Simone Mary Bouchard
Simone Mary Bouchard, auch Marie (* 1912 in Baie-Saint-Paul, Québec; † 1945 ebenda), war eine kanadische Künstlerin der Art brut.
Leben und Werk
Simone Mary Bouchard wurde 1912 in Baie-Saint-Paul, Québec, geboren. Sie war eine kanadische Malerin und Textilkünstlerin, die sich ihre künstlerischen Fähigkeiten autodidaktisch beigebracht hatte. Sie hatte 14 Geschwister und die Familie lebte in der ehemaligen Getreidemühle Le Moulin César in Baie-Saint-Paul. Die Mühle steht heute unter Denkmalschutz.[1] Von ihren Geschwistern traten vier in das Kloster Antoniennes de Marie in Chicoutimi ein, dies waren Marie-Cécile und Laure-Marie 1947, Edith-Marie 1954 und Annette 1955.[1] Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen fertigte sie geknüpfte Teppiche an, die sie an Touristen verkaufte, malte und schnitzte. Diese Arbeit war für sie, ihre Schwestern und ihre Mutter eine der wenigen Möglichkeiten, in den Jahren der Weltwirtschaftskrise Geld zu verdienen. Diese Arbeit bot ihr auch die Möglichkeit eines künstlerischen Ausdrucks. Für die Teppiche zeichnete sie ländliche Szenen und malte diese. Dabei lernte sie den Ethnologen Marius Barbeau und seinen Assistenten den Künstler Jean Palardy kennen. Für Barbeau reparierte sie alte Textilien und knüpfte für Palardy nach seinen Entwürfen Teppiche. Diese Teppiche wurden an Galerien in Toronto und Montreal geschickt. Als sie in den 1930er Jahren ihre Gemälde sahen, sorgten sie dafür, dass diese ausgestellt wurden und Barbeau stellte Bouchard amerikanischen Künstlern und Sammlern vor.[2]
Ihr Werk umfasste Stillleben und Landschaften der Region von Charlevoix. Ihre Gemälde sind in vielen Sammlungen vertreten und wurden regelmäßig ausgestellt. Sie hatte zwei Schwestern, die ebenfalls Malerinnen waren, dabei handelte es sich um Marie-Cécile und Edith-Marie. Simone Bouchard galt jedoch als die talentierteste der Schwestern.[1]
Simone Mary Bouchard wurde Mitglied der Contemporary Art Society of Montreal und stellte auf den Ausstellungen der Vereinigung aus. Im Frühjahr 1941 nahm sie an Ausstellungen in Québec und Montreal mit zehn kanadischen Künstlern der Moderne teil, darunter Paul-Émile Borduas und Alfred Pellan. Sie wurde als „eine der herausragenden Künstlerinnen der Contemporary Art Society“ und als „unsere einflussreichste Malerin“ bezeichnet.[2]
1945 starb Simone Mary Bouchard im Alter von nur 32 Jahren an Tuberkulose.
Sammlungen und Ausstellungen
Mehrere Gemälde von Bouchard befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter ein Selbstporträt im Musée national des beaux-arts du Québec. Darüber hinaus wurden Bouchards Werke in Ausstellungen wie der „Première exposition des Indépendants“ im Palais Montcalm in Québec (1941) und dem „Salon du Printemps“ im Musée des beaux-arts de Montréal (1945) gezeigt. Louise Gadbois stellte die Bouchard-Schwestern Max Stern vor, der 1952 die Ausstellung „Les trois soeurs Bouchard“ organisierte.[1]
Ausstellungen
- 1941: Erste Ausstellung der Unabhängigen, Palais Montcalm, Québec
- 1945: Salon du Printemps, Montreal Museum of Fine Arts
- Posthume Ausstellungen
- 1946: Galerie Morgan, Montréal (Retrospektive, organisiert von der Contemporary Arts Society)
- 1947: Riverside Museum, New York
- 1947: Willistead Art Gallery, Windsor
- 1947: Dominion Gallery, Montréal (Retrospektive)
- 1952: Dominion Gallery, Montréal (Retrospektive)
- 1975: Galerie Gilles Corbeil, Montréal
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Simone-Mary Bouchard. In: klinkhoff.ca. Alan Klinkhoff Gallery – Art Dealers & Appraisers, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Simone-Marie Bouchard. Fabric Artist. Painter. Baie-Saint-Paul, Charlevoix, Quebec. — LyleElderFolkArt.com. In: lyleelderfolkart.com. Abgerufen am 1. Januar 2026.