanken in die Hauptkette und die Karawankenvorberge ist Folge der periadriatischen Naht. Diese bedeutendste tektonische Störungslinie der Alpen zieht in Kärnten vom Gailtal im Westen kommend vorerst nördlich der Karawanken entlang bis in die Gegend von Sankt Jakob im Rosental, schwenkt dann etwas Richtung Süden, schneidet den Matschacher Gupf und zieht sich südlich des Sinacher Gupfs, d. h. über den Krischnigsattel, weiter nach Osten. Eine kleinere Störungslinie läuft von der periadriatischen Naht nordwärts über den Oreinzasattel, eine andere schneidet, aus dem Bodental kommend und nach Nordwesten laufend, die Dreieralm und Strugarjach an der Südseite des Sinacher Gupfes und läuft weiter ins Bärental. Sie wird deswegen als Strugarjach-Störung bezeichnet. Diese beiden Störlinien trennen den Sinacher Gupf vom Rabenberg im Osten und dem Matschacher Gupf im Westen.[1] Zwar sind fast alle Gipfel der Karawanken aus Gesteinen der Trias aufgebaut, doch gehören aufgrund der periadriatischen Naht die Gipfel der Karawankenvorberge inklusive Sinacher Gupf noch zum Ostalpin, die Gipfel südlich der Linie zum Südalpin.[2] Die Karawankenvorberge bilden somit geologisch gesehen die östliche Fortsetzung der Gailtaler Alpen und unterscheiden sich wenig von diesen.[3] Hauptfelsbildner in den Nordkarawanken sind Wettersteinkalk bzw. -dolomit aus dem Ladinium und Karnium, die Mächtigkeiten bis 1200 m erreichen können und auch den Gipfel des Sinacher Gupfs bilden.[4] Im Quartär wurde der Berg durch den Draugletscher überformt und ist folglich von Grundmoränen bedeckt.[5]

Wege

Der Sinacher Gupf kann über den in Ost-West-Richtung streichenden Kamm überschritten werden. Der kürzeste Zustieg erfolgt von Strugarjach, das über eine Schotterstraße erreichbar ist, für einen Rundweg bietet sich jedoch ein Startpunkt bei Windisch Bleiberg besser an. Anspruchsvoller ist eine Rundwanderung von Sinach am Fuß des Berges im Norden aus. Beide Varianten führen über markiert Wege.

Literatur

  • Helmut Lang: Karawanken und Steiner Alpen – Berge und Täler zwischen Drau und Save. 4., aktualisierte Auflage. Bergverlag Rother, Oberhaching 2023, ISBN 978-3-7633-4661-5.
  • Franz K. Bauer: Zur Geologie der westlichen Karawanken und zum Verlauf des Periadriatischen Lineamentes. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 127, Nr. 3. Wien 1984, S. 289–297 (geologie.ac.at [PDF; 921 kB]).
  • Karl Krainer: Die Trias in Kärnten. In: Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten (Hrsg.): Carinthia II. Band 186. Klagenfurt 1996 (zobodat.at [PDF; 18,3 MB]).
Commons: Sinacher Gupf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Franz K. Bauer: Zur Geologie der westlichen Karawanken und zum Verlauf des Periadriatischen Lineamentes. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 127, Nr. 3. Wien 1984, S. 291 ff.
  2. Karl Krainer: Die Trias in Kärnten. In: Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten (Hrsg.): Carinthia II. Band 186. Klagenfurt 1996, S. 39.
  3. Karl Krainer: Die Trias in Kärnten. In: Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten (Hrsg.): Carinthia II. Band 186. Klagenfurt 1996, S. 65 f.
  4. Karl Krainer: Die Trias in Kärnten. In: Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten (Hrsg.): Carinthia II. Band 186. Klagenfurt 1996, S. 68 f.
  5. Geologische Karte 1:50.000. In: maps.geosphere.at. Abgerufen am 27. November 2025.